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Arnold Schwarzenegger lehnt eine besondere Behandlung von Roman Polanski ab.

Schwarzenegger gegen Vorzugsbehandlung für Polanski

Los Angeles - Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat sich gegen eine Vorzugsbehandlung für Roman Polanski ausgesprochen.

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In Los Angeles nahm auch Chefankläger Steve Cooley zum Fall des in Schweizer Auslieferungshaft sitzenden Regisseurs Stellung und wies Rachegelüste von sich. “Es kommt nicht darauf an, ob es sich um Roman Polanski oder um jemand anderen handelt“, sagte Schwarzenegger am Donnerstag dem US-Nachrichtensender CNN und fügte hinzu: “Ich denke, diese Dinge müssen behandelt werden wie bei jedem anderen.“

Der frühere Filmschauspieler sagte, er sei ein Bewunderer von Polanskis Werk. Dennoch dürfe man dem Regisseur keine Vorzugsbehandlung geben. Auf die Frage, ob er eine Begnadigung Polanskis erwägen würde, sagte Schwarzenegger, er erhalte viele solche Gesuche und würde einem solchen von Polanski keine besondere Beachtung schenken.

Starregisseur Roman Polanski.

In Los Angeles reagierte auch der oberste Staatsanwalt, Steve Cooley, auf die Kritik, die die Verhaftung Polanskis am vergangenen Samstag in Zürich vor allem in Frankreich und bei der Hollywood-Prominenz ausgelöst hat. Er verfolge niemanden aus Rachsucht, sagte der Chefankläger und sprach von einem Gerichtsverfahren, das abgeschlossen werden müsse. Ein Haftbefehl des Obergerichts sei vollstreckt worden, und nun folge das weitere Verfahren. “Wir machen unsere Arbeit“, sagte Cooley. Das Auslieferungsverfahren werde nach den Bestimmungen im bilateralen Auslieferungsvertrag zwischen den USA und der Schweiz durchgezogen.

“Polanski hat sich eines Verbrechens schuldig bekannt“

Der Chefankläger von Los Angeles reagierte auch auf Stimmen, die Polanskis Verfehlungen herunterspielten und von “angeblichen Verbrechen“ sprachen. “Herr Polanski hat sich eines Verbrechens schuldig bekannt“, sagte Cooley und erinnerte daran, dass noch fünf oder sechs viel ernstere Anklagepunkte anhängig seien. “Diese werden nicht beigelegt, bevor er endlich seine Strafe erhält“, sagte der Staatsanwalt. Er spielte auf den Umstand an, dass Polanski 1978 vor seiner Flucht aus den USA nur im Anklagepunkt des ungesetzlichen Geschlechtsverkehrs ein Schuldbekenntnis abgelegt hatte. Der Richter hatte zugesichert, im Gegenzug die schwereren Vorwürfe wie Vergewaltigung unter Abgabe von Drogen, Kindsmissbrauch und Sodomie fallen zu lassen.

Polanski hatte sich 1977 an einem 13-jährigen Mädchen vergangen und saß anschließend während 42 Tagen in Untersuchungshaft. Keine Angaben machte Cooley, wie die US-Staatsanwaltschaft über die Reisepläne Polanskis ans Filmfestival in Zürich informiert worden war. Seine Sprecherin Sandi Gibbons sagte, man habe vier Tage vor der Verhaftung von den Reiseplänen “erfahren“. Sie erinnerte zudem daran, dass der Fall innerhalb weniger Tage erledigt werden könnte, falls Polanski seinen Widerstand gegen die Auslieferung aufgeben und für die Bestrafung nach Los Angeles reisen würde.

ap

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