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Richard Gere

Sexsymbol mit Tiefgang - Richard Gere wird 60

New York - Er war der “Sexiest Man Alive“, “Ein Mann für gewisse Stunden“ und Julia Roberts Traumprinz in “Pretty Woman“. Am heutigen Montag wird Richard Gere 60 Jahren

Mit seinem verschmitzten Lächeln und den funkelnden Augen sieht Richard Gere auch heute noch umwerfend aus. Als Sexsymbol fühle er sich etwas alt, scherzt Gere in Interviews. Vor allem aber hat er andere Prioritäten, seine junge Familie und den buddhistischen Glauben. Mit dem Dalai Lama verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. In dem Exil des religiösen Oberhaupts der Tibeter, dem indischen Dharamsala, verbringt er häufig Zeit mit Philosophieren und Meditieren.

Daheim in Manhattan haben sich Gere und seine Frau, das ehemalige James-Bond-Girl Carey Lowell, eine Gebetshütte auf dem Dach ihres Hauses in Künstlerviertel Greenwich Village eingerichtet. An Carey schätze er, dass sie “auf dem gleichen spirituellen Weg“ ist wie er, sagt Gere. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, Homer James Jigme (9), und eine ältere Tochter aus Lowells erster Ehe.

Für seine Überzeugung setzt der weltberühmte Filmstar viel aufs Spiel. 1993 wagte er es, Chinas Politik in Tibet in einer Rede bei der Oscar-Verleihung anzuprangern. Seitdem ist er dort nicht mehr gern gesehen. Auch heute meldet er sich noch lautstark zu Wort, wenn es um die Unterdrückung Tibets geht. Gere ist Mitbegründer des Tibet- Hauses in New York . Ein großer Teil seiner Hollywood-Gagen fließt in die nach ihm benannte Stiftung, die humanitäre Projekte in aller Welt unterstützt.

Richard Tiffany Gere wurde in Philadelphia geboren. Er wuchs als Sohn eines Versicherungsvertreters und einer Hausfrau auf einer Farm auf, spielte Klavier, Gitarre und Trompete, war ein erfolgreicher Lacrosse-Spieler und Skifahrer, galt aber als “der Introvertierte“ unter den fünf Geschwistern. Richard studierte Philosophie, bevor der Broadway lockte. In der Londoner Inszenierung des Musicals “Grease“ kam er erstmals groß heraus. Eine Rolle als Homosexueller in einem deutschen Konzentrationslager in Martin Shermans Drama “Bent“ brachte Gere den Vergleich mit dem jungen Marlon Brando ein.

Den Durchbruch zum Hollywoodstar und romantischen Idol der 1980er Jahre schaffte er mit “American Gigolo“ (“Ein Mann für gewisse Stunden“). Der Film “Ein Offizier und Gentleman“ verstärkte seinen Kinoerfolg. Doch dann folgte ein Flop nach dem anderen. Erst 1990 gewann er als bestechlicher Cop in dem Thriller “Internal Affairs“, bald darauf auch als großzügiger Millionär in der Yuppie-Komödie “Pretty Woman“ die Publikumsgunst zurück. Mit Kim Basinger stand er in “Eiskalte Leidenschaften“ (1992) vor der Kamera und mit Jodie Foster in dem Südstaaten-Epos “Sommersby“ (1993). “Zwielicht“ (“Primal Fear“) zeigte ihn als Staranwalt, der die Verteidigung eines jungen Psychopathen zum Medienspektakel macht.

Als Anwalt trat Gere auch in “Chicago“ (2002) auf, wurde bei der Vergabe etlicher Oscars für die Musicalverfilmung aber übergangen. In “Bee Season“ (2005) spielte er einen jüdischen Religionsforscher und Familientyrann, in “Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird“ (2007) einen ausgebrannten Reporter auf den Spuren eines Kriegsverbrechers aus dem Bosnien-Krieg. Eigentlich würde Gere der Filmindustrie in Hollywood gern bald den Rücken kehren. Er habe den Dalai Lama schon dazu konsultiert, gibt er bereitwillig zu. Doch dessen Antwort habe gelautet: “Nein, denn ich kann auch noch nicht aufhören. Erst wenn ich Schluss mache, kannst Du das auch tun.“

dpa

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