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Mehr als 30 Jahre lang hielt sich Samantha Geimer nach den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Star-Regisseur Roman Polanski weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Jetzt bringt sie ihre Memoiren heraus.

Samantha Geimer

Polanskis Missbrauchsopfer veröffentlicht Buch

Los Angeles - Mehr als drei Jahrzehnte nachdem sie durch den Filmemacher Roman Polanski sexuell missbraucht wurde, hat die damals 13-jährige Samantha Geimer ihre Memoiren veröffentlicht.

Das Buch, das sie gemeinsam mit ihrem Anwalt schrieb, trägt den Titel "The Girl: A Life Lived in the Shadow of Roman Polanski" (Das Mädchen - Ein Leben im Schatten von Roman Polanski). Darin beschuldigt Geimer den Star-Regisseur erneut, sie vergewaltigt zu haben.

Die heute 50-Jährige schildert ausführlich jenen Abend am 10. März 1977, an dem sie im Haus des Schauspielers Jack Nicholson in Hollywood Polanski für Fotos posiert hatte. Er habe ihr Champagner zu trinken gegeben, ihr ein Beruhigungsmittel verabreicht und sich schließlich an ihr vergangen. Sie habe sich auch deshalb nicht gewehrt, weil sie durch Polanskis Berühmtheit und den großen Altersunterschied eingeschüchtert gewesen sei. "Warum kämpfen?", schreibt Geimer. "Ich hätte so ziemlich alles getan, damit das vorbei geht."

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Geimer schreibt weiter, sie sei verängstigt gewesen und habe geweint, als Polanski sie nach dem Vorfall nach Hause gefahren habe. Er habe gefragt, wie es ihr gehe, und ihr gesagt, sie solle ihrer Mutter nichts erzählen. In ihr Tagebuch schrieb Geimer nach eigener Schilderung: "Roman Polanski hat Bilder von mir gemacht, und er hat mich vergewaltigt."

Geimer berichtete schließlich aber doch von dem Abend, und Polanski wurde festgenommen. Seitdem habe sie unter dem massiven Druck von Polizei und Medien gestanden, heißt es in der Autobiografie. "Irgendwie war das, was passiert war - so schlimm es war - nicht so schlimm, wie das, was noch kam." In der kalifornischen Justiz habe es "korrupte Akteure" gegeben, "deren Gier nach Öffentlichkeit ihr Bemühen um Gerechtigkeit übertraf".

Ihre Familie habe keine Strafe für Polanski gefordert, sondern sich nur gewünscht, "dass die Justizmaschinerie gestoppt wird", sagte Geimer. Sie selbst habe dem Regisseur mittlerweile verziehen - nicht um seinetwillen, sondern um ihrer selbst willen, um nicht als schwaches Opfer da zu stehen.

Der heute 80-jährige polnisch-französische Regisseur hatte sich nach seiner Festnahme wegen Sex mit einer Minderjährigen schuldig bekannt. Nach 42 Tagen im Gefängnis nutzte er seine vorläufige Freilassung kurz vor dem Urteilsspruch zur Flucht aus den USA, die er seitdem nie wieder betrat. 2009 holte ihn seine Vergangenheit ein, als er in der Schweiz auf Grundlage eines US-Haftbefehls festgenommen wurde. Nach zwei Monaten wurde er unter Hausarrest gestellt, neuneinhalb Monate später wurde der Hausarrest aufgehoben.

AFP

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