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Happy birthday, Sir Connery!

Kult-Spion im Unruhestand

Bond, Schotte, Weltstar: Sean Connery wird 85

London - Als James Bond verzauberte er die Frauen, Männer wollten sein wie er. Sean Connery hat sich längst vom Filmgeschäft zurückgezogen. Im Gespräch bleibt er trotzdem, auch mit 85 Jahren.

Sean Connery ist einer der größten Filmstars der Welt - und er ist nicht zu sprechen. „Sean ist im Ruhestand und hat gebeten, dass wir alle Medienanfragen ablehnen“, antwortet eine Sprecherin routiniert auf die Bitte um ein Interview. Seit Jahren hat sich der James-Bond-Star weitgehend zurückgezogen, auch zu seinem 85. Geburtstag am Dienstag (25. August) lässt er nichts von sich hören.

Er mischte sich nicht mal ein, als die Schotten vergangenen Herbst über ihre Unabhängigkeit abstimmten - eigentlich eine Herzensangelegenheit für den Patrioten aus Edinburgh, der in den frühen 90ern in Schottlands Nationalpartei SNP eintrat und dessen Autobiografie „Mein Schottland, mein Leben“ heißt.

Als Grund für das Schweigen nannte sein Bruder drohende Probleme mit der Steuer: Weil Connery die in Großbritannien nicht zahlt, darf er sich nur eine begrenzte Zahl von Tagen im Jahr dort aufhalten. Die Schotten spekulierten, der Schauspieler sei zu krank. Was sein Bruder wiederum bestritt: Sean habe einfach viel zu tun.

Fest steht, dass der Schotte in den vergangenen Monaten verschiedene Einladungen in die Heimat ausgeschlagen hat, wo ihn viele seiner Landsleute naserümpfend als Steuerflüchtling bezeichnen, weil er auf Barbados residiert. Er werde erst zurückkehren, wenn das Land unabhängig sei, soll er mal gesagt haben.

Vom Arbeiterkind zum Kult-Spion 

Thomas Sean Connery, der inzwischen ein Sir vor dem Namen trägt, kam 1930 in einem Arbeitervorort Edinburghs zur Welt. Als Kind lieferte er Milch aus, um zum Familieneinkommen beizutragen. Sein phänomenal gutes Aussehen brachte ihn über einen Umweg zur Schauspielerei: Connery machte den dritten Platz beim Wettbewerb „Mister Universum“, und weil er schon mal in London war, sprach er für einen Musicalchor vor. Nach kleinen Bühnenengagements spielte er Ende der 50er die ersten Filmrollen - und dann kam Bond.

Siebenmal rettete Connery im Auftrag ihrer Majestät England und die Welt vor mehr oder weniger durchgeknallten Schurken und verführte reihenweise „Bond-Girls“; erstmals in „James Bond jagt Dr. No“ 1962, ein letztes Mal in „Sag niemals nie“ 1983.

Mit schottischem Zungenschlag, charmantem Lächeln und einer gesunden Portion Ironie schuf Connery einen Bond, an dem sich von George Lazenby über Roger Moore bis Daniel Craig alle seine Nachfolger messen lassen mussten. Natürlich auch, was ihre Ausstrahlung angeht. Immerhin ernannte das „People“-Magazin ihn mit knapp 60 Jahren und Glatze noch zum „Sexiest Man Alive“.

„Er war brillant“, urteilt Bond-Darsteller Pierce Brosnan schlicht in einer Hommage der BBC zu Ehren des 85. Geburtstags. „Lieblings-Bond? Sean Connery, keine Frage“, sagt Star-Wars-Regisseur George Lucas. Bemerkenswerterweise hatte Bond-Erfinder Ian Fleming Connery zunächst als 007-Darsteller abgelehnt, seinen Helden dann aber extra für ihn zum Halb-Schotten umgeschrieben.

Connery ist mehr als nur Bond

Connery gelang es aber auch, sich von seinem Alter Ego Bond zu emanzipieren. Er bekam einen Oscar für „Die Unbestechlichen“ (1986), glänzte als Mönchsdetektiv in der Verfilmung von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und als Vater von Indiana Jones. Er spielte in insgesamt über 80 Filmen, die allerdings längst nicht alle die Kritiker vom Hocker rissen.

Auch privat kann man den Schotten mit den einmalig ausdrucksstarken Augenbrauen als erfolgreich bezeichnen: Seit vier Jahrzehnten ist er mit der Französin Micheline Roquebrune verheiratet. Einen Sohn namens Jason hat er auch, aus einer ersten Ehe. Statt Interviews zu geben und Filme zu drehen, spielte er in den vergangenen Jahren Golf auf den Bahamas.

Er hat diverse Operationen und mindestens eine Krebsbehandlung überstanden. Wie es ihm geht, weiß niemand so genau - er sagt es schließlich keinem. In aller Munde sein wird Connery demnächst trotzdem wieder. Denn dann kommt mit „Spectre“ ein neuer Bond in die Kinos. Daniel Craig trägt darin einen weißen Smoking. Wie schon Sean Connery, das Maß aller Bond-Dinge.

dpa

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