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Der Schauspieler Heinrich Schmieder ist tot.

Heinrich Schmieder: Plötzlicher Tod beim Radrennen

Livigno - Der Münchner Theater- und Filmschauspieler Heinrich Schmieder ("Tatort", Soko Köln") ist tot. Er starb im Alter von 40 Jahren während des Mountainbike-Radrennens “Bike Transalp“, das in Füssen startet.

Als Boje spielte er sich in die Herzen der Fernsehzuschauer. Zwischen 1994 und 1997 verfolgten gut fünf Millionen Menschen pro Folge in der ARD-Vorabendserie „Gegen den Wind“, was die Surfer-Freunde um Hardy Krüger jr. und Ralf Bauer in Sankt Peter-Ording trieben. Zur Clique gehörte Boje, gespielt von Heinrich Schmieder – unverzichtbar wie das bunte Piratentuch, das er um den Kopf trug, und seine Sprüche. In der Nacht zum Mittwoch ist Schmieder im Alter von 40 Jahren während des Mountainbike-Rennens „Bike Transalp“ in Italien gestorben. Der Schaupieler hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Den Radsport hatte der Münchner schon seit geraumer Zeit für sich entdeckt. Wie seine Agentin berichtete, wurde er gestern Vormittag von einem Teampartner leblos in seinem Hotelbett im norditalienischen Livigno gefunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Über die genauere Todesursache wurde nichts bekannt.

Der begeisterte Sportler nannte vor dem Rennen, das am 17. Juli startete, dieses seine „größte Herausforderung. Ich bin großer Mountainbike-Fan und habe mir vorgenommen, da einmal mitzufahren. Diesen Traum verwirkliche ich mir dieses Jahr.“ Seit November habe er trainiert.

Schmieder, der 1970 als Sohn albanisch-banatdeutscher Einwanderer im baden-württembergischen Schwäbisch Hall geboren wurde und bereits als Gymnasiast auf der Theaterbühne seiner Schule stand, kam 1991 zum Schauspielstudium nach München. Nach dem Erfolg mit „Gegen den Wind“ ermittelte er von 1999 bis 2001 als „Tatort“-Kommissar an der Seite von Sabine Postel in Bremen.

Schmieder hat in seiner Karriere nie die ganz großen Rollen übernommen. Er wirkte jedoch in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen in wichtigen Nebenrollen mit – etwa in den Serien „Doppelter Einsatz“, „Soko Köln“, „Die Kommissarin“ oder „Der Fahnder“. In Oliver Hirschbiegels Kinofilm „Der Untergang“ spielte er 2003 einen SS-Mann; Roland Suso Richter besetzte ihn in der „Bubi-Scholz-Story“ als Freund des Boxers. Für seine Rolle als Kommissar in der Komödie „Männer häppchenweise“ wurde er 2003 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Schmieders Arbeit zeichnete sich durch große Zurückhaltung aus – eben dadurch gab er seinen Figuren oft eine erstaunliche Tiefe und Plastizität. Er war kein Schauspieler, der mit großen Gesten arbeitete. Was Heinrich Schmieder den Zuschauern über die Typen, die er spielte, erzählen wollte, packte er in seine Mimik und seine Augen. Viele Worte braucht er dazu nicht. Kein Wunder also, dass Schmieder als Boje in „Gegen den Wind“ einen Standardspruch hatte – „Yo!“. Es klang zupackend.

Michael Schleicher

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