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Facebook-Star Kapitän Schwandt.

Für Obdachlose und gegen rechte Hetze

Schwer krank - Facebook-Star Kapitän Schwandt „geht von Bord“

Hamburg - Er setzte sich für Obdachlose ein, wetterte in sozialen Netzwerken gegen rechte Hetze und las wegen schlechten Arbeitsbedingungen Reedern die Leviten: Zehntausende folgten Ex-Kapitän Schwandt dafür auf Facebook. In Zukunft wird es aber stiller um ihn werden.

Der als Autor, Blogger gegen Rechts und Facebook-Star bundesweit bekanntgewordene Ex-Kapitän Jürgen Schwandt zieht sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurück. Das kündigte der 80-Jährige in einem eigenen Beitrag in der „Hamburger Morgenpost“ (Samstagausgabe) an. Schwandts Verlag hatte erst Ende September mitgeteilt, dass es dem 80-Jährigen nicht gut gehe. Der Kapitän selbst schrieb auf seiner Facebookseite, dass er sich einer Operation unterziehen müsse. „Das Alter ist ein Arschloch“, kommentierte Schwandt in seinem Blog seinen Gesundheitszustand.

„Ich bin krank und fühle mich müde, ich habe nicht mehr die Kraft, mich um die Themen zu kümmern, mit denen ich Sie zum Grinsen, zum Nachdenken oder ein paar Reeder und rechtsdrehende Trottel zum Ärgern bringen kann. Ein alter Kapitän weiß, wann es für ihn an der Zeit ist, von der Brücke zu gehen“, schrieb Schwandt in seiner Kolumne. 

"Mehr gesoffen als andere in mehreren Leben"

„80 Jahre waren mein Ziel, das habe ich erreicht.“ Es grenze an ein Wunder, dass es ihm bei seinem Lebenswandel überhaupt gelungen sei. „In den vergangenen 63 Jahren habe ich knapp eine Million Zigaretten geraucht und in meinen frühen Jahren mehr gesoffen als andere in mehreren Leben.“

„Die nächste Zeit werde ich nicht auf einer Brücke, sondern im Wartezimmer von Ärzten und bald im Krankenhaus verbringen“, schrieb der 80-Jährige. Er habe keine Angst vor dem Tod. „Meine Beerdigung ist geplant, der Grabplatz, der Ablauf der Trauerfeier, die Musik, die gespielt werden soll.“

Schwandt unterstrich in seinem Beitrag für die „Morgenpost“, dass es ihm wichtig gewesen sei, klar Position zu beziehen. „Als Leidtragender des Dritten Reiches hatte ich mir geschworen, aufzustehen gegen die neuen Rechten, gegen die AfD und NPD. Mir gefiel es, dass ich meine Popularität für Schwache und Außenseiter einsetzen konnte.“ Jetzt müsse er seine Kräfte sammeln für den letzten Abschnitt seines Lebens.

dpa

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