"Sie stand auf, indem sie sitzen blieb"

- Detroit - Ihre Weigerung, einem weißen Mann ihren Sitzplatz zu überlassen, machte sie weltberühmt. Knapp 50 Jahre nach ihrem Akt des zivilen Ungehorsams ist die "Mutter der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung", Rosa Lee Parks, gestorben. Sie wurde 92 Jahre alt.

Am 1. Dezember 1955, als Parks in Montgomery, Alabama, ihren Sitzplatz im Bus verteidigte, war dies eine Ungeheuerlichkeit: Damals herrschte in Bussen und Restaurants der Südstaaten noch eine strikte Rassentrennung. Für ihre Weigerung, aufzustehen, wurde die damals 42-Jährige ins Gefängnis geworfen und zu einer Geldstrafe von 14 Dollar verurteilt. Die Verhaftung löste einen 381 Tage dauernden Boykott des Busverkehrs aus, den der damals noch kaum bekannte baptistische Pfarrer Martin Luther King organisierte.

"Ich hatte keine Ahnung, dass sich so viel daraus entwickeln würde", sagte Parks später. Sie verwahrte sich allerdings gegen die Darstellung, sie habe nur deshalb nicht aufstehen wollen, weil ihr die Füße weh taten: "Der eigentliche Grund war, dass ich spürte, dass ich ein Recht hatte, wie jeder andere Fahrgast behandelt zu werden."

Der Bus-Boykott von Montgomery führte schließlich zum Gesetz von 1964, das jede Diskriminierung nach Hautfarbe in öffentlichen Einrichtungen für verboten erklärte. Rosa Parks aber hatte nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis Schwierigkeiten, in Alabama einen Arbeitsplatz zu bekommen. In einem Klima der Drohungen und Einschüchterung zog sie 1957 mit ihrem Mann nach Detroit um. Dort war sie bis 1988 als Mitarbeiterin des Abgeordneten John Conyers tätig.

Danach engagierte sie sich im Rosa- und Raymond-Parks-Institut für Selbstbestimmung, das 1987 gegründet wurde. 1992 veröffentlichte sie ihre Autobiografie, 1999 wurde sie mit der Goldmedaille des Kongresses geehrt, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA.

Der frühere US-Präsident Bill Clinton würdigte Parks als "eine Inspiration für mich und für alle, die auf den Tag hinarbeiten, wenn wir ein Amerika sind". Der Bürgerrechtler Al Sharpton erklärte, am 1. Dezember 1955 habe Parks "die Mauern amerikanischer Rassentrennung und Apartheid eingerissen". Der schwarze Bürgermeister von Detroit, Kwame Kilpatrick, sagte: "Sie stand auf, in dem sie sitzenblieb. Und ohne sie würde ich jetzt nicht hier stehen."

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