Trainer-Hammer: Tuchel bald Trainer in England?

Trainer-Hammer: Tuchel bald Trainer in England?
+
Die Queen war zum Zeitpunkt der Aufnahme noch ein Kind. Foto: Stephanie Pilick

Debatte um Queen-Video mit Hitlergruß

Die Archive des britischen Königshauses sind eigentlich streng behütet. Ein Video aus den 30ern, das die spätere Queen beim Hitlergruß zeigt, war aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Der Palast ist empört über den Zeitungscoup - und die Briten diskutieren.

London (dpa) - Der Buckingham-Palast erwägt rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung eines Videos, das Queen Elizabeth II. als Kind beim Hitlergruß zeigt.

Der Königliche Haushalt habe bereits eine Untersuchung dazu in die Wege geleitet, wie der 17 Sekunden lange Schwarz-Weiß-Film aus den 1930er Jahren in die Hände der "Sun" gekommen sei, berichtete die Nachrichtenagentur PA. Die britische Boulevardzeitung hatte das Dokument am Wochenenden online gestellt. Der Palast bestreitet nicht, dass es authentisch ist.

Die "Sunday Times" zitierte eine Palastquelle, derzufolge auch die Frage des Copyrights geprüft werde. Wenn der Vater der Queen, später König George VI., gefilmt habe, lägen die Rechte bei Elizabeth II. (89) als seiner Nachfahrin. Möglich sei aber auch, dass das Filmmaterial zum Nachlass ihres Onkels Edwards gehört habe. Den habe der Unternehmer Mohamed Al Fayed gekauft und später versteigern lassen. "Die zweite Frage ist, ob irgendeine kriminelle Aktivität im Spiel war", zitiert die "Sunday Times" den Palast-Insider.

Das Video zeigt die etwa sieben Jahre alte Elizabeth und ihre kleine Schwester Margaret gut gelaunt im Garten mit ihrer Mutter und ihrem Onkel, dem späteren König Edward VIII.. Sowohl Prinzessin Elizabeth als auch die beiden Erwachsenen strecken den rechten Arm zum Gruß.

Offiziell hatte der Palast mitgeteilt, es sei "enttäuschend", dass der offensichtlich private Film "beschafft und auf diese Weise ausgeschlachtet wurde". Die "Sun" betont, auf legitimem Wege an das Material gekommen zu sein. Das Video sei von "großem kulturellen, historischen und allgemeinen Interesse", sagte der leitende "Sun"-Redakteur Stig Abell dem Sender Sky News. Die Veröffentlichung ziele nicht darauf ab, der Queen oder dem Ruf ihrer Schwester (1930-2002) oder Mutter (1900-2002) zu schaden.

Großbritanniens Minister für Medien zeigte Verständnis für den Ärger der Royals. Er könne "in diesem bestimmten Fall" nachvollziehen, warum der Palast aufgebracht sei, sagte John Whittingdale der BBC. Es liege aber im Ermessen der Presse zu entscheiden, was veröffentlicht werden solle. "Sie haben entschieden, dass es da eindeutig ein öffentliches Interesse gab, und die britische Öffentlichkeit wird entscheiden, ob sie Recht hatten oder nicht."

Das Video soll 1933 oder 1934 auf dem königlichen Landsitz Balmoral in Schottland entstanden sein. Dass Edward, der 1936 für nur 325 Tage König war und dann abdankte, vom Faschismus fasziniert war, sehen viele Historiker längst als bewiesen an. Ein Foto aus dem Jahr 1937 zeigt ihn mit seiner Frau bei einem Besuch bei Adolf Hitler.

Königshaus-Biograf Hugo Vickers nahm Edward am Wochenende in Schutz: Er habe mit seinem Besuch bei dem deutschen Diktator zwar seine Familie und die Briten vor den Kopf gestoßen, aber die Absicht gehabt, einen weiteren Krieg zu verhindern. Die Mutter der Queen habe die Nazis gehasst und die Deutschen noch abgelehnt, als die Briten sich nach dem Krieg längst wieder mit ihnen versöhnt hätten, sagte Vickers der BBC.

"Das Material schadet der königlichen Familie natürlich", sagte dagegen Graham Smith von der antimonarchistischen Gruppe Republic. Die Royals hätten stets ein "Märchen-Image" gepflegt, das über einen fragwürdigen familiären Hintergrund hinwegtäusche. Ein Verdacht, die Queen habe selbst mit den Nazis sympathisiert, lasse sich aus dem Video aber nicht ableiten, da sie ein Kind gewesen sei.

Zahlreiche Kommentatoren riefen dazu auf, das Video im historischen Kontext zu sehen. In den frühen 30er Jahren habe niemand den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg kommen sehen, schrieb der Historiker und Journalist Tim Stanley im "Telegraph". Andere hoben hervor, dass es damals durchaus üblich gewesen sei, sich über Hitler und die Nazis lustig zu machen und erinnerten an den Film "Der große Diktator" von Komiker Charlie Chaplin. Historiker kritisierten aber auch, dass der Palast seine Archive aus den 30er Jahren verschlossen halte und kaum Forschung über diese Zeit zulasse.

"Sun"-Artikel mit historischem Video (Login erforderlich)

Artikel der "Sunday Times" (Login erforderlich)

Tim Stanley im "Telegraph"

Graham Smith von Republic zum Video

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lady Dianas Machtkampf mit der Queen
Königin Elizabeth II. dachte, dass Diana Spencer die perfekte Frau für ihren Sohn Charles sei. Doch sie sollte sich täuschen. Denn die Prinzessin machte eine …
Lady Dianas Machtkampf mit der Queen
Wer kann Puffärmel und Schulterpolster gut tragen?
Ärmel mit stark gebauschter Weite sind wieder in Mode - auch bekannt als Puffärmel. Das kann ein schöner Hingucker sein, vorausgesetzt man hat nicht zu breite Schultern …
Wer kann Puffärmel und Schulterpolster gut tragen?
68 Millionen Dollar: Er ist der bestbezahlte Schauspieler der Welt
Der einstige Rapper Mark Wahlberg führt nun die Liste der bestbezahlten Schauspieler der Welt an.
68 Millionen Dollar: Er ist der bestbezahlte Schauspieler der Welt
Streit im Hause Katzenberger eskaliert: Jetzt rechnet Jenny mit Daniela ab
Zwischen den beiden Halbschwestern Jenny Frankhauser (24) und Daniela Katzenberger (30) läuft es schon länger nicht sehr harmonisch. Jetzt reicht es Jenny.
Streit im Hause Katzenberger eskaliert: Jetzt rechnet Jenny mit Daniela ab

Kommentare