Schauspiel-Studium

Samuel Koch meistert wichtige Prüfung

Hannover - Sein schrecklicher Unfall in der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ machte ihn berühmt. Beim Abschluss-Vorspiel seines Schauspiel-Studiums beweist Samuel Koch, dass er auf die Bühne gehört.

Vor seinem Unfall hätte sich Samuel Koch einen Schauspieler im Rollstuhl auf der Bühne kaum vorstellen können. „Das widersprach meiner konservativ-ästhetischen Vorstellung“, sagt der Student, der seit seinem Sturz als „Wetten, dass..?“-Kandidat Ende 2010 vom Hals abwärts weitgehend gelähmt ist. Doch an diesem Donnerstag hat er einen wichtigen Schritt für den Abschluss im renommierten Schauspiel-Studiengang in Hannover gemacht.

Vor rund 100 Zuschauern, darunter Theaterchefs, Filmproduzenten, Familie und Freunde präsentiert der 26-Jährige ein bewegendes Programm: Er ist unter anderem der Todkranke, der aus der Klinik ausgebüxt ist, ein antiker Despot und ein ehemaliger Affe, der von seiner Menschwerdung berichtet - mal im Rollstuhl, mal liegend auf einer Art Seziertisch, mal im speziell angefertigten Bewegungsanzug.

Nach dem Monolog des Ex-Affen aus Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“ springen die Zuschauer aus ihren Sitzen und applaudieren minutenlang. Samuel Koch ist in einem Bewegungsanzug an seinen Studienkollegen Robert Lang festgebunden. Mit der Hilfe seines Freundes kann er Arme und Beine wieder bewegen.

Spürbar ist an diesem Abend der Zusammenhalt an der Schauspielschule, die aus 500 bis 600 Bewerbern jährlich nur 10 auswählt. „Früher wollten alle meinen Körper, auch beim Vorsprechen war mein Körper mein Kapital“, erzählt der ehemalige Leistungsturner nach der Vorstellung. Doch mittlerweile habe er das feine, filigrane Spiel für sich entdeckt.

Was seine Zukunft angeht, möchte sich Samuel Koch nicht festlegen. „Ich habe Spaß daran, Menschen zum Lachen oder zum Nachdenken zu bringen“, sagt er. Theater, Kabarett oder weiterhin Konzertlesungen sind für den 26-Jährigen vorstellbar. Auch für Filme gibt es Anfragen. Hat er nicht Angst, dann wegen seiner Lähmung immer auf die Opferrolle festgelegt zu werden? „Die Sorge ist da, aber das lasse ich nicht zu“, sagt Samuel Koch.

dpa

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