Royale Taufe im tiefen Schnee

- Kopenhagen - Ein weißes Wintermärchen mit einem ganz in weiß gekleideten und offenbar musikbegeisterten Prinzenbaby: Im völlig zugeschneiten Kopenhagen ist Dänemarks neuer Thronerbe am Samstag auf den Namen Christian getauft worden. Fast wie ein freundlicher Gruß von Frau Holle an den in ein weißes, 136 Jahre altes Taufkleid gekleideten Prinzen und die Eltern, Kronprinz Frederik (37) und Prinzessin Mary (33) waren auf Kopenhagen seit dem Vorabend unentwegt Schneeflocken gefallen.

Der am 15. Oktober auf die Welt gekommene Prinz ließ bei der Tauffeier nicht den geringsten Zweifel daran, dass ihm hier die Musik gefiel, sonst aber recht wenig. Prinz Christian schrie zu Beginn der Tauffeier mit 329 offiziellen Gästen in der Christiansborg Schlosskirche nach Leibeskräften. Er fand dann aber eindeutig Gefallen am ersten von der vornehmen Taufgemeinde gesungenen Psalm "Im Osten geht die Sonne auf" und entspannte sich auch danach immer bei der Musik.

In seinem Taufkleid aus Brüsseler Spitze hörte sich Prinz Christian die Predigt von Bischof Erik Norman Svendsen hellwach, wenngleich überwiegend schreiend an. Der Bischof sagte: "Lieben heißt auch, sich bekümmern". Die royalen Eltern würden nun wie alle anderen auch ihr Leben lang Sorge um ihr Kind mit sich tragen. Beim anschließenden Gesang, wie bei der gesamten musikalischen Umrahmung, entspannte sich das Baby und lachte seiner Mutter begeistert zu.

Dänemarks männliche Thronanwärter werden seit über 500 Jahren im Wechsel Christian oder Frederik genannt. Als weitere Vornamen für den neuen Prinzen Christian entschieden sich die Eltern für den aus der Wikingerzeit stammenden Königsnamen Valdemar sowie Henri und John nach Prinz Henrik (71), dem aus Frankreich stammenden Großvater und Ehemann von Königin Margrethe (65) sowie nach dem anderen Großvater, Prinzessin Marys Vater John Donaldson (64).

Wegen der wetterbedingten Einstellung des Flugverkehrs über weiten Teilen Skandinaviens mussten sich Norwegens Kronprinz Haakon (32) und dessen Schwester Prinzessin Märtha Louise (34) mit ihren Ehepartnern per Nachtzug von Oslo zur Taufe durchkämpfen. Als dann auch noch früh morgens der Fernzug im schwedischen Malmö stecken blieb, musste die royale Reisegesellschaft in aller Eile mit einem Kleinbus über die Öresund-Querung nach Kopenhagen gebracht werden.

Sowohl Haakon wie auch Ehefrau Mette-Marit (32) gehörten zu den acht Taufpaten für den Thronanwärter. Weitere Patentanten waren unter anderem Kronprinzessin Victoria (28) aus Schweden und Jane Stephens, die ältere Schwester der als australische Bürgerstochter Mary Donaldson ins dänische Königshaus eingeheirateten Prinzessin. Aus Deutschland waren zu der Taufe unter anderem Königin Margrethes jüngere Schwester Prinzessin Benedikte (62) angereist, die im nordrhein-westfälischen Berleburg lebt.

Kronprinz Frederik hat den 5,5 Millionen Dänen, von denen die große Mehrheit sich als überzeugte Royalisten bezeichnet, nach der Geburt seines ersten Sohnes weiteren Kindersegen auf Schloss Amalienborg angekündigt. Zeiten und Zahlen wollte er nicht nennen.

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