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Der deutsche Schauspieler Hans Korte ist im Alter von 87 Jahren verstorben.

Bekannt aus "Der große Bellheim"

Nachruf: Schauspieler Hans Korte (87) gestorben

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München - Viele kannten Hans Korte aus TV-Mehrteilern wie „Der große Bellheim“ oder „Der König von St. Pauli“. Doch seine Liebe galt dem Theater. Jetzt starb der Schauspieler im Alter von 87 Jahren.

Sein rundliches Gesicht strahlte Gemütlichkeit aus, doch wenn er zu sprechen begann, war es oft vorbei mit der Gemütlichkeit. Hans Korte konnte flüstern und schmeicheln, aber auch auf schier unnachahmliche Weise scharf und schneidend werden. Kein Wunder, dass der Schauspieler auf vielen Theaterbühnen zuhause war und darüber hinaus in zahlreichen Fernsehfilmen und Serien mitwirkte. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Wahl-Münchner bereits am 25. September im Alter von 87 Jahren.

Der gebürtige Bochumer besuchte nie eine Schauspielschule, vielmehr ließ er sich zum Dirigenten ausbilden und beherrschte mehrere Instrumente. Seine große Musikalität war wohl der Schlüssel zu seinem nuancenreichen Spiel, das viele Regisseure zu nutzen wussten. Der nicht mehr ganz junge Korte verkörperte ideal den Typus des Patriarchen oder des Militärs (zum Beispiel in „Jeder stirbt für sich allein“, 1976), seine Figuren vereinten Autorität, Charme und Stil, sie ließen Abgründe erahnen und blieben zugleich nicht ohne Wirkung auf Frauen.

Zu Beginn seiner Karriere feierte Korte am Theater Erfolge, von 1965 bis 1979 war er nacheinander an den Kammerspielen und am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert, die Münchner sahen ihn unter anderem als Mephisto in „Faust“ und als Dorfrichter Adam in „Der zerbrochne Krug“.

Im Fernsehen war der Schauspieler über viele Jahre hinweg in Krimis von „Derrick“ bis „Tatort“ der stets ein wenig schillernde, (groß-)bürgerliche Gegenspieler der jeweiligen Kommissare. Regisseur Dieter Wedel besetzte ihn für seine Mehrteiler „Der große Bellheim“ (1993) und – als Unterweltpate – in „Der König von St. Pauli“ (1998). In letzterer Produktion sprang er für den erkrankten Günter Strack ein. In Helmut Dietls Kultserie „Kir Royal“ (1986) spielte er einen Polizeipräsidenten, viel Kritikerlob gab es für seine Leistung als „Der Vater eines Mörders“ (1985) von Carlheinz Caspari nach der Erzählung von Alfred Andersch.

In den vergangenen Jahren adelte Korte unter anderem als mürrischer Alter die Serie „Samt und Seide“ (1999 – 2004), große Anerkennung genoss er auch als Sprecher von Hörbüchern, unter anderem „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink und „Das Parfum“ von Patrick Süskind. Korte war fünfmal verheiratet, zuletzt mit der Schauspielerin Barbara Rath. Einer seiner beiden Söhne, Thomas Korte, hat sich als Puppenspieler einen Namen gemacht.

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