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Rihanna zählt laut „People“-Magazin zu den zehn bestgekleideten Stars 2008.

Rihanna über ihr neues Album „Rated R“

Kaum eine junge Sängerin ist derzeit so erfolgreich wie Rihanna alias Robyn Rihanna Fenty (21). Der R&B-Star landete 2007 mit „Umbrella“ einen Nummer-Eins-Hit.

Auf ihrem neuen Album „Rated R“ (Universal), das seit Freitag im Handel ist, zeigt sich die Amerikanerin mit karibischen Wurzeln düster und progressiv. Wir sprachen mit der Stilikone, die laut „People“-Magazin zu den zehn bestgekleideten Stars 2008 zählt. Fragen zu ihrem prügelnden Ex-Freund Chris Brown waren jedoch tabu.

„Rated R” präsentiert eine dunklere Rihanna. Wollen Sie zeigen, wie wandlungsfähig Sie sind?

Ich mag meine letzte Platte, aber ich habe das Gefühl, dass alles, was man im Radio hört, gleich klingt. Die Vision war, mit innovativen Beats zu arbeiten. Sie entführen dich in eine andere Welt. Dabei ist etwas Dunkles entstanden, aber jede Note ist ehrlich.

Kanye West, Jay-Z, Slash, Ne-Yo, Justin Timberlake, will.i.am, Soulja Boy und Pharrell Williams halfen Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Visionen. Wie entscheiden Sie, mit wem Sie arbeiten?

Natürlich gibt es Kniffe, um einen Hype zu erzeugen. Diese Kollaborationen haben aber nichts mit Marketing zu tun. Als einziger Rapper ist übrigens Young Jeezy mit dabei. Seine kratzige Stimme passt perfekt zum Sound und zur Messsage des Albums.

Auf dem Cover der Single „Russian Roulette sind Sie mit Stacheldraht bekleidet – fast sadomasochistisch. In welcher Stimmung waren Sie damals?

Jeden Tag anders, von schlecht gelaunt bis überglücklich. Das Album zeigt, wie sich meine Einstellung zu bestimmten Dingen verändert hat. Der Sound ist einheitlich, aber die Inhalte wechseln von Song zu Song.

In den USA löste „Russian Roulette“ eine Kontroverse aus: Der Song verleite angeblich zum Suizid.

Wer sowas sagt, ist unreif und ignorant. Im Song geht es definitiv nicht um Selbstmord. Es handelt sich um Poesie. Man darf nicht alles wörtlich nehmen. Sorry, aber wer Poesie nicht deuten kann, dem kann ich auch nicht helfen.

Was hat sich Autor Ne-Yo bei dem Song gedacht?

Das Lied handelt von einer Liebe auf Messers Schneide. Dieses Spiel ist unheimlich und gefährlich. Je tiefer du in die Liebe hineinfällst, desto größer wird deine Angst, verletzt zu werden. Ne-Yo und ich haben sechs Monate gearbeitet. Es ist ihm gelungen, meine persönliche Geschichte eindringlich zu erzählen.

Die neuen Songs sind anspruchsvoller. Ist der Teenie-Schwarm Rihanna erwachsen geworden?

Die neuen Texte sind sehr klug. Vielen Dank an meine Co-Autoren. Metaphern erzeugen Bilder im Kopf. Wer in die Poesie eintaucht, dem erschließen sich starke Wort- und Bilderwelten. Diese neue Tiefe hat viel zu tun mit meiner persönlichen Entwicklung. Mit dem Album bin ich aber nicht nur menschlich, sondern auch künstlerisch gewachsen. Ich habe jetzt viel weniger Angst als früher.

Ihr Album heißt „Rated R“. In den USA dürfen Filme mit dieser Einstufung von Jugendlichen unter 17 nur in Begleitung eines Erwachsenen besucht werden. Dürfen Kids Ihre Platte nur unter Obhut hören?

Nein. Ich habe das Album „Rated R“ genannt, weil es meine eigene Geschichte erzählt – wie ein Film. Das „R“ bezieht sich auf Rihanna. So einfach ist das.

Bei „Rockstar 101“ lässt Slash die Gitarre dröhnen. Guns N’Roses und Rihanna – sind das nicht verschiedene Welten?

Das Stück haben wir am letzten Studiotag aufgenommen. Wir riefen ihn spontan an – und er hatte tatsächlich Zeit. Slash ist ein unglaublicher Profi. Er kam, sah und spielte. „Rockstar 101” ist Hip-Hop mit Slash-Gitarre.

„Te Amo“ heißt „Ich liebe dich“. Haben Sie das Lied jemandem gewidmet?

Nein. Es geht hier darum, dass Liebe zwischen Frauen sehr prickelnd sein kann. Der Song beschreibt eine fiktive Party-Situation. Ein Mädchen flirtet mit mir und sagt die ganze Zeit „Te Amo“. Ich verstehe sie nicht. Aber ich kann spüren, was sie will. Das Ganze ist eine Fantasie.

Wollen Sie eine Diskussion über lesbische Liebe entfachen?

Ich habe es nie darauf angelegt. Aber inzwischen löst offenbar alles, was ich tue, eine Diskussion aus. Das ist verrückt. Homosexualität ist auch in Amerika kein Geheimnis mehr, sondern gehört fast schon zur Normalität. Und das ist auch gut so.

Interview: Olaf Neumann

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