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Queen Elizabeth II. und der Papst.

Elizabeth II. besucht Franziskus

Queen beim Papst: Whiskey gegen Reichsapfel

Rom - Königin Elizabeth II. ist am Donnerstag zu einer entspannten Privataudienz bei Papst Franziskus im Vatikan eingetroffen. Der Pontifex überraschte die Regentin mit einem Geschenk für den Ur-Enkel.

Ein entspanntes Gipfeltreffen im Vatikan sollte es sein, informell und ohne viel Brimborium. Ihren Prinzgemahl Philip und nur eine kleine Delegation im Schlepptau kam Queen Elizabeth (87) zu der ersten Begegnung mit dem Papst, der weltweit so große Aufmerksamkeit erhält. Nicht etwa in schwarz gekleidet und mit Schleier, sondern in hellblau bis fliederfarben trat die Königin auf Franziskus zu. Der Plausch dauerte dann eine halbe Stunde.

Für den acht Monate alten Prinz George, Sohn von Prinz William und seiner Frau Catherine, überreichte Franziskus der Queen einen aus Lapislazuli gefertigten und von einem silbernen Kreuz gekrönten Reichsapfel - einst weltliche Machtinsignie, später von den Christen übernommen und mit dem Kreuz versehen. Elizabeth II. schenkte dem Papst einen Präsentkorb mit Produkten ihrer Ländereien und Whiskey.

Dies sah nach gelockerter Atmosphäre aus, wie sie dem Argentinier auch so gut gefällt. Für diese Begegnung mit der Queen auf Augenhöhe hatte sich der Papst auch etwas einfallen lassen. Er erwartete sie nicht wie üblich im Apostolischen Palast über dem Petersplatz, sondern in einem kleinen päpstlichen Empfangsraum der modernen Audienzhalle. Sie kam, passend zum informellen Charakter, 20 Minuten verspätet vom Essen mit Italiens Staatschef Giorgio Napolitano an.

So war der Rahmen für ein ungezwungenes tête-à-tête gelegt. Nach der lange bewegten Geschichte zwischen England und dem Heiligen Stuhl ist ein familiärer und herzlicher Ton vorherrschend zwischen der Königin, die weltliches Oberhaupt der anglikanischen Church of England ist, und dem Chef einer Weltkirche von etwa 1,2 Milliarden Katholiken.

Das hatte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bereits erfreut festhalten können, als der deutsche Papst Benedikt XVI. 2010 seinen Großbritannien-Besuch in der königlichen Residenz Holyrood Palace im schottischen Edinburgh eröffnet hatte: Stürmisch war nur der Wind.

Sie musste diesen Papst einfach kennenlernen, der Schlagzeilen macht und die Politiker herausfordert, wie auch US-Präsident Barack Obama nach seiner Audienz in Rom eine Woche zuvor anerkennend festhielt.

„Die Queen wird von Franziskus erfahren wollen, wie er die Rolle des Glaubens in der Welt des 21. Jahrhunderts sieht“, hatte Nigel Baker, britischer Botschafter beim Heiligen Stuhl, im Radio Vatikan gesagt. Er wusste bereits vorab, dass die 87-jährige Königin ihren schwarzen Spitzenschleier wieder im Buckingham Palace gelassen hatte - schon bei Benedikts Besuch vor vier Jahren trug sie hellblau. Fein gemacht hatte sie sich für den Argentinier im Vatikan allemal - mit einer diamantenen Saphir-Brosche, ein Geschenk von Grandma Königin Mary.

Diesen Papst musste die Queen auch kennenlernen, um ihre Sammlung an Päpsten noch etwas zu vervollständigen - und sei es im Sauseschritt. Immerhin ist Jorge Mario Bergoglio der bereits fünfte Pontifex, den sie seit ihrem Amtsantritt vor 62 Jahren persönlich getroffen hat. Mit Johannes Paul II. kam sie sogar mehrfach zusammen, und nur zwei Päpsten - Paul VI. und Johannes Paul I. - begegnete sie nicht.

Kontroverse Themen gibt es dabei zwischen beiden Kirchen zuhauf, darunter der liberale Umgang der anglikanischen Kirche mit Homosexualität und der Weihe von Frauen zu Priestern, die Rom rundweg ablehnt. Keine Sympathie bringt Rom zudem der Einführung der Homo-Ehe in England und Wales unter der Regierung von Premierminister David Cameron entgegen. Bei der kurzen Begegnung blieben derart schwierige Fragen weitgehend ausgeklammert.

dpa/afp

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