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Richard Gere (r.) mit Dierk Sindermann.

Schauspieler im Interview

Richard Gere verrät: So hätte „Pretty Woman“ eigentlich enden sollen

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Los Angeles - Wer hätte das gedacht: „Pretty Woman“ war ursprünglich keine romantische Komödie, sondern ein Drama ohne Happy End. Woher wir das wissen? Von einem, der es wissen muss: Richard Gere.

Der Schauspieler (auch mit 67 immer noch Herzensbrecher) verriet nun im Interview, dass sich sein Edward im Original-Drehbuch nicht etwa in die Prostituierte Vivian (Julia Roberts) verliebte. Stattdessen wäre diese nach dem gemeinsamen Sex-Wochenende von ihrem betuchten Freier aus der fahrenden Stretch-Limousine geworfen worden. Und es kommt noch schlimmer.

Richard Gere: Vivianne stirbt am Ende an einer Drogenüberdosis.

Zum Glück wurde das ganze zur Lovestory umgeschrieben und zum Kultfilm. Ihre Bekanntheit ist danach weltweit explodiert. Wie gehen Sie mit dem Ruhm um?

Gere: Ich mache mir gar nichts aus Ruhm und strebe nicht danach. Es gibt Leute, die sind berühmt und niemand weiß, warum eigentlich. Ruhm ist für sie wie Zucker – er gibt ihnen einen Rush.

Gibt es keine positiven Aspekte für Sie?

Gere: Doch. Dass ich dank des Ruhms beruflichen Erfolg hatte. Und das ist alles andere als selbstverständlich. So habe ich das unendliche Glück, meinen Traumberuf ausüben zu können. Inzwischen kann ich es mir sogar erlauben, nur noch Rollen anzunehmen, weil ich sie wirklich will. Und nicht, weil ich sie annehmen muss.

Weil Sie genug Geld haben, um nicht mehr vor die Kamera treten zu müssen?

Gere: Genau. Ich muss mir um das Finanzielle im Leben keine Sorgen machen. Ich kann mein Kind aufs College schicken oder auch ohne Probleme für ärztliche Eingriffe zahlen. Solch ein Glück haben nur wenige Menschen.

Richard Gere: „Ein Kind ist wie ein Spiegel“

Ihr Sohn Homer ist bereits 17. Gibt es Dinge, die der Vater von ihm gelernt hat?

Gere: Auf jeden Fall. Ein Kind ist wie ein Spiegel, der dir ständig zeigt, wer du wirklich bist. Deshalb kommen auch schnell die Emotionen hoch, weil man ja sich selbst sieht. Egal ob Stolz, Ärger, Freude oder Frustration, alles ist verstärkt, weil du als Vater so eine tiefe Verbindung hast. Das macht einen natürlich auch sehr verletzlich. Das Wichtigste ist, dass man sich trotzdem öffnet und keine Mauer aus ostdeutschem Stacheldraht um sich errichtet. Das musste ich lernen.

Sie werden dieses Jahr 68. Woran merken Sie, dass Sie älter werden?

Gere: Mein Haar wird immer weißer…

…was Ihren Status bei Frauen nicht schmälert. Sie sind ja schon seit einem halben Jahrhundert ein Sexsymbol.

Gere: Dieser Status hat mich nie interessiert. Ich war immer schlau genug zu wissen, dass er nicht wirklich etwas damit zu tun hat, wer ich bin. Die Leute schreiben einem unheimlich viele Eigenschaften zu, die auf mich nicht wirklich zutreffen. Man muss immer realistisch bleiben.

Woher stammt Ihr Hang zur Bescheidenheit?

Gere: Mein Vater wird nächste Woche 95. Er ist auf einer Farm als Melker aufgewachsen. Wenn du um so einen Mann herum groß wirst, bleibst du automatisch mit beiden Beinen auf der Erde. Mein Vater war nie jemand, den ein Filmstar hätte beeindrucken können. Was für ihn zählt ist, dass man seinen Mann steht und Menschlichkeit zeigt.

Was ist der größte Luxus, den Sie sich je erlaubt haben?

Gere: Am ehesten meine Gitarrensammlung. Ich hatte mal um die 150 Sammlerstücke. Doch dann habe ich realisiert, dass ich viel zu viel Zeit mit meinen Gitarren verbringe. Deshalb habe ich auch 100 Stück davon verkauft und das Geld für gemeinnützige Zwecke gespendet. Ich wollte damit auch ehrlicherweise meinem Vater imponieren. Und meinem großen Lehrer, dem Dalai Lama.

Sie sind bekennender Buddhist. Meditieren Sie eigentlich täglich?

Gere: Ja. Es ist wichtig, wenn man sich und seine Umwelt verbessern will. Das geht nur in minimalen Schritten und man muss täglich in sich gehen, um seine Transformation weiter verfolgen zu können. Ich brauche diese innere tiefe Verbindung, um glücklich zu sein.

Apropos glücklich, Ihre neue Freundin Alejandra Silva ist sehr viel jünger als Sie…

Gere: (schaut unschuldig) Ist Sie das?

Sie ist 32 oder nicht?

Gere: (grinst): Sie ist viel älter als das… Sie ist 35! (lacht).

„Mein Leben ist besser verlaufen, als ich es mir je erträumt hätte“

Was sind die Vorteile, eine Frau an seiner Seite zu haben, die nur etwa halb so alt ist wie man selbst?

Gere: Wenn man sich in einen anderen Menschen verliebt, schaut man nicht aufs Alter. Ich liebe es, wenn Frauen offen für Neues sind, Energie und einen erfrischenden Ausblick aufs Leben haben. Das ist unabhängig davon, wann man geboren wurde. Alejandra ist eine sehr liebenswerte Frau, die mit anderen nicht im Wettbewerb stehen will. Sie legt großen Wert darauf, sich ständig selbst zu verbessern und hat auch keine Angst davor, sich selbst zu durchleuchten.

Wenn Sie zurückschauen auf Ihr Leben, gibt es etwas, was Sie aus heutiger Sicht ganz anders machen würden?

Gere: Mein Leben ist besser verlaufen, als ich es mir je erträumt hab. Selbst die Fehler, die ich begangen habe, haben mich immer weiter gebracht.

Sie bereuen also nichts im Leben?

Gere: Natürlich bereue ich es, dass ich Leuten in der Vergangenheit weh getan habe. Ich habe Dinge getan oder gesagt, die verletzend waren. Immer wenn solche Momente in meiner Erinnerung hochkommen, selbst wenn es schon 60 Jahre zurück liegt, dann sage ich in meinem Kopf zum Leidtragenden „Sorry“.

Wenn Sie sich selbst beschreiben müssten, welches Wort passt am Ehesten zu ihnen?

Gere: Shunya. Das ist Sanskrit und bedeutet „leer“.

Ist das gut?

Gere: Ja. Sehr gut. Weil es bedeutet, dass man mit seinem Wesen unvoreingenommen ist. Denn nur so kann man alles sein, was man will.

US-Korrespondent Sindermann führte eines der letzten Interviews mit Carrie Fisher, bevor diese vergangenen Dezember starb.

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