Schauspielerin Deborah Kerr gestorben

London - Für die britische BBC war Deborah Kerr die "englische Rose in Hollywood". Mit der Romanze "Der König und ich" eroberte sie 1956 an der Seite von Yul Brynner die Herzen der Kinozuschauer.

Ihr feuriger Kuss mit Burt Lancaster in der Meeresbrandung in "Verdammt in alle Ewigkeit" schrieb 1953 Filmgeschichte. Sechs Mal wurde sie für den Oscar nominiert und ging leer aus. 1994 wurde sie mit dem Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Wie ihr Agent am Donnerstag mitteilte, starb Kerr bereits am Dienstag mit 86 Jahren in Suffolk in Ostengland. Seit Jahren hatte sie an der Parkinson-Krankheit gelitten.

Kerr wirkte in mehr als 50 Filmen mit. "Die große Liebe meines Lebens", einer der größten Hollywood-Schmachtfetzen mit dem Traumpaar Deborah Kerr und Cary Grant, wird vielleicht am ehesten in Erinnerung bleiben. Darin sind die beiden auf dem Empire State Building verabredet, doch wird sie auf dem Weg zum Rendezvous von einem Auto angefahren. Ihr Blick, als sie erkennt, dass sie den Liebsten verpassen wird, sorgt bei jeder Fernsehwiederholung heute noch für Tränen.

Als Teenager war die gebürtige Schottin eher schüchtern, die Bühne sollte ihr Mittel werden, die eigene Unsicherheit zu überwinden. Während des Zweiten Weltkriegs spielte Deborah Kerr an Theatern in Oxford und Cambridge sowie in kleineren Filmproduktionen. Schließlich entdeckte sie Filmproduzent Gabriel Pascal, der ihr 1941 eine Rolle in George Bernard Shaws "Major Barbara" gab.

Schnell wurde sie zum Star des britischen Films, bevor sie 1947 zu Metro Goldwyn Mayer nach Hollywood ging und Erfolge feierte, etwa mit "Quo Vadis?". Zunächst war sie eher auf die Rolle der blütenreinen englischen Lady festgelegt, bis sie 1953 in "Verdammt in alle Ewigkeit" die verruchte Ehebrecherin gab - mit für damalige Verhältnisse gewagten Liebesszenen.

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Im Streifen "Der König und ich" erliegt der ruppige König von Siam - Yul Brynners größte Rolle - dem Charme der kleinen englischen Lehrerin Anna, die sich gegen die strikten Regeln des Palastes durchsetzt. Gern wurde sie auch als stolze Römerin besetzt, in Filmklassikern wie "Julius Cäsar" und "Quo Vadis?", oder als Ordensschwester in "Der Seemann und die Nonne".

Die Filmpartner wurden des Lobes nicht müde. Robert Mitchum, mit dem sie drei Mal vor der Kamera stand, behauptete, dass man ihre Szenen an getrennten Orten drehen und dann im Studio zusammenschneiden könne, ohne dass die Zuschauer dies bemerkten - so groß sei die Übereinstimmung.

"Sie hatte niemals einen schlechten Auftritt", schrieb der Autor Leonard Malton über Kerrs Karriere. Zugleich galt sie vielen als Inbegriff englischer Reserviertheit. Dazu passt, dass sie sich nach "The Arrangement" von Elia Kazan Ende der 60er Jahre zurückzieht, aus Abscheu vor Sex und Gewalt im Kino, wie ihre Biografen schreiben.

Bis Mitte der 80er Jahre war Kerr noch einige Male in Fernseh- und Theaterproduktionen zu sehen. Seither war es still um sie geworden. Die meiste Zeit verbrachte sie zusammen mit ihrem zweiten Ehemann, dem deutsch-amerikanischen Schriftsteller Peter Viertel, in Klosters in der Schweiz. Als sich ihre Krankheit verschlimmerte, suchte sie die Nähe ihrer Familie in der britischen Heimat.

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