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Eine hübsche und sinnliche Frau. Romy Schneider konnte sich gut verstellen. Sie zerbrach am Ende an dem tragischen Tod ihres Sohnes.

Romy Schneider: Ihr Leben als Film

Hamburg - Romy Schneider, ein Leben lang gemessen an die Rolle, die sie als Teenager verkörperte. Sie selber wehrte sich gegen das niedliche Sissi-Image und rebellierte dagegen.

In Frankreich vergötterte man sie als “La Schneider“, doch für die Deutschen blieb sie lange nur die “Sissi“. Romy Schneider, der österreichisch-deutsche Weltstar nach dem Zweiten Weltkrieg, und ihre Heimat hatten Zeit ihres Lebens ein schwieriges Verhältnis zueinander. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass ihr Leben erst jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert nach ihrem Tod, erstmals verfilmt worden ist. Am 11. November zeigt die ARD die aufwendig produzierte filmische Biografie “Romy“ mit Jessica Schwarz in der Titelrolle. Der Film soll dem Senderverbund zufolge eine Annäherung an den Menschen hinter dem Mythos Romy Schneider sein. Dieser Mythos speist sich aus der bewegten Lebensgeschichte einer außergewöhnlich schönen Frau, deren großes Talent, früher Ruhm und glamouröses Leben im Scheinwerferlicht immer wieder von privaten Tragödien überschattet wurden.

Beziehungspech

Da waren das Scheitern der Beziehung mit ihrer großen Liebe Alain Delon, das sie zu einem Selbstmordversuch trieb, der Selbstmord ihres Ex-Mannes Harry Meyen und der tragische wie grauenvolle Unfalltod ihres gemeinsamen Sohnes David im Alter von 14 Jahren. Am Ende steht ihr eigener, früher Tod im Alter von nur 43 Jahren am 29. Mai 1982. “Aus der Fülle an Material hätte man ein Dutzend Filme über das Leben von Romy Schneider machen können“, sagte Jessica Schwarz der Nachrichtenagentur AP und fügte hinzu: “Meine Wohnung sah ein Jahr lang aus wie ein Museum, überall lagen Bücher, Filme und Bilder von ihr.“ Im Film kommt Schwarz der Schauspielerin in Aussehen, Mimik und Gestik sehr nahe, ohne jedoch Romy Schneider imitieren zu wollen. Dazu wären deren Gesicht und charakteristische Stimme den Zuschauern wohl noch immer zu präsent.

Zuckersüßes Image

Zwtl: Von “Sissi“ zum internationalen Star Als österreichische Kaiserin “Sissi“ spielte sich Romy Schneider Mitte der 50er Jahre in die Herzen von Millionen Kinozuschauern. Doch der gefeierte Jungstar wollte bald weg vom sauberen Prinzessinnen-Image und weigerte sich, noch einen vierten Sissi-Film zu drehen. Bei Dreharbeiten in Frankreich verliebte sie sich in den damals noch fast unbekannten Alain Delon, den Guillaume Delorme im ARD-Film spielt. Mit dem Umzug zu Delon nach Paris rebellierte sie nicht nur gegen ihre Mutter, sondern brach auch mit den herrschenden Moralvorstellungen.

Frankreich als Befreiung

In Paris erlebte Romy Schneider erstmals ein Gefühl von persönlicher Freiheit und Unbeschwertheit. Gleichzeitig kämpfte sie um die Anerkennung als ernsthafte Schauspielerin und spielte unter namhaften Regisseuren wie Luchino Visconti Theater. Während Paris der gebürtigen Wienerin schnell zu Füßen lag, galt sie in Deutschland fortan als Verräterin, die ihrer Heimat den Rücken gekehrt hatte, und wurde zum “Kassengift“. Für Jessica Schwarz war es nach eigener Aussage leicht, einen Zugang zu Romy Schneider zu finden. Vor allem schätze sie deren Spontaneität und Lust am Leben. “Das kenne ich auch, dass man sagt: Hey, ich lebe jetzt!“, betonte Schwarz. Zudem gebe es einige Parallelen im Leben der Schauspielerinnen: “Wir haben beide früh angefangen, in der Öffentlichkeit zu arbeiten und zunächst eher kommerzielle, als kreativ wertvolle Sachen gemacht.“ Von daher kenne sie das Gefühl, sich etwas beweisen zu wollen und auch den Druck, der mit großen Rollen einhergeht.

Nesselfieber bei den Dreharbeiten

Zwtl: Nesselfieber vor Aufregung am Set Am Set von “Romy“ führte dieser Druck wiederholt zu Nesselfieber bei der 32-Jährigen: “Die Maskenbildnerin hatte eine Menge Arbeit mit mir, vor allem bei der Bikini-Szene aus dem Film 'Swimmingpool'“, sagte Schwarz lachend. Solche Rollen seien dafür aber gut fürs Selbstbewusstsein. Romy Schneider dagegen haderte zeitlebens mit sich und bekämpfte ihre Ängste zunehmend mit Tabletten und Alkohol. Sie starb nach offiziellen Angaben an Herzversagen. “Jeder Künstler, der seinen Beruf liebt, ist in Gefahr, davon aufgefressen zu werden“, sagte Schwarz. Man müsse auf sich aufpassen und Grenzen ziehen. “Romy“ läuft am 11. November um 20.15 Uhr in der ARD. Im Anschluss um 22.00 Uhr zeigt das Erste zudem die Dokumentation “Romy Schneider - Eine Nahaufnahme.“

Ähnlich wie „Sissi“ wurde Romy Schneider an ihrer Rolle gemessen. Erst jetzt kommt die Wahrheit ans Licht:

Kaiserin Elisabeth: Bilder des Mythos Sissi

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