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Kaiser-Franz-Joseph-Darsteller Markus Pol und "Sissi"-Darstellerin Annemieke van Dam aus dem Musical „Elisabeth“ zu Besuch in München. Obwohl die historischen Fakten längst eine andere Geschichte erzählen, bleibt der Mythos „Sissi“ erhalten.

Si(s)si kehrt zurück auf den Bildschirm

München - Zuckersüß und lieblich kam sie daher: Romy Schneider wird uns als „Sissi“ unvergessen bleiben. Das ZDF zeigt pünktlich zur Weihnachtszeit eine Neuauflage des Stoffes.

Das Ergebnis ist ein opulenter Zweiteiler, am 17. und am 20. Dezember jeweils zur Hauptsendezeit im ZDF zu sehen. “Wir wollten nie ein Remake machen“, sagte Jan Mojto, Chef der Produktionsfirma EOS, am Donnerstag bei einer ersten Filmvorführung in München. “Wir wollten nie eine Gegen-“Sisi“ machen. Wir wollten eine Geschichte erzählen, die damals fasziniert hat und heute noch fasziniert.“ Eine “moderne Sisi“ sollte es werden, die nichts mehr mit der heilen Welt der berühmten Heimatfilme von Ernst Marischka aus den 50er Jahren zu tun hat.

Das Leben der Kaiserin Elisabeth

Kaiserin Elisabeth: Bilder des Mythos Sissi

Vielschichtigere Charaktere und mehr politischer Hintergrund waren Regisseur Xaver Schwarzenberger (“Margarete Steiff“) wichtig. Eines der Hauptthemen ist außerdem die Beziehung zwischen “Sisi“ und ihrer Schwiegermutter, der Erzherzogin Sophie, gespielt von Martina Gedeck. Die Titelrolle wurde mit der jungen Italienerin Cristiana Capotondi besetzt - auch deshalb, weil eine deutsche Schauspielerin wohl noch stärker mit Romy Schneider verglichen worden wäre.

Parallelen zum Film aus den 50er Jahren

Der Film beginnt ähnlich wie sein fünfzig Jahre älterer Vorgänger in der bayerischen Idylle, in der “Sisi“ als Wildfang unbeschwert aufwächst. Als ihre Schwester Nené, gespielt von Christiane Filangieri, den österreichischen Kaiser Franz Josef (David Rott) heiraten soll, muss Elisabeth mit nach Wien. Anders als geplant verlieben sich “Sisi“ und Franz Josef ineinander. Es folgen Hochzeit, Geburten und erste Krisen, der zweite Teil endet mit einer Reise nach Ungarn, bei der Elisabeth den drohenden Eklat zwischen Österreich und Ungarn verhindern will.

Die späteren Jahre, in denen die historische “Sisi“ depressiv und magersüchtig gewesen und allen Lebenswillen verloren haben soll, könnten Stoff für einen eventuellen dritten Teil bieten. “Natürlich erzählen wir nicht die absolut historische “Sisi“. Dafür gibt es gute Dokumentarfilme“, sagte Alexander Tung vom ZDF, das den Zweiteiler zusammen mit dem österreichischen ORF und dem italienischen Fernsehen RAI realisiert hat. “Wir erzählen eine schöne Geschichte, die sich an den Fakten orientiert.“

Gekostet hat das elf Millionen Euro. 2000 Komparsen, 20 Kutschen und 100 Pferde, 700 Kostüme, 40 davon allein für Elisabeth, Drehs vor allem an historischen Schauplätzen - der Film ist auch etwas fürs Auge. In rund 50 Länder ist er nach Angaben des ZDF schon jetzt verkauft. Moderner ist die neue “Sisi“ - historisch korrekt mit einem “s“ - durchaus. Und trotzdem lässt der großzügig ausgestattete Kostümfilm jede Menge Platz zum Zurücklehnen und genüsslichen Abtauchen in schöne Bilder.

Respekt vor Marischka

Warum aber hat sich ein halbes Jahrhundert lang abgesehen von einer Zeichentrick-Adaption und einem französischen Versuch niemand ernsthaft an den Stoff gewagt? “Da gibt es sicher viele Gründe“, sagte Mojto. “Einer ist natürlich der große Respekt vor der “Sisi“ Marischkas. Vielleicht brauchte es auch Zeit und Abstand.“ Als sie sich für die Rolle der “Sisi“ beworben habe, erzählte die 29-jährige Capotondi, hätten alle ihre Freunde gesagt: “Du bist verrückt.“ Selbstverständlich habe sie auch Angst vor dem Vergleich mit Romy Schneider. “Aber es ist ein ganz anderer Film.“ Trotzdem: Wie Millionen kleine Mädchen hat auch sie als Kind vor dem Fernseher Romy Schneider bewundert und das Aschenbrödel-Märchen von der großen Liebe und den schönen Kleidern nachgespielt, berichtete sie: “Welches Mädchen träumt nicht davon, “Sisi“ zu sein?“

dpa

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