Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich
+
Brad Pitt und Shia LaBeouf (r.) standen bei "Fury

Bewegende Momente am Filmset

Shia LaBeouf gerät mit Brad Pitt aneinander

Los Angeles - Shia LaBeouf hat schon mehrmals für Skandale gesorgt. Nun geriet der Ausnahme-Schauspieler bei den Dreharbeiten seines neuen Films "Fury" mit niemand geringerem als Hollywood-Kollege Brad Pitt aneinander.

Er stülpte sich in Berlin auf dem roten Teppich eine Einkaufstüte mit der Aufschrift “I'm not famous” über den Kopf, legte sich mit Alec Baldwin an und wurde aus seiner Broadway-Rolle entlassen. Er prügelte sich in einem Nachtclub und landete in Alkohol-Therapie. Kurz: Shia LaBeouf ist ein Enfant terrible. Aber er ist auch einer der begabtesten jungen Schauspieler und deshalb holt Hollywood den 28-Jährigen immer wieder vor die Kamera. So wie Brad Pitt für seinen neuen Film “Fury”. Und was passierte? Der Nachwuchs-Star geriet prompt mit dem Weltstar (und Produzenten) aneinander.

Was war da passiert?

Shia LaBeouf: Es war ganz am Anfang der Dreharbeiten. Wir haben mit dem Team trainiert. Es war genau so wie Soldaten geschliffen werden. Irgendwann war ich völlig fertig und konnte keine einzige Liegestütze mehr machen. Brad hat rüber geschaut und gebrüllt „Heb deinen fucking Arsch hoch“. Ich hab gedacht, “Oh nein, nicht schon wieder“.

Wieso schon wieder?

Shia LaBeouf: Ich hatte das grade am letzten Set, dass ich mich total mit dem Hauptdarsteller verkracht habe. Ich merkte, dass ich immer wütender wurde und drauf und dran war, die Kontrolle zu verlieren. Warum? Ich hatte wahnsinnige Angst, Brad als Freund und Kamerad zu verlieren. Ich bin zu den Latrinen gerannt und habe angefangen zu weinen. Ich bin halt so ein Sensibelchen.

Wie hat Brad darauf reagiert?

Shia LaBeouf: Unglaublich toll. Er ist rüber gekommen und hat mich wortlos in den Arm genommen. So etwas ist mir mit einem Kollegen noch nie passiert. Wir haben uns einfach nur gehalten. Ich weiss, es klingt total kitschig, aber von diesem Moment an war alles zwischen uns anders. Wir sind seither sehr verbunden.

Versöhnung mit Alex Baldwin

Dann wird es also keine öffentliche Fehde geben, wie zwischen Ihnen und Alec Baldwin. Auf den hatten Sie ja angespielt.

Shia LaBeouf: Gut dass Sie das erwähnen. Ich habe am Filmset von „Fury“ so viel Liebe meiner Kollegen gespürt, dass ich mich verändert habe. Ich habe seither versucht, mich mit Menschen zu vertragen, mit denen ich Probleme hatte. Und Alec Baldwin gehört dazu. Wir haben uns ausgesprochen und ich könnte nicht glücklicher sein. Weil er eigentlich immer ein Mann war, den ich bewundert habe.

Könnten Sie sich im wahren Leben vorstellen, Soldat zu sein?

Shia LaBeouf: Ich kann mich in junge Männer hinein versetzen, die freiwillig zum Militär gehen. In unserer patriarchischen Gesellschaft gibt es nämlich keine Zeremonien, die einem vom Jungen zum Mann werden lassen. Außer man zieht in den Krieg. Viele der Boys wollen einfach nur als Erwachsene angesehen werden.

Die Soldaten im Film haben alle Spitznamen. Haben Sie privat auch einen?

Shia LaBeouf: Ich habe verschiedene, kommt drauf an, wen sie fragen. Mein Vater hat mich "Honeyboy" gerufen. Für meine Mutter war ich immer „Souper“ oder „Soupy“. Weil ich als Junge Suppe über alles liebte. Ich hatte nämlich sehr empfindliche Zähne und das Kauen von fester Nahrung tat mir weh.

Sie haben in letzter Zeit oft Negativschlagzeilen gemacht. Fühlen Sie sich manchmal falsch verstanden?

Shia LaBeouf: Als Schauspieler und Künstler gehört es halt dazu, dass Leute alles Mögliche in dein Leben hineininterpretieren. Klinge ich wie ein Angeber? Ich bin nämlich kein guter Schauspieler.

Sind Sie nicht?

Shia LaBeouf: Nein, deshalb verwandel ich mich auch so gut es geht in meine Filmfiguren. Ich versuche alles, um so authentisch wie möglich zu sein. Dann muss ich weniger schauspielern und kann einfach nur ich sein.

Es heißt, dass Sie sich fürs "Ich sein" sogar eine Art Selbstverstümmelung betrieben haben.

Shia LaBeouf: Ja. Mein Gesicht musste so aussehen, wie bei jemandem, der schon drei Jahre in einem Panzer im Krieg gekämpft hat. Ein Zahn musste weg.

Und die Schnittwunde in Ihrem Gesicht?

Shia LaBeouf: Habe ich mir selbst zugefügt. So bin zu dem Mann geworden, den Sie auf der Leinwand sehen. Und ich habe mich auch so gefühlt. Deshalb ist auch das Tattoo mit der Aufschrift „Surrender to Jesus“ (zu deutsch: Gib dich Jesus hin) echt.

Wenn man ständig mit Leib und Seele zu seiner Rolle wird, verliert man dann nicht irgendwann seine eigene Persönlichkeit?

Shia LaBeouf: Wer sagt denn, dass man nur ein wahres Ich hat? Jeder von uns hat mehrere Seiten, die er in verschiedenen Lebenslagen zeigt. Kleiden Sie sich nicht besser und reden anders, wenn Sie - wie jetzt - im Interview sind?

Das stimmt!

Shia LaBeouf: Sehen Sie! Der neue Shia, der reifere Shia, hat erkannt, dass es das wahre Ich einfach nicht gibt. Dass man verschiedene Seiten haben kann, ohne dass man sich auf eine festlegen muss. Seither habe ich eine sehr viel positivere Einstellung zum Leben gewonnen.

Der alte Shia hat mal gesagt, dass er sich als Schauspieler zum Objekt degradiert fühlt. Was meinten Sie damit?

Shia LaBeouf: Wir leben in einer von der Klatschpresse kreierten Pop-Kultur. Und in der werden Künstler automatisch zu Produkten, die sich verkaufen lassen. Wir sind Objekte, die sich in Geld ummünzen lassen. Früher hatte ich mit diesem Fakt ein echtes Problem. Doch wenn man jemanden wie Brad Pitt trifft, dann denkt man um. Er hat nicht nur seinen Frieden damit gemacht, er nutzt diesen Objekt-Status sogar aus, um seinen Job gut zu machen. Ich liebe diesen Mann einfach!

Soldaten machen alle ihr Testament, bevor sie in den Krieg ziehen. Wen würden Sie in Ihrem letzten Willen bedenken?

Shia LaBeouf: Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Aber ich bin ein Muttersöhnchen und würde alles meiner Mama hinterlassen. Aber vielleicht sollte ich mir das wirklich mal überlegen, mit einem Testament. Ich bin ja jemand, der privat und im Berufsleben Risiken eingeht.

D. Sindermann

 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hepburn-Briefmarke für 150 000 Euro versteigert
Weil die Familie der 1993 gestorbenen Schauspielerin es untersagte, ist eine deutsche Briefmarke mit deren Konterfei nie in Umlauf gekommen. Dennoch Dennoch tauchten …
Hepburn-Briefmarke für 150 000 Euro versteigert
König Willem und Máxima bei Papst Franziskus
Das niederländische Königspaar hält sich zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in Italien auf. In Rom kam es dabei zu einem Wiedersehen mit dem Papst.
König Willem und Máxima bei Papst Franziskus
Prinz Philip aus Krankenhaus entlassen
Wegen einer Infektion war Prinz Philip ins Krankenhaus gekommen. Jetzt gibt es Entwarnung.
Prinz Philip aus Krankenhaus entlassen
Prinz Philip wieder aus dem Krankenhaus entlassen
Es war eine Schocknachricht: Prinz Phillip musste am Dienstagabend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Doch inzwischen wurde er wieder entlassen.
Prinz Philip wieder aus dem Krankenhaus entlassen

Kommentare