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Schauspieler Karsten Speck steht vor Gericht.

Schauspieler Karsten Speck schweigt vor Gericht

Frankfurt/Oder - Schauspieler Karsten Speck muss sich seit Montag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs sowie Steuerhinterziehung verantworten. Er schweigt.

Sechs Jahre nach seiner ersten Verurteilung steht Schauspieler Karsten Speck (“Hallo Robbie“, “Ein Kessel Buntes“) erneut wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht. Außerdem wirft die Anklage dem 50-Jährigen in dem Verfahren vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) Steuerhinterziehung vor. Knapp eine Million Euro solle der Fernsehstar in der Zeit von 2002 bis März 2007 an Gläubigern und Fiskus vorbeigeschleust haben, fasste Oberstaatsanwalt Christian Schärf die Vorwürfe aus der Anklage zusammen. Speck war bereits 2004 vom Landgericht Dortmund wegen Betrugs zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Hintergrund waren fehlgeschlagene Immobiliengeschäfte, aus denen der Schauspieler sowie seine Frau und Managerin bei mehreren Gläubigern Schulden in Millionenhöhe hatten. Beide kamen dafür in Dortmund vor Gericht und wurden zu Haftstrafen verurteilt. Sie mussten jeweils nicht die komplette Strafe absitzen, sondern wurden vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

Im aktuellen Fall (Az.: Wi Kls 7/09) soll Speck nun einen Großteil seines Gehalts nicht wie vereinbart in einen Fonds für Geschädigte der Immobilienbetrügereien eingezahlt haben. Zudem soll er gegenüber dem Finanzamt falsche Angaben gemacht haben. Geholfen haben sollen ihm dabei seine Schwiegereltern, die wegen Beihilfe angeklagt wurden. Wäre es nach dem Willen der Staatsanwaltschaft gegangen, hätten sie neben Speck auf der Anklagebank gesessen. Das Landgericht hat ihr Verfahren jedoch abgetrennt. Das Paar soll unabhängig von Speck zur Verantwortung gezogen werden.

So begleitete ausschließlich sein Anwalt Götz Reuker aus Dortmund den Schauspieler zum Prozessauftakt. Beide zeigten sich wortkarg. Während Speck den Gerichtssaal nach dem ersten kurzen Prozesstag durch eine Hintertür verließ, stellte sich sein Verteidiger kurz den Kameras. “Wir gehen davon aus, dass die Anklage nicht in allen Punkten zutrifft“, sagte er. Die Verteidigung sieht in dem früheren Speck-Anwalt einen Schuldigen. Auch dieser ist von der Justiz verfolgt worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde dessen Verfahren aber gegen Zahlung einer Geldbuße von 5000 Euro eingestellt.

Speck will erst nach der Aussage seines früheren Anwaltes vor Gericht aussagen. Diese ist für den dritten Verhandlungstag (13. Dezember) geplant. Der frühere Anwalt sei der Kronzeuge der Anklage, sagte Staatsanwalt Schärf. Der Jurist habe das aktuelle Verfahren mit seiner Anzeige ins Rollen gebracht.

TV-Star Speck droht in seinem zweiten Verfahren eine empfindliche Strafe: “Kommt es zur Verurteilung, ist keine Bewährungsstrafe möglich“, sagte Schärf. Der Strafrahmen für jede der fünf angeklagten Taten liege bei einem bis zehn Jahren. Es muss eine Gesamtstrafe gebildet werden. In diese muss das Gericht dann auch die Verurteilung aus dem Jahr 2004 einbeziehen. Denn: Ein Teil der Taten aus dem aktuellen Verfahren stammt den Angaben zufolge aus Jahren vor der ersten Verurteilung. Weitere fallen laut Anklage in die Zeit, in der Speck als Freigänger seine frühere Haftstrafe wegen Betruges absaß. Dies könnte bei der Strafzumessung zu seinen Lasten gehen.

Der Prozess soll an diesem Dienstag (7. Dezember) mit einem kurzen Termin fortgesetzt werden. Insgesamt sind bislang elf Verhandlungstage bis zum 17. Januar 2011 geplant.

dpa

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