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Senta Berger.

Interview mit der Schauspiel-Ikone

Senta Berger als Sprücheklopferin

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München - Allein wegen ihrer wunderbar-weichen und gleichzeitig kräftig-klaren Stimme muss man ins Kino: Senta Berger (75) spricht Hasenmeisterin Hermine in dem Kinderbuchklassiker Die Häschenschule. Wir trafen Senta Berger dabei zum Interview.

Allein wegen ihrer wunderbar-weichen und gleichzeitig kräftig-klaren Stimme muss man ins Kino: Senta ­Berger (75) spricht Hasenmeisterin Hermine in dem Kinderbuchklassiker Die Häschenschule. Ein Stoff, der auch über 90 Jahre nach seinem Erscheinen die Kleinen fasziniert: Stadthase Max, der eigentlich in eine coole Gang will, landet in der Häschenschule und lernt dort Gemeinschaftssinn. Und dann sind da noch die bösen Füchse... Am gestrigen Sonntag feierte der Film Deutschlandpremiere im Mathäser Kino. Wir trafen Senta Berger dabei zum Interview.

Angst ist ein schlechter Ratgeber; Lerne die Regeln, damit du weißt, wann du sie brechen kannst; Wer in Eile ist, sieht den Weg oft nicht – Hasendamen Hermine ist eine ganz schöne Sprücheklopferin...

Senta Berger: Sie ist eine Mischung aus asiatischer Weisheit und Pädagogik, die aus der Situation heraus entsteht. Das Gegengewicht zu dem strengen Lehrer mit dem Rohrstock.

Und Sie privat?

Berger: Nein, gar nicht. Ich bin auch so nicht erzogen worden, mit diesen moralischen Sätzen. Wobei: Ich kann mich sehr gut an eine Situation erinnern mit meinem Vater. Ich erzählte ihm, ich hätte eine gelbe Wiese gesehen. Darauf sagte mein Vater, das gibt es nicht, Senta, du lügst. Und er hat mich dafür bestraft. Da habe ich dann den Spruch gehört, wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

Und, haben Sie gelogen?

Berger: Nein, es war ein Rapsfeld. Ich hatte allerdings immer eine lebhafte Fantasie, hab mir Dialoge ausgedacht, was die Lehrerin gesagt haben könnte.

Ihre Fantasie, angeregt auch durch Bücher wie „Die Häschenschule“?

Berger: Da ich die Kleinste war, habe ich immer alles abbekommen, Papier, Schreibzeug, Kleidung. Und so habe ich von meinem Cousin Norbert damals die ziemlich zerfledderte Häschenschule bekommen. Und die hat mich in den schlechten Monaten vor Kriegsende begleitet. Wenn wir im Luftschutzkeller bei dem funzeligen, staubigen Licht saßen, hat meine Mutter mir daraus vorgelesen.

Und Sie wiederum später Ihren Kindern?

Berger: Meine Kinder waren schon Kinder ihrer Zeit, sie haben sich erst die Bilder angesehen und dazu habe ich dann Geschichten erzählt. Später haben sie dann Tomi Ungerer geliebt und schrägere Kinderliteratur.

Lesen Sie Ihren Enkelkindern vor?

Berger: Ja! Allerdings, Henri (der jüngste Sohn von Luca Verhoeven, Anm.), er ist jetzt eineinhalb, sitz nicht lange still. Er ist ein kleiner Teufel, voller Temperament. ­David (von Simon ­Verhoeven, Anm.) ist sieben und genau in dem besten Vorlese-Alter.

Ist denn so ein Stoff von 1924 noch zeitgemäß?

Berger: Dazu kann ich nicht viel sagen. Oder eigentlich sehr viel: Wir haben ja immer noch das Kino Toni in Berlin-Weißensee. Dort haben wir während der Berlinale Die Häschenschule gezeigt. Neben mir war ein sechsjähriger Junge, der war so aufgeregt, er konnte gar nicht sitzen, immer hat er meine Hand gehalten. Anschließend löcherten uns die Kinder mit Fragen. Also, der Film nimmt die Kinder mit. Das ist sicher.

Senta Berger wollte aussehen wie Sophia Loren

Für einen Star muss das trotzdem undankbar sein, man hört ja nur Ihre Stimme. Warum machen Sie es trotzdem?

Berger: Ich dachte mir, das ist ein Film für David. Und wenn Henri größer ist, kann er sich das auch anschauen. Das ist doch schön. Dann hören Sie die Stimme der Oma, wenn sie zum Beispiel im Auto sind.

Steigen Sie als Oma wieder voll ein?

Berger: Ja, schon. Wenn Sie zu mir Oma sagen, muss ich immer lachen. Der David sagt Nonna, er hat ja noch eine andere Oma. Und mein ältester Enkel Patrice (Adoptivsohn von Luca, Anm. ) sagt Senta zu mir. Aber ja, ich bin wieder eingebunden, nachdem ich da ja jahrelang raus war.

Senta Berger mit Reporterin Maria Zsolnay.

„Die Häschenschule – Jagd nach dem goldenen Ei“ läuft ab 16. März im ­Kino

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