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Tim Bendzko

Persönlichkeitsrechte verletzt

Sensationslüsterne „Bild“: Berichterstattung über Tim Bendzkos Liebesbeziehung nicht zulässig 

Sänger Tim Bendzko hatte geklagt, nachdem die „Bild“-Zeitung 2014 von seiner Liebesbeziehung zu einem Dessousmodel berichtete. Der Bundesgerichtshof hat jetzt ein Urteil gesprochen.

Der Sänger Tim Bendzko hat es nicht hinnehmen müssen, dass die "Bild"-Zeitung 2014 über seine Liebesbeziehung berichtete. Der Bericht sei kein Beitrag zur Meinungsbildung, sondern befriedige nur die öffentliche Neugier, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. (Az: VI ZR 262/16) "Bild" hatte im August 2014 in der gedruckten Ausgabe und auch online über die Beziehung Bendzkos zu einem Dessousmodel berichtet, dessen Name voll genannt wurde. Nach einer Aufzählung einiger Aufträge des Models endete der kurze Artikel mit dem Satz: "An ihre Wäsche darf jetzt aber nur noch der Bendzko." Dagegen klagte der Sänger ("Nur noch kurz die Welt retten"). Zudem verbreiteten seine Anwälte über ein Pressportal eine Warnung, die Erstberichterstattung von "Bild" in anderen Medien zu übernehmen. Der BGH bestätigte nun, dass "Bild" die Persönlichkeitsrechte Bendzkos verletzte. Eine Liebesbeziehung gehöre zur Privatsphäre, mit dem Schlusssatz der Meldung greife "Bild" sogar in die Intimsphäre ein. Bendzko habe aber immer versucht, sein Privatleben geheim zu halten. In Interviews habe er sich nie zu privaten Dingen geäußert. Auch seine Beziehung habe er geheim gehalten; so sei er mit seiner Freundin nicht öffentlich aufgetreten. Ungeachtet der Wahrheit des Berichts müssten demgegenüber das Informationsinteresse der Öffentlichkeit und das Recht auf Meinungsfreiheit zurücktreten, urteilte der BGH. Denn anders als bei Politikern gebe es hier kein "gesteigertes Informationsinteresse" auch am Privatleben des Prominenten. Die Veröffentlichungen zielten "vorrangig auf das Bedürfnis der Leser ab, Tatsachen aus dem Privatleben des Klägers zu erfahren, die bislang verborgen geblieben sind". Die Warnveröffentlichung in dem Presseportal ist nach dem Karlsruher Urteil allerdings dem allgemeinen Bestreben Bendzkos zum Schutz seines Privatlebens zuzurechnen. Die Kosten hierfür müsse "Bild" daher nicht bezahlen.

afp

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