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Die Verhaftung von Roman Polanski sorgt für Kritik.

Schweizer kritisieren Polanski-Verhaftung

Bern - Die Verhaftung des Star-Regisseurs und Oscar- Preisträgers Roman Polanski in Zürich wird von Teilen der Schweizer Öffentlichkeit scharf kritisiert.

Polanski war am Samstag am Flughafen Zürich festgenommen worden, bevor er beim Filmfestival Zürich für sein Lebenswerk geehrt werden konnte. Die Verhaftung aufgrund eines drei Jahrzehnte alten US-Haftbefehls wegen Vergewaltigung verwundert die Kommentatoren auch deshalb, weil der Regisseur ein Ferienhaus im Wintersportort Gstaad im Berner Oberland besaß, das er regelmäßig besuchte.

Polizeifotos von Promis

Polizeifotos von US-Stars

Besonders die Grünen im Parlament sowie Künstlerkreise kritisieren das Vorgehen der Schweizer Behörden. Dagegen hatte die Schweizer Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf die Rechtsstaatlichkeit des Vorgehens unterstrichen. Sie verstehe auch nicht, dass Künstler, die sonst immer die Moral sehr hochhielten, in diesem Fall anders reagierten, sagte sie am Montag in den Medien.

In der Boulevardzeitung “Blick“ hieß es am Montag, die Schweiz habe Grund sich zu schämen. Das Lob der Amerikaner über die kooperativen Schweizer “tut richtig weh“, meinte der Kommentator. “Extrem kooperativ sind Leute, die deutlich mehr tun als sie müssten, weil sie was gutmachen wollen. Weil sie jemanden, den sie verärgert haben, milde stimmen wollen.“ Wer das bei der Polanski-Affäre bestreiten wolle, mache sich lächerlich, schreibt die Zeitung damit unter Hinweis darauf, dass die Schweiz mit den USA etwa im Streit um hinterzogene Steuern Konzessionen gemacht habe.

Unter der Überschrift “Gerechtigkeit für Polanski“ schreibt der “Tages-Anzeiger“ aus Zürich, es gebe gute Gründe, weshalb Polanski eher heute als morgen freikommen sollte. Heute mache sich sein Opfer, eine mittlerweile dreifache Mutter, für ihn stark. Polanski, so zeigten drei Jahrzehnte, sei für niemanden eine Gefahr. “Ein faires Verfahren gegen ihn ist jedoch nach so langer Zeit und mit Fehlern in der Untersuchung kaum mehr möglich“, schreibt die Zeitung.

Die “Basler Zeitung“ findet, es hätte sicherlich Wege gegeben, den in Frankreich lebenden Regisseur vor seiner Einreise, und sei es inoffiziell, zu warnen. Die Schweiz sei ein “merkwürdiges Land“, findet die Zeitung.

dpa

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