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Luc Bondy.

Mit 67 Jahren

Schweizer Theaterregisseur Luc Bondy gestorben

Paris - 45 Jahre lang prägte er die europäische Theaterwelt wie nur ganz wenige andere. Jetzt ist Regisseur Luc Bondy im Alter von 67 Jahren gestorben.

Das gab das von ihm seit 2012 geleitete Odéon-Theater in Paris am Samstag bekannt. Der gebürtige Schweizer Bondy hatte seit langer Zeit mit einer schweren Erkrankung zu kämpfen.

Bondy entstammte einer jüdischen Literatenfamilie. Geboren wurde er am 17. Juli 1948 in Zürich als Sohn des Literaturkritikers und Publizisten François Bondy. Sein Großvater Fritz Bondy schrieb unter dem Pseudonym N. O. Scarpi. Nach seiner Ausbildung in Paris an der Schauspielschule von Jacques Lecoq debütierte er am Théâtre Universitaire International in Paris.

Im Laufe seiner erfolgreichen, 45 Jahre umspannenden Karriere als Theatermacher war Bondy an zahlreichen großen Bühnen zuhause, unter anderem war er auch jahrelang als Intendant der Wiener Festwochen tätig (2002 bis 2013). Neben Theaterstücken inszenierte er 16 Opern - von Monteverdi über Mozart und Verdi bis Benjamin Britten.

1969 kam Bondy als Regieassistent ans Thalia-Theater in Hamburg. In Dutzenden Inszenierungen und zahlreichen Uraufführungen bearbeitete er bis Mitte der 70er Jahre an verschiedenen Häusern unter anderem Stücke von Ionesco, Bond, Ibsen, Botho Strauß, Beckett, Genet, Schnitzler, Büchner, Molière, Tschechow, Goethe und Shakespeare.

Bondys Theaterarbeit war stets eng mit Deutschland verbunden, immer wieder inszenierte er an großen deutschen Bühnen, darunter in München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln sowie am Berliner Ensemble und an der Schaubühne, deren künstlerischer Kodirektor er von 1985-1987 in der Nachfolge von Peter Stein wurde. Bis Mitte der 90er Jahre wirkte er dort als Regisseur. Seit 2012 leitet Bondy, der mit zahlreichen Preisen geehrt wurde, das Odéon-Theater in Paris.

Krankheiten begleiteten Bondy Zeit seines Lebens. Schon mit 25 Jahren wurde bei ihm eine erste Krebserkrankung festgestellt. Später gab es weitere Krebsdiagnosen. Dennoch ließ sich der Regisseur, der auf Spaziergängen stets ein Buch bei sich trug, von den Schicksalsschlägen nicht von seiner Arbeit abhalten. So leitete er 2009 vom Bett aus Proben in der Pariser Oper. Erst zuletzt war er zu schwach: Eine für Januar angesetzte Othello-Inszenierung musste verschoben werden.

Der Tod Bondys "betrifft das ganze Theater, die ganze Theatergeschichte", sagte Bondys Weggefährte Richard Peduzzi, der das Bühnenbild für dessen "Tartuffe" in Wien schuf. "Ich dachte immer Luc ist unsterblich, ich habe ihn immer mit Krankheitskummer erlebt." Der französische Staatspräsident François Hollande würdigte den Verstorbenen in einer Erklärung als jemanden, der "keiner Sache entsagte, ohne Unterlass arbeitend, leidend, jedoch unermüdlich am Werke". Bondy habe "durch seine persönliche Geschichte und seine außergewöhnliche Arbeit das Kultureuropa verkörpert".

afp

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