#SmearForSmear

Verschmierte Lippen: Das steckt hinter dem neuen Netz-Trend

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München - Mit verschmiertem Lippenstift erwischt zu werden, ist für viele Frauen megapeinlich. Und doch posten weibliche Promis und Normalos seit Tagen Selfies mit dieser Schminkpanne. Was dahinter steckt:

Model Cara Delevigne.

"Du hast Lippenstift an der Backe!" Wenn sie diesen Hinweis bekommen, würden viele Frauen am liebsten vor Scham in den Erdboden versinken. Sieht ja auch wirklich nicht toll aus, so ein Makeup-Malheur. Unter dem Hashtag #SmearForSmear tauchen jedoch seit Tagen auf Twitter, Instagram, Facebook und Co. massenweise Selfies von Frauen auf, die selbstbewusst ihre Schmier-Schmollmünder in die Kamera halten. Damit nicht genug: Sie nominieren andere auch noch, es ihnen gleichzutun. Selbst Promis wie die Supermodels Cara Delevigne, Mick Jaggers Tochter Georgia May und Suki Waterhouse sowie Popstar Rita Ora haben bereits öffentlich ein verunglücktes Lippenbekenntnis abgegeben.

Das steckt hinter #smearforsmear

Sängerin Rita Ora.

Hinter der Aktion verbirgt sich eine Kampagne zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Ins Leben gerufen hat sie der britische Jo's Cervical Cancer Trust im Rahmen der Gebärmutterhalskrebs-Präventionswoche in Großbritannien. So erklärt sich auch der Hashtag: "smear" hat im Englischen nämlich eine Doppelbedeutung: Es kann "(ver-)schmieren" heißen, aber auch "Abstrich" - also die Entnahme der Zellen zum Zweck der Untersuchung. Spätestens jetzt sollte auch jedem klar sein, warum die Damen ausgerechnet ihre Lippen in die Kamera halten... 

Das Ganze erinnert natürlich an die Ice Bucket Challenge, bei der sich die gefühlte halbe Welt vor laufender Kamera einen Kübel Eiswasser über den Kopf schüttete, um auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam zu machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung zu sammeln.

Selbstdarstellung oder sinnvoll? 

Und wie schon beim Eiskübel-Hype gibt es Kritik an der Knutsch-Katastrophen-Kampagne: Zwar ist bei SmearForSmear der Zusammenhang zwischen dem ernsten Thema und der lustigen Aktion klarer, natürlich ist das Ganze aber auch eine willkommene Einladung für Profi- wie Hobby-Selbstdarsteller. Nicht zuletzt deshalb haben neben diversen Promi-Damen auch eine ganze Reihe Herren der Schöpfung online eine dicke, verunstaltete Lippe riskiert:

Kritiker sprechen den Teilnehmern jedoch eine seriöse Auseinandersetzung mit der schrecklichen Krankheit ab. 

Planking, Baguetting, Supermanning: Internet-Trends im Bild

Planking, Baguetting, Supermanning: Internet-Trends im Bild

Manch einer befürchtet sogar, dass die sexy Bussi-Bussi-Bilder den eigentlichen Sinn der Aktion vergessen lassen - und sie erinnern an den #Movember-Hype: Dass sich Männer dafür einen Bart wachsen ließen, wissen viele noch. Dass sie das taten, um für die Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung zu werben, dürfte hingegen bei vielen bereits wieder in Vergessenheit geraten sein.

Darum ist die Kampagne so wichtig

Laut der AOK ist Gebärmutterhalskrebs mit rund 1500 Todesfällen pro Jahr die zehnthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen in Deutschland. Betroffen sind demnach zwar hauptsächlich Frauen zwischen 40 und 54, sowie Über-65-Jährige, doch auch Jüngere kann es treffen. Bei Frauen unter 35 ist es sogar die häufigste Form der Krebs-Erkrankung.

Einmal im Jahr sollte jede Frau ab 20 den sogenannten Pap-Test (in Deutschland ist er Teil der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung) machen lassen, lautet die Empfehlung. Denn je früher der Tumor festgestellt wird, desto besser sind die Überlebenschancen - umso wichtiger ist es also, regelmäßig zum Arzt zu gehen. Doch obwohl die Untersuchung rund 5000 Frauen im Jahr das Leben rettet, lässt jede fünfte den Termin verstreichen, erklärt ein Sprecher der britischen Initiatoren. "Bei Frauen zwischen 25 und 29 Jahren ist es sogar jede dritte."

hn

Rubriklistenbild: © http://instagram.com/georgiamayjagger/

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