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Operation London Bridge: Dieser Geheimplan dürfte jetzt nach dem Tod von Queen Elizabeth II. greifen

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Von: Annemarie Göbbel

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„London Bridge is down“ ist das Code-Wort im Todesfall der britischen Königin Queen Elizabeth II. Was dann passiert, sieht eine geheime Liste vor, die publik geworden ist.

London – Der Abschied von Queen Elizabeth II. ist für Königsfamilie, britisches Volk und Royal-Fans weltweit nicht leicht, das strenge höfische Protokoll schreibt dennoch eine ganz bestimmte Vorgehensweise vor. Schon seit den 60er-Jahren gibt es Basis-Pläne, die regeln, was in dem traurigen Fall passieren wird. „The Guardian“ beschrieb die Liste 2017 als „minutiös geplant“ mit „geheimnisvollen und sehr spezifischen“ Details. Exakt diese Liste, die die ersten zehn Tage nach dem Tod der Monarchin festlegt, gelangten schon an die Öffentlichkeit.

Queen Elizabeth II.: Operation London Bridge - Geheimplan für den Tod der Königin durchgesickert

Nach den Worten „London Bridge is down“, die Premierministerin Liz Truss (47) wohl gerade gehört hat, wusste sie, dass ihre Königin Elizabeth II. für immer ihre Augen geschlossen hat. Was jetzt folgt, ist Operation London Bridge – der Plan, der alles bedenkt, was in der traurigen Stunde zu geschehen hat. Wie soll der Tod der Regentin wem bekannt gegeben werden? Keine Institution, von der Kirche bis zur britischen Armee, darf übergangen werden. Was ist bei der offiziellen Trauer und dem Staatsbegräbnis zu beachten? So traurig der Anlass, es gilt, Chaos zu vermeiden.

Die „Operation London Bridge“ regelt minutiös, was in den Tagen nach dem Tod von Queen Elizabeth II. passiert. (Fotomontage)
Die „Operation London Bridge“ regelt minutiös, was in den Tagen nach dem Tod von Queen Elizabeth II. passiert. (Fotomontage) © Hannah McKay/Imago & Victoria Jones/dpa

Die grundlegenden Pläne, die vom Guardian enthüllt wurden, sind seit 2017 bekannt. Auch, dass das Regelwerk jedes Jahr mehrfach modifiziert wird. Einige wichtige Entscheidungen wurden von der Königin selbst getroffen, wie auch ihr im April 2021 verstorbener Ehemann Prinz Philip (99, † 2021) viele Einzelheiten seiner Beerdigungszeremonie im Vorfeld festgelegt hatte. Die vollständige Liste, die jedes kleinste Detail auflistet, wurde von dem Online-Magazin „Politico“ enthüllt (Pressestimmen zum Tod der „größten Königin aller Zeiten“).

Queen Elizabeth II.: Das sehen die neuesten Details der geheimen Liste vor

Neu seien die Details über mögliche Corona-Bedingungen, zudem gebe es genaue Vorschriften für das Verhalten des Regierungsapparats in den sozialen Netzwerken. Der Todestag Queen Elizabeths wird in der vorliegenden Fassung als „D-Day“ („Death Day“) bezeichnet. Die Tage bis zur geplanten Beisetzung werden als „D-Day+1“ (dem Tag nach dem Todesfall) bis „D-Day+10“ aufgeführt.

Was geschah als Erstes nach Feststellung des Todes? Sobald die Regierung informiert wurde, meldete die britische Nachrichtenagentur PA den Tod der Queen in einer Eilmeldung und der Palast veröffentlichte eine offizielle Benachrichtigung. Alle öffentlichen Gebäuden sollen außerdem die Fahnen auf halbmast senken. Bis dahin sollen nicht mehr als zehn Minuten vergangen sein.

Queen Elizabeth II.: Wer spricht nach ihrem Tode zur Öffentlichkeit?

Premierministerin Liz Truss obliegt es, als Erste Stellung zu beziehen. Die königliche Familie gibt die Pläne für die Beisetzung bekannt, die nach etwa zehn Tagen stattfinden soll. Salutschüsse und eine nationale Schweigeminute werden die Menschen verstummen lassen. Thronfolger Prinz Charles (73) bleibt nicht viel Zeit für die Trauer um seine Mutter. Die Premierministerin tritt ihren Weg zur Audienz mit dem neuen König an. Um 18 Uhr Ortszeit wird vom neuen König eine Ansprache an sein Volk erwartet. Der erste Gedenkgottesdienst findet in der Londoner Kathedrale St. Paul’s statt. 

Queen Elizabeth II. beim Besuch der Kathedrale in Manchester
Mit Queen Elizabeth II. sind die Pläne zu ihrem Tode abgestimmt. © Christopher Furlong/dpa

Queen Elizabeth II.: Wenig Zeit zur Trauer für den künftigen Thronfolger

Am ersten Tag nach dem Tod der Königin tritt um 10 Uhr der Beitrittsrat im St. James‘ Palace zusammen, um Charles zum neuen Herrscher zu proklamieren. Um 15:30 Uhr werden der Premierminister und das Kabinett eine Audienz beim neuen König abhalten. Die Minister werden angewiesen werden, ohne Ehepartner zu erscheinen. An „D-Day+2“ soll der Sarg der Königin, die auf Schloss Windsor lebte und die Geschäfte führte, in den Buckingham-Palast überführt werden. Nur einen Tag später an „D-Day+3“ wird Prinz Charles zu einer Reise nach Schottland und Irland aufbrechen. Für „D-Day+7“ ist die Reise nach Wales vorgesehen.

Prinz Philip blickt auf seine Frau Queen Elizabeth II. während den Flitterwochen
Im Tode werden sie wieder vereint sein. Hier ein Bild von Prinz Philip und seiner Frau Queen Elizabeth II. während ihrer Flitterwochen. © IMAGO/ZUMA/Keystone

Was und wie von den Social Media Accounts berichtet wird, sieht das Reglement ebenfalls vor. Die staatlichen Social-Media-Accounts sollen als Profilbild das Behördenwappen verwenden und die Banner sollen auf Schwarz gesetzt werden. Twitter-Texte und Retweets müssen freigegeben werden.

Queen Elizabeth II.: Hier wird sie zur letzten Ruhe gebettet werden

Die Trauerzeremonie in der Londoner Kathedrale Westminster Abbey wird vorbereitet. Die Verantwortlichen wissen, was sie ihrer Königin schuldig sind und haben die Planung zur Beisetzung auf Schloss Windsor sicher schon in der Schublade. Queen Elizabeth II. wird schließlich auf Schloss Windsor in der kleinen König-Georg-VI.-Gedenkkapelle, neben ihrem Mann Prinz Philip die letzte Ruhe finden.

Die britische Monarchin ist eine hochgeschätzte und ausgesprochen beliebte Persönlichkeit. Der Sicherheitschef der Stadt muss seinen Apparat in den Tagen gut im Griff haben, denn mit „beispiellosen Menschenmengen und Reisechaos“ ist laut Politico zu rechnen. Es könnten Hunderttausende werden, die von der Königin Abschied nehmen wollen. Verwendete Quellen: theguardian.com

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