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Sean Penn interviewte den mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán.

Hollywood-Star muss sich erklären

Penn vor Interview mit Drogenboss beschattet

Mexiko-Stadt - Weil Sean Penn und Kate de Castillo den mexikanischen Drogenboss interviewt haben, müssen sie sich nun den Behörden stellen. Die Verantwortlichkeiten müssten geklärt werden.

Mexikanische Ermittler haben die Schauspieler Sean Penn und Kate de Castillo vor deren Interview mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán einem Medienbericht zufolge beschattet. Die Zeitung „El Universal“ veröffentlichte am Montag acht Überwachungsbilder, auf denen die beiden unter anderem auf den Flughafen von Guadalajara und vor einem Hotel in Tepic zu sehen sind. Um das Interview einzufädeln, sei De Castillo auch im September schon einmal in Mexiko gewesen, hieß es unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Die mexikanischen Behörden äußerten sich zunächst nicht zu den Bildern. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Fotos stammten nicht aus den Ermittlungsunterlagen seiner Behörde. Penn und De Castillo hatten „El Chapo“ Anfang Oktober in seinem Versteck interviewt.

Das Gespräch wurde am Samstag nach der Festnahme des Chefs des Sinaloa-Kartells in der Zeitschrift Rolling Stone veröffentlicht. Das Treffen der US-Schauspieler mit „El Chapo“ soll den mexikanischen Sicherheitskräften bei der Ortung des flüchtigen Drogenbosses geholfen haben.

Die mexikanischen Behörden wollen Penn und del Castillo derweil zu ihrem geheimgehaltenen Treffen mit Guzmán im vergangenen Oktober befragen. "Die Verantwortlichkeiten" für das mehrstündige Gespräch zwischen Penn und Guzmán müssten geklärt werden, sagte eine Vertreter der mexikanischen Regierung.

Der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Denis McDonough, sagte, das von Penn geführte "sogenannte Interview" werfe einige "interessante Fragen" an den Schauspieler und andere Beteiligte auf. Ein Sprecher des Weißen Hauses nannte es "unerträglich", wie Guzmán mit seinen Verbrechen geprahlt habe. Der bekannte US-Medienanwalt Floyd Abrams sagte der Nachrichtenagentur AFP, er halte es für ausgeschlossen, dass Penn strafrechtlich verfolgt werde.

Guzmán hatte Penn nach monatelangen Geheimverhandlungen am 2. Oktober zu einem Gespräch im Dschungel empfangen. Dabei erzählte "El Chapo" laut einem am Wochenende veröffentlichten Bericht im US-Magazin "Rolling Stone", dass er über eine "Flotte aus U-Booten, Flugzeugen, Lastwagen und Schiffen" verfüge und mehr Drogen liefere "als irgend jemand sonst in der Welt".

Die Auslieferung des in Mexiko festgenommenen Drogenbosses an die USA kann sich derwiel Jahre hinziehen. "Das Verfahren dürfte mindestens ein Jahr dauern", sagte der Beauftragte der Staatsanwaltschaft in Mexiko, José Manuel Merino, am Montag dem Sender Radio Formula. Je nach dem Vorgehen von Guzmáns Anwälten könne sich das Verfahren bis zu sechs Jahre hinschleppen.

Die mexikanische Regierung leitete zwei Tage nach der Festnahme "El Chapos" das Verfahren für seine Ausweisung in die USA ein. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft besuchten Interpol-Beamte das Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano, 90 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken. Damit wurde das Auslieferungsverfahren offiziell eröffnet.

Als nächstes muss ein Richter über die Auslieferung befinden. Die Entscheidung wird dann an das Außenministerium weitergeleitet, das der Auslieferung zustimmen muss. Guzmán habe aber die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung des Ministeriums einzulegen, erklärte das Büro der Generalstaatsanwältin Arely Gómez.

Guzmáns Anwalt Juan Pablo Badillo kündigte an, dass er notfalls bis vor den Obersten Gerichtshof ziehen werde, um sich gegen die Auslieferung seines Mandanten zur Wehr zu setzen. Er begründete dies damit, dass dem Chef des Sinaloa-Rauschgiftkartells in den USA die Todesstrafe drohe.

Sondereinheiten hatten "El Chapo" am Freitag in einem Haus nahe der Stadt Los Mochis im Nordwesten Mexikos aufgespürt und festgenommen. Am Samstag wurde er in das Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano zurückgebracht, aus dem er im Juli durch einen anderthalb Kilometer langen Tunnel entflohen war.

Bislang weigerten sich die mexikanischen Behörden, "El Chapo" an die USA auszuliefern, wo er wegen Drogendelikten und Mordes angeklagt werden soll. Nach seinem spektakulären Gefängnisausbruch im Juli setzte jedoch ein Sinneswandel ein. Inzwischen machten die Jutizbehörden den Weg für eine Auslieferung frei.

dpa/AFP

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