+
Reese Witherspoon (li.) stand erstmals mit Nicole Kidman vor der Kamera – voll Ehrfurcht, wie sie gesteht

Muttersein in Hollywood

Reese Witherspoon und Nicole Kidman im Interview: Ein Herz und zwei Seelen

In der neuen Mini-Serie „Big Little Lies“ spielen Nicole Kidman und Reese Witherspoon zwei überambitionierte Vorstadt-Mütter. Sind die beiden privat genauso? Wir haben sie gefragt.

Zwei Oscargewinnerinnen gemeinsam vor der Kamera? Das sieht der Zuschauer – wenn überhaupt – meist auf der Kinoleinwand. Und nicht selten ist Diven-Alarm angesagt. Nicht bei Nicole Kidman (49) und Reese Witherspoon (40)! Die beiden haben sich für ein TV-Projekt zusammengetan. Die Hollywoodstars spielen in der Mini-Serie Big Little Lies (läuft auf Sky ab 19. Februar) zwei ambitionierte Vorstadt-Mütter, deren scheinbar perfekte Welt durch ein dunkles Geheimnis aus den Fugen gerät.

Wie klappt die Zusammenarbeit zwischen zwei so erfolgreichen Frauen?

Reese Witherspoon: Ich bin jetzt zwar schon 25 Jahre in der Branche… (stockt) … oh mein Gott, ist das schon lange... Aber ich habe Nicoles Schauspieltalent immer unsagbar bewundert. Ich habe mich am Set dabei ertappt, wie ich sie heimlich angestarrt habe und dachte: „Oh mein Gott, ich stehe neben Nicole Kidman.“

Nicole Kidman (errötet): Oh, hör’ sofort damit auf! Bitte!

Witherspoon (lacht): Das war nur am Anfang, ich bin über deine Anwesenheit hinweggekommen.

Kidman: Wir haben uns bestens verstanden. Auch mit unseren Co-Stars Shailene Woodley, Laura Dern und Zoe Kravitz. Wir haben uns vor den Drehtagen im Café verabredet, um unsere Rollen zu üben. Daraus ist dann immer ein munterer Kaffeeklatsch geworden.

Premiere Of HBO's "Big Little Lies" - After Party

Witherspoon: Ich habe dadurch eine Menge kostenlose Therapie bekommen (lacht). Wir haben unsere Mutterschafts-Erlebnisse miteinander geteilt und den Noch-nicht-Müttern in der Runde Ratschläge gegeben.

In der Serie lästern die Frauen übereinander, vergleichen und bewerten sich. Kennen Sie das auch?

Witherspoon: Soll das ein Witz sein? Wir arbeiten in Hollywood!

Kidman: Genau. Es gibt keine Momente in der Öffentlichkeit, in denen man sich nicht fühlt, als ob alle Augen auf einen gerichtet sind. Nicht nur als Schauspieler, auch als Mutter.

Wie gehen Sie damit um?

Witherspoon: Je älter ich werde, desto weniger berührt es mich. Kaum war ich 40, habe ich mir gesagt: „Mir ist es völlig egal, ob die Leute mich mögen. Ich ziehe das durch, was ich will und verbiege mich nicht, um einen anderen glücklich zu machen.“

Kidman: Ich versuche meinen Kindern beizubringen, dass man nicht über andere richten, ihnen nicht seine eigene Meinung und Ideen aufzwingen soll. Ich hoffe, dass die nächste Generation freundlicher und liebevoller miteinander umgeht.

Reese, Ihre beiden älteren Kinder sind Teenager…

Witherspoon: …was nicht heißt, dass man den Fuß vom Pedal nimmt. Selbst wenn die Kids 18 werden, sind sie nicht vollständig erwachsen. Sie brauchen dich als Eltern mehr als je zuvor. Ich werde weiter an ihrem Bett sitzen und sagen: „Ich gehe erst, wenn du sagst, was dich bedrückt.“

Kidman: Man muss seinen Kindern Wärme und Geborgenheit bieten. Es ist eine harte Welt für sie da draußen. Der sollen sie zu Hause entkommen können.

Nicole, Sie haben mit Keith Urban eine achtjährige und eine sechsjährige Tochter. Stimmt es, dass Sie noch ein drittes Kind wollen?

Kidman: Ich hätte so gerne noch ein weiteres Baby. Ich liebe Kinder.

Möchtest du eines von meinen haben?

Kidman (lacht): Reese kann nicht verstehen, dass ich ein drittes Kind will. Sie hat ja drei zu Hause. Immer wenn ich gesagt habe, dass ich mir noch ein Baby wünsche, hat sie gerufen: „Nein, du hast genug! Glaub mir!“

In der Serie werden Kids von Mitschülern gemobbt. Kennen Sie das als Mütter auch?

Witherspoon: Eines meiner Kinder wurde zwar nicht gehänselt, aber dafür vom Lehrer beschuldigt, geschummelt zu haben. Das hat mich ungemein wütend gemacht. Ich habe mein Kind wie eine Löwin verteidigt. Ich wollte die Wahrheit herausfinden und mir wurde klar: Du weißt als Eltern nicht wirklich, was im tiefsten Inneren deines Kindes steckt.

Kidman: Da stimme ich zu. Das ist das Mysteriöse am Elterndasein. In der Serie werden nicht nur Probleme wie Mobbing oder häusliche Gewalt behandelt, sondern auch alltägliche Dinge, die wir alle kennen. Was Sie auf dem Bildschirm sehen, ist sehr authentisch.

Christian Thiele

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zeit im Knast: Jetzt gesteht „Schwesta Ewa“ ein schreckliches Geheimnis
Die Rapperin „Schwesta Ewa“ veröffentlichte ein Instagram-Live-Video, in dem sie endlich Klartext über die Vorwürfe der Zwangsprostitution spricht. Auch andere …
Zeit im Knast: Jetzt gesteht „Schwesta Ewa“ ein schreckliches Geheimnis
Til Schweiger - Streit um Facebook-Post geht weiter
Nur 21 Worte lang war die bissige Nachricht der Frau an Til Schweiger. Der Schauspieler hat sie öffentlich gemacht. Nun fordert die Saarländerin vor Gericht, dass der …
Til Schweiger - Streit um Facebook-Post geht weiter
"I bims" ist "Jugendwort des Jahres"
Zum zehnten Mal hat Langenscheidt das "Jugendwort des Jahres" gekürt. Diesmal wählte die Jury einen Zweiteiler, den viele Jugendliche nutzen - und auch sicher der ein …
"I bims" ist "Jugendwort des Jahres"
Fatih Akin kommt von Hamburg nicht los
Der Regisseur fühlt sich in seiner Heimatstadt tief verwurzelt. Er lasse sich gerne von anderen Städten inspirieren, im Moment von Los Angeles.
Fatih Akin kommt von Hamburg nicht los

Kommentare