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Mathieu Carrière wird 60 Jahre alt.

Schauspieler Mathieu Carrière wird 60

Hamburg - Der Schauspieler und Provokateur Mathieu Carrière feiert seinen 60. Geburtstag. Bereits mit 13 Jahren entdeckt hatte Carrière in Deutschland und Frankreich gleichermaßen Erfolg.

Auftritte bei den Salzburger Festspielen und bei der RTL-Show “Let's Dance“, gelegentliches Schachspielen mit dem ehemaligen Innenminister Otto Schily: Der Schauspieler Mathieu Carrière hat alles mitgemacht. Aus Neugierde, wie er sagt, nehme er noch immer jede Rolle an, die in seinen Terminkalender passe. Am Montag feiert der häufig gesehene Talkshow-Gast mit den lockigen weißen Haaren seinen 60. Geburtstag. Der am 2. August 1950 in Hannover geborene Schauspieler gehört zu den wenigen, die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Karriere gemacht haben. Dabei wuchs er nicht zweisprachig auf. Französisch lernte er erst, als er mit 17 an ein Jesuiteninternat in Frankreich wechselte.

Entdeckt wurde Carrière bereits mit 13 Jahren an seiner Schule, wo er leidenschaftlich Theater spielte. 1965, mit 15, spielte er bereits seine erste Hauptrolle unter der Regie von Volker Schlöndorff in “Der junge Törless“. Nach dem Abitur zog er nach Paris und studierte neben seiner Filmarbeit Philosophie. Von da an war er meist in französischen Filmen zu sehen, spielte aber auch an großen Theatern wie dem Nationaltheater in Paris und bei den Salzburger Festspielen. Einer seiner populärsten Rollen im deutschen Film war die Hauptrolle in “Die flambierte Frau“ 1982. Es folgten Auftritte in den Kinofilmen “Luther“ und “Du bist nicht allein“. Neben der Schauspielerei ist Carrière zudem als Autor und Regisseur tätig.

Verrückt vor Langeweile

Carrière haderte oft mit der Schauspielerei. In einem Interview bezeichnete er den Alltag beim Film als langweilig. “Am Set sitzt du als Schauspieler oft nur rum, drehst dir die Haarlocken oder versuchst, nicht zu trinken“, sagte Carrière. “Das Schwierigste an der Schauspielerei ist, nicht verrückt zu werden vor Langeweile.“ Aufmerksamkeit erregte Carrière vor allem durch seinen Kampf um das Sorgerecht seiner zweiten Tochter Elena. Über Jahre stritt er mit seiner früheren Lebensgefährtin, einer Kostümbildnerin, die sich 1999 von ihm trennte. Der Rosenkrieg zwischen den beiden wurde so erbittert geführt, dass Carrière zehn Tage Ordnungshaft in Kauf nahm. Gegen den Willen seiner ehemaligen Lebensgefährtin hatte er zugelassen, dass Reporter Fotos von seiner Tochter machten und veröffentlichten.

Sein Einsatz für die “Rechte der Kinder“, wie er es nennt, ging soweit, dass er sich 2006 mit Dornenkrone und Lendenschurz bekleidet vor dem Bundesjustizministerium an ein Kreuz binden ließ. Damit wollte er gegen die Benachteiligung von Männern nach Trennungen protestieren und für den Verein “Väteraufbruch für Kinder“ werben. Die Aktion war medienwirksam, als Konsequenz folgte allerdings eine dreijährige Auftragsflaute in Deutschland, wie er später sagte. Inzwischen sei die Beziehung zu seiner Tochter und zur Mutter des Kindes gut, erklärt er. Heute lebt Carrière in Hamburg, Paris und Venedig. Seit drei Jahren ist er von seiner zweiten Frau Susana geschieden, dem ehemaligen Kindermädchen seiner jüngeren Tochter. Von der Schaffenskrise ist nichts mehr zu spüren. Derzeit arbeitet er an einem Roman mit dem Titel “Im Innern der Seifenblase“, eine Satire des Mediengeschäftes, spielt am Hamburger Schauspielhaus “Robert Guiskard“ von Kleist.

Zudem bereitet er eine Tournee vor, und im Herbst dreht er mit Bernd Fischerauer. In Frankreich ist er ein anerkannter Schauspieler und Träger der Ritterwürde der französischen Ehrenlegion, einer der höchsten Auszeichnungen des Landes. In Deutschland dagegen haftet ihm ein negatives Image an, allerdings nicht wegen seiner vielen Filmrollen als “attraktiver Bösewicht“, wie er sich selbst bezeichnet. Hierzulande provozierte der als eitel geltende Carrière häufig mit Äußerungen wie: “Dunkelhaarige Frauen sind besser im Bett als unsere Bleichgesichter“. Mit 60 Jahren sei er zwar nicht vorsichtiger, aber präziser in seinen Äußerungen, sagt er heute.

dapd

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