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Die Witwe von Johannes Heesters, Simone Rethel.

Berufliche Aufgaben im Alter

Simone Rethel: Rentner sollten noch arbeiten

München - Rente erreicht - endlich raus aus dem Job, nichts mehr müssen. Und irgendwann auch nichts mehr wollen. Simone Rethel warnt vor Nebenwirkungen des Ruhestands und sieht mehr Vorteile im Weiterarbeiten.

Die Schauspielerin und Künstlerin Simone Rethel plädiert dafür, dass auch Rentner noch berufliche Aufgaben übernehmen. „Die Vorteile des Arbeitens sind viel größer als die Nebenwirkungen des sich zur Ruhe Setzens. Das sieht man an so vielen Menschen“, sagte Rethel, die am Sonntag 65 Jahre alt wird, der Nachrichtenagentur dpa in München. Menschen seien körperlich und geistig gesünder, wenn sie beruflich aktiv bleiben. „Das Aufhören führt nämlich dazu, dass man aufhört, am Leben teilzunehmen.“

Es gehe nicht darum, unbedingt in dem erlernten Beruf weiterzumachen, meinte Rethel. Dass Rentner einfach unentgeltlich soziale Dienste übernehmen sollen, greife zu kurz. „Ich finde es nicht gut, dass die Alten nur für ehrenamtliche Arbeit benutzt werden. Da nützt man sie aus.“

Schon mit 50 könne man sich einmal Gedanken machen, wie man seinen Lebensabend sinnvoll gestalten könne. „Die Älteren sollen auch nicht im gleichen Tempo und mit gleichem Kraftaufwand weitermachen. Aber wir müssen für die Zeit, die wir älter sind, eine neue Form des Dranbleibens finden.“

Die Rente mit 65 sei eingeführt worden, als die meisten Menschen 70 oder 75 Jahre alt wurden, nicht 85 oder 90 wie heute. „Das ist absurd: Man hat noch eine riesige Spanne an Leben vor sich - und hört zu arbeiten auf.“ Mit 65 seien viele Menschen heute noch fit.

Rethels Mann Johannes Heesters, der an Heiligabend 2011 im Alter von 108 Jahren starb, stand praktisch bis zuletzt auf der Bühne. Rethel erinnert sich, dass er bei der Hochzeit - immerhin 88-jährig - sagte: „Warum soll ich aufhören? Dann verliere ich den Anschluss. Und rede bald nur noch von Krankheiten.“ Sein Rezept sei gewesen, am Leben weiter teilzunehmen und neugierig zu bleiben. „Er war meiner Meinung nach ein Vorreiter. Kein Wunder, dass er so alt geworden ist.“

Es sei auch nicht hilfreich, alten Menschen alles abzunehmen - umso schneller gehe der Verfall, sagte Rethel, die am Ammersee geboren wurde. „Wir bauen uns eine Angst vor dem Alter. Ws wird immer nur gesprochen von Demenz, Inkontinenz, Rollstuhlfahren und Rentenproblematik. Das ist meiner Ansicht nach ein großer Fehler.“

dpa

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