Schmutzige Wäsche im High Court: McCartney-Scheidung vor Gericht

London - Mindestens vier Mal soll Paul McCartney in seiner kurzen Ehe mit dem Ex-Model Heather Mills die Hand ausgerutscht sein. Brutal, rachsüchtig, egoistisch und oft betrunken - so hat Mills ihn laut Zeitungsberichten im 13-seitigen Entwurf einer Klageschrift charakterisiert.

Eigentlich sollten die Anschuldigungen nie wirklich erhoben werden. Doch zu einer Einigung kam es nicht und nun darf Mills ihren Noch-Gatten vor Gericht hochnotpeinlich dazu befragen. Der Schauplatz, an dem die 40-Jährige schmutzige Wäsche waschen könnte, ist das Familiengericht am Londoner High Court. Die Verhandlungen finden vom kommenden Montag an zwar hinter verschlossenen Türen statt, doch darin sehen britische Zeitungen eher einen Ansporn, als ein echtes Hindernis.

Selbst wenn dabei nur ein kleiner Teil dessen zur Sprache kommt, was sie über die zweite Ehe des Ex-Beatle herausgefunden haben wollen, droht eine Schlammschlacht. Nach Angaben der "Daily Mail" verfügt Mills über Audio- und teils sogar Videoaufzeichnungen von "vielen Szenen vom Zusammenbruch der Ehe". Inwieweit sie vor Gericht eine Rolle spielen könnten, ist allerdings unklar. McCartneys Anwälte hatten Vorwürfe und düstere Andeutungen von Mills mehrfach zurückgewiesen.

Freunde der britischen Musik-Ikone stellten seine zweite Frau in Gesprächen mit Reportern als "notorische Lügnerin" dar, während Mills in Interviews tränenreich klagte, dass man sie "kaputt machen" wolle. Nur deshalb seien vor Monaten uralte Softporno-Fotos von ihr in Zeitungsredaktionen gelandet und veröffentlicht worden. Angeblich haben eingefleischte Beatles-Fans sie sogar mit Morddrohungen unter Druck gesetzt.

Nüchterne Geister sehen hinter den öffentlichen Gefühlsaufwallungen des Ex-Models eher eine nicht ganz ungeschickte Taktik im Ringen um den "Hauptpreis" des Verfahrens: "Jetzt nähert sich ein zweijähriger Kampf um Geld dem Höhepunkt", zitierte der "Daily Mirror" am Dienstag eine nicht näher bezeichnete Quelle. "Und es wird nicht nett zugehen." Mills will angeblich mindestens 70 Millionen Euro als Abfindung. Für McCartney wären das zwar "Peanuts" - angesichts eines Vermögens, das auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt wird. Doch er will - so ist aus seinem Bekanntenkreis zu hören - "seine Ehre verteidigen und das Gesicht wahren".

Die "Logik" dahinter: Je kleiner die Summe für Mills, desto weniger glaubt der Richter ihren Anschuldigungen. Vor allem aber geht es McCartney wohl darum, sich beim Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Beatrice (4) durchzusetzen. Dass Mills ihren Noch-Mann persönlich vor dem Gericht "grillen" kann, war von ihr zunächst wohl nicht beabsichtigt. Doch im vergangenen November gab der angeblich genervte Promi-Anwalt Anthony Julius, der bereits Prinzessin Diana bei der Scheidung von Prinz Charles vertreten hatte, sein Mandat zurück. Mills beschloss, sich vor Gericht selbst zu vertreten. Das könnte sich als Fehler erweisen, denn ihr Noch-Ehemann hat eine der prominentesten Verteidigerinnen des Königreichs an seiner Seite: Fiona Shackleton hat seinerzeit Prinz Charles im Streit mit Prinzessin Diana vertreten.

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