Der "Schäng" ist tot

- Köln - Hans "Jean" Löring, als Präsident von Fortuna Köln lange Jahre eine der schillernden Figuren des deutschen Fußballs, ist tot. Der "Schäng", wie er von seinen Freunden in kölscher Mundart nur genannt wurde, erlag im Alter von 70 Jahren einem Krebsleiden. Das bestätigte am Sonntag Lörings Lebensgefährtin. Bereits 1997 hatte Löring einen lebensbedrohenden Herzinfarkt erlitten.

Unter Löring, der den SC Fortuna Köln 1966 als Präsident in der Bezirksliga übernahm und bis in das Jahr 2000 führte, gehörte der Verein lange Jahre zum Inventar der 2. Liga. "De Schäng" machte aus seiner Leidenschaft für die Kölner Fortuna nie einen Hehl und steckte viel privates Geld in den Club. Kenner vermuteten, dass sich der früher als Multi-Unternehmer mit Schwerpunkt Immobilien erfolgreiche Löring seinen Spaß mindestens 30 bis 40 Millionen Mark kosten ließ. Er selbst bezeichnete sich als "Fußball-Bekloppten".<BR><BR>Mit dem Erreichen der Erstliga-Zugehörigkeit 1973/74 ging ein Traum Lörings in Erfüllung, doch der Verein stieg sofort wieder ab. Größter sportlicher Erfolg der Fortuna war 1983 das Erreichen des Endspiels im DFB-Pokal, das allerdings der "große" Lokalrivale 1. FC Köln 1:0 gewann.<BR><BR>Löring verpflichtete in seiner Amtszeit namhafte Trainer wie Hans Krankl, Bernd Schuster oder Harald "Toni" Schumacher. Den früheren Nationaltorhüter entließ der Clubchef auf spektakuläre Art und Weise: In der Halbzeitpause der Zweitliga-Partie am 15. Dezember 1999 gegen Waldhof Mannheim wurde Schumacher in der Halbzeitpause von ihm beurlaubt. Im Laufe seiner Präsidenten-Zeit wurde Löring bei Bedarf auch als Interimscoach der Profimannschaft aktiv.<BR><BR>Den Niedergang des Clubs erlebte Löring, der am Ende mittellos war, noch aus der Ferne mit: Im Februar wurde die Mannschaft vom Spielbetrieb der Oberliga Nordrhein zurückgezogen, nachdem der Club am 15. November 2004 bereits den dritten Antrag auf Insolvenz gestellt hatte. In der Saison 2005/2006 will die Fortuna in der fünft-klassigen Verbandsliga Mittelrhein starten. 

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