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Simone Rethel genießt ihr Leben und hat wieder in die Schauspielerei gefunden. In Gedanken ist sie immer bei ihrem verstorbenen Mann Johannes Heesters. Nicht nur an seinem Todestag an Heiligabend.

Fünfter Todestag von Johannes Heesters

Simone Rethel: „Er fehlt mir immer“

An Heilig Abend jährt sich der Tod von Johannes Heesters zum fünften Mal Im Interview spricht sie über das Weihnachtsfest, die Erinnerungen an ihren geliebten Mann und Zukunftspläne.

Von wegen besinnliche Weihnachtszeit... Schauspielerin Simone Rethel hat in den Adventswochen volles Programm. Sie steht fast täglich „Theater an der Kö“ in Düsseldorf mit „Wir sind die Neuen“ auf der Bühne. An Heiligabend hat sie aber spielfrei – ein besonderer Tag für die Schauspielerin. An diesem Tag jährt sich der Tod ihres Mannes Johannes Heesters, zum fünften Mal.

Frau Rethel, bei Ihnen geht es in der Vorweihnachtszeit richtig rund. Haben Sie bei aller Arbeit schon Zeit für Weihnachtsvorbereitungen gehabt?

Natürlich habe ich Zeit für diese Dinge. Man kann das in jeder Stadt erledigen. Ich bin in Düsseldorf ja nicht aus der Welt (lacht). Im Gegenteil: Dort gibt es die wunderbarsten Geschäfte und die Stadt ist sehr elegant.

Wie verbringen Sie Weihnachten dieses Jahr?

Ich feiere Weihnachten wie immer mit der Familie. Es sind auch wieder viele Kinder dabei. So macht Weihnachten Spaß. Und natürlich kommt wie jedes Jahr auch der Weihnachtsmann.

Familie – heißt das mit der Familie Ihres verstorbenen Mannes?

Ja.

Haben Sie nach wie vor einen engen Kontakt?

Ja. Wir haben sogar einen sehr engen Kontakt. Die vergangenen Jahre haben wir immer zusammen Weihnachten gefeiert. Wir feiern mit den Töchtern meines verstorbenen Mannes, den Enkeln und auch den fünf Urenkeln.

Welche Traditionen gibt es an Weihnachten bei Ihnen?

Wie gesagt, es kommt auf jeden Fall der Weihnachtsmann. Wir nehmen uns zwar immer vor, uns nichts zu schenken, aber dann werden es doch immer wieder Unmengen an Geschenken. Wir singen auch alle gemeinsam.

An Heiligabend jährt der Todestag ihres Mannes zum fünften Mal. Ist es insofern auch ein trauriger Tag für Sie?

Es ist nicht so, dass ich dies an einem einzigen Tag festmache. Und ich denke auch nicht nur gerade an Heiligabend ganz besonders an ihn. Er fehlt mir immer. Jopie wurde am Nikolaustag geboren und das ist in Holland ein sehr wichtiger Tag, noch wichtiger als Weihnachten, und er ist an Heiligabend gestorben. Ich finde, es ist etwas Besonderes, dass er sich so besondere Tage dafür ausgesucht hat.

Der Schmerz verschwindet natürlich nie, aber wird er weniger mit der Zeit?

Dieser Satz „Die Zeit heilt alle Wunden“, der trifft natürlich durchaus zu. Das Leben geht weiter, man muss weiterleben. Es gibt Dinge, die man zu bewältigen hat. Und ich habe das große Glück, dass ich wieder in diesem Beruf hineingefunden habe. Ich habe nie ganz pausiert, ich war mit meinem Mann immer nah dabei. Aber es ist schön, dass es mir gelungen ist, unabhängig und alleine zu schauspielern.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wie ist ihre Bilanz für 2016?

In der Weltgeschichte sieht es nicht sehr positiv aus. Ich mache mir große Sorgen, wie politisch gesehen alles weitergeht. Ich finde es erschreckend, dass die rechten Populisten immer mehr Fuß fassen. Das empfinde ich als sehr beängstigend. Aber privat kann ich durchaus sagen, dass es ein sehr positives Jahr war. Ich liebe meinen Beruf. Und ich habe viele Freunde, insofern ist alles gut.

Wer sind die wichtigsten Bezugspersonen in Ihrem Leben? Ist es die Familie ihres verstorbenen Mannes?

Natürlich. Das ist auch sehr wichtig, denn man fühlt sich so wunderbar aufgehoben. Ich habe dank ihnen einen großartigen Rückhalt, nicht nur an den Weihnachtstagen.

In dem Stück, das sie gerade spielen, leben sie in einer WG. Könnten Sie sich das auch für sich persönlich vorstellen?

Ich habe das durchaus in meinem Hinterkopf. Man fragt sich natürlich manchmal: Wie wird es sein, wenn ich älter bin? Und ich habe diesen Gedanken durchaus schon ins Auge gefasst. Ich fände es aber schön, wenn es eine generationenübergreifende WG wäre und nicht nur mit Gleichaltrigen, denn sonst würde man wohl nur noch über Krankheiten reden. Aber es gibt keine konkreten Pläne bislang, denn ich fühle mich überhaupt nicht alt.

Könnten Sie es sich vorstellen, noch einmal eine Beziehung zu führen? Sich neu zu verlieben?

Diese Frage kann ich so nicht beantworten. Da müsste schon jemand kommen wie Jopie – und das gibt es nun einmal nicht. Aber weiß ja nie was noch kommt im Leben.

Gibt es einen Wunsch bei Ihnen für das nächste Jahr?

Es gibt natürlich viele Dinge, die ich noch tun möchte. Ich habe mir die Neugierde auf das Leben stets erhalten. Ich würde gerne Dinge wie Bildbearbeitung oder Filmschnitt perfekt beherrschen, meine Französisch-Kenntnisse auffrischen und mich auch handwerklich betätigen.

Interview: Andrea Vodermayr

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