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So war das Konzert

Robbies Pimmel-Spruch in München: Zum Video

München - Robbie Williams hat am Mittwochabend bei seinem Konzert im Münchner Olympiastadion mit einem Pimmel-Spruch die Lacher auf seiner Seite gehabt. Hier geht's zur Kritik und zum Video des Spruchs.

Er hat es allen noch mal gezeigt. Viele Medien hatten vorab gemunkelt, sein Stern sei am Sinken. Doch wenn Robbie Williams sich bei seinem Auftritt im Münchner Olympiastadion spektakulär vom Bühnendach zum Bühnenrand abseilt, dann hat das nichts mit Sinkflug zu tun. Es beweist vielmehr, dass er auch die Kunst der Herablassung beherrscht, wie es sich für einen Pop-König geziemt. Sein Konzert ist ein einziger Höhenflug, der die Fans in einen wahren Robbie-Rausch versetzt.

Das Versprechen, das er zu Beginn mit seinem Knaller „Let Me Entertain You“ gibt, löst er im Lauf des Abends bravourös ein. Denn er hat es noch immer: das Gen des geborenen Entertainers, der jedes Publikum im Nu zum Ausflippen bringt. An diesem schwülen Sommerabend gelingt ihm das mit mehr als 60000 Zuschauern – und dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass er dasselbe auch bei einer Versammlung tibetischer Mönche oder in einem Club lesbischer Motorrad-Freaks schaffen würde.

Forsch holt sich der Pop-Monarch, der mit der CD „Take the Crown“ erneut den Chart-Thron erobert hat, auch die Showbiz-Krone zurück. Er schwingt den Mikrofonständer wie ein Zepter, dirigiert damit seine Untertanen und herrscht sie an: „Ich bin Robbie fucking Williams, ihr seid fucking München, und für die nächsten zwei Stunden gehören eure Hintern mir!“ Kein Wunder, dass ihm die Fans tatsächlich gehorchen, denn er gibt alles: den Clown und den Conférencier, den Possenreißer und das Partymonster. Robbies Revue ist eine wilde Mischung aus Pop, Pyrotechnik und Peniswitzen.

Seine Majestät ist sich nämlich nicht zu schade für schlüpfrige Scherze: „Ich habe einen großen Pimmel“, verkündet er grinsend auf Deutsch.

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Zu den Klängen des Take-That-Songs „Everything Changes“ holt er zwei Mailänder Mädels auf die Bühne und sagt verschmitzt, bevor mit ihnen unter einer riesige Bettdecke verschwindet: „Mein letzter flotter Dreier ist schon eine Weile her, aber da komme ich sicher schnell wieder rein!“

Robbie Williams in München: Bilder vom Konzert

Robbie Williams in München: Bilder vom Konzert

Böse sein kann man dem Charmebolzen nicht, denn bereits im nächsten Moment setzt er wieder seinen unschuldigen Lausbubenblick auf. Zudem serviert er seine Selbstverliebtheit stets mit einer Portion Selbstironie. Das fängt schon bei der bizarren Bühne an: Sie wird überragt von einem gigantischen Robbie-Konterfei, das so aussieht, als hätte man es aus Mount Rushmore herausgebrochen; ständig tauchen neue, riesige, fahrbare Robbie-Büsten auf, die wahlweise Luftballons, Wasserfontänen oder Feuersäulen speien; in der Mitte steht eine Kanzel in Form einer imposanten Krone, von der herab Robbie Teile seiner Pop-Messe zelebriert wie ein Hohepriester des Entertainments. Das kann er doch unmöglich alles ernst meinen. Oder?

Jedenfalls bietet der stimmlich und körperlich fitte 39-Jährige seinen Fans neben einem Hit-Feuerwerk auch bombastischen Budenzauber. Weitaus verblüffender ist indes, dass es ihm in einem Akustik-Set mit „Millennium“, „Better Man“ und „Sexed Up“ gelingt, intime Club-Atmosphäre ins Stadion zu zaubern. Seine exquisite elfköpfige Band beherrscht smarten Swing (in der Cab-Calloway-Hommage „Minnie the Moocher“) ebenso wie Mariachi-Klänge („Me and My Monkey“) oder Rotzlöffel-Rock („Rock DJ“). Als sich Robbie schließlich im Zugaben-Block mit den drei Power-Balladen „Feel“, „Sheʼs the One“ und „Angels“ auf seine Kernkompetenz besinnt, erreicht der Jubel Orkanstärke: Das ist Größenwahn mit Gänsehaut-Garantie – die perfekte Balance aus Coolness und Kitsch, gekrönt von einem Feuerwerk und einem megastarken A-cappella-Abgang. Ein grandioser Abend.

Robbie Williams: Karriere- Absturz- Comeback- Papa

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Marco Schmidt

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