Israelische Blubberblasen

Soda-Streit: Scarlett Johansson bricht mit Oxfam

Los Angeles - Ihr genüssliches Schlürfen von Wasser mit Blubberblasen hat Hollywood-Schönheit Scarlett Johansson mitten hinein in den Israel-Palästina-Konflikt geschleudert.  

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Wegen eines Werbevertrags bei der israelischen Firma Sodastream haben die US-Schauspielerin Scarlett Johansson und die internationale Hilfsorganisation Oxfam ihre Kooperation beendet. Ihr Engagement als Welt-Botschafterin von Oxfam sei mit der Werbung für das Unternehmen nicht vereinbar, das Geräte zur Herstellung von Sprudelwasser herstellt und eine große Fabrik in einer jüdischen Siedlung im besetzten Westjordanland betreibt. Das erklärte die Hilfsorganisation am Donnerstag in London.

Auch wenn die Organisation die politische Unabhängigkeit ihrer Repräsentanten respektiere, sei Werbung für Sodastream problematisch. "Wir sind gegen jede Wirtschaftsbeziehung zu den israelischen Siedlungen, die nach internationalem Recht illegal sind", erläuterte Oxfam International. Die Organisation akzeptiere daher den Rücktritt Johanssons und danke ihr für ihr Engagement während der acht Jahre als ihre Botschafterin, hieß es weiter.

Die Schauspielerin, die etwa durch "Lost in Translation" bekannt geworden war, war für Oxfam nach Indien, Sri Lanka und Kenia gereist, um um Spenden zu werben. Zugleich ist Johansson, deren Mutter aus einer polnisch-jüdischen Familie stammt, seit Anfang Januar als erste "globale Marken-Botschafterin" für Sodastream tätig. Sodastream hat eine wichtige Fabrik im Gewerbegebiet der israelischen Großsiedlung Maale Adumim östlich von Jerusalem.

Johansson antwortet mit offenem Brief

In einem Statement für die Internetzeitung "Huffington Post" verteidigte Johansson ihr Engagement für den Produzenten von Haushaltsgeräten zur Sprudelherstellung. Sie habe sich damit keineswegs zum Gesicht einer sozialen oder politischen Bewegung oder Haltung machen wollen, schrieb Johansson. Sie trete aber für die wirtschaftliche Kooperation und den sozialen Austausch zwischen Israel und den Palästinensern ein - wie dies auch Sodastream tue.

"Sodastream ist eine Firma, die sich nicht nur für die Umwelt einsetzt, sondern auch für den Bau einer Brücke zum Frieden zwischen Israel und Palästina", schrieb die Schauspielerin. Des weiteren unterstütze die Firma die Zusammenarbeit zwischen Nachbarn und trete für "gleiche Bezahlung, gleiche Leistungen und gleiche Rechte" ein. "Dies ist es, was jeden Arbeitstag in ihrer Fabrik in Ma'ale Adumim passiert."

Werbespot beim Super Bowl verboten

Die 29-Jährige spielt in einem Werbespot, der beim US-Footballfinale Super Bowl am Sonntag ausgestrahlt werden sollte. Dann wurde er aber verboten: Die Großsponsoren Pepsi und Cola des größten TV-Ereignisses des Jahres wollten die Konkurrenz im eigenen Haus nicht dulden. Auf der Videoplattform Youtube wurde der Spot bereits mehr als 4,5 Millionen Mal angeklickt.

Der palästinensische Menschenrechtsaktivist Omar Barghuti sagte der Nachrichtenagentur AFP, Johansson habe sich "bewusst entschieden, das neue Postergesicht der israelischen Besatzungs- und Apartheidspolitik zu sein". Dass sie "ihre beschämende Propagandarolle für den Besatzungsprofiteur Sodastream" der Menschenrechtsarbeit für Oxfam vorziehe, erinnere an die "prinzipienlosen Künstler", die in Südafrika die Apartheid unterstützten.

Das norwegische Finanzministerium teilte unterdessen mit, der Staatsfonds, der die Einnahmen aus dem Ölexport verwaltet, habe seine Kooperation mit zwei Firmen aufgekündigt, weil diese an dem Bau der jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten beteiligt gewesen seien.

afp

Rubriklistenbild: © AFP

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