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Bernd Herrmann, Marlon B., Kosho, Andreas Baylles, Florian Sitzmann, Tino Oac, Jonny König, Michael Klimas, Edward Maclean und Dominic Sanz (l-r) von den Söhnen Mannheims.

Neues Album ohne Superstar

Söhne Mannheims: Kommt Xavier doch zurück?

Mannheim - Neue Ära für die Söhne Mannheims: Sie präsentieren ihr erstes Album ohne Xavier Naidoo. Eine Rückkehr des Stars, der noch einige der neuen Songs geschrieben hat, ist aber nicht ausgeschlossen.

Es ist ein Experiment mit offenem Ausgang: Die Söhne Mannheims ohne ihren Star - ohne Xavier Naidoo, für viele Stimme und Gesicht der Band. Schon seit einer Weile gehen sie getrennte Wege, der Soulsänger widmet sich eigenen Projekten und die Söhne haben lange an ihrer ersten Platte ohne ihn gefeilt. Vor der Veröffentlichung kam eine Phase der Neuorientierung. An diesem Freitag (21. Februar) erscheint "Elyzion" - und das Album funktioniert: Die mittlerweile 13 Musiker zeigen, dass sie es auch ohne Xavier können. Dieser Befreiungsschlag ist ihre große Chance, nicht mehr nur "Er und der Rest" zu sein.

Das Album überzeugt mit einer Mischung aus deutschen und englischen Texten, aus weich und hart, tiefsinnig und erfrischend unprätentiös. Gleich beim ersten Hören bleiben „Back To You“ und „Keep Moving On“ im Ohr. Dass sie nicht nur Schmusesänger sind, zeigen die Söhne mit „Großstadt“ und dem tanzbaren „Vorspuln Durchdrehn“. Auffällig: Soul spielt diesmal eine deutlich geringere Rolle.

Einige Songs noch aus der Feder von Xavier Naidoo

„Das Album fühlt sich ein bisschen an wie ein kleines Debüt“, sagt Sänger Michael Klimas. Nicht nur musikalisch ist es ein Neuanfang, auch die Rangordnung ändert sich ohne den früheren Leitwolf. Eigentlich soll es einen solchen nicht mehr geben, vor allem soll nicht wieder nur einer im Vordergrund stehen. „Wir haben das alles sehr schön verteilt und versuchen, den Blick auf alle Sänger zu lenken“, sagt Dominic Sanz, einer der Neuzugänge der Band. Bekannt ist der 22-Jährige aus der Castingshow „The Voice of Germany“, wo er in Naidoos Team überzeugte. Eine dominantere Rolle spielt jedenfalls Tino Oac, der alle Songs mitsingt und die meisten mitkomponiert hat.

Ganz Naidoo-frei ist das Album aber nicht: Einige Songs stammen noch aus seiner Feder. Zu hören ist er nur auf dem Bonus-Track der Deluxe-Edition, „Living on the Edge“. Stimmlich reicht keiner der Söhne an ihn heran - das heißt aber auch, dass niemand die anderen in den Schatten stellt. „Der größte Name ist und bleibt Söhne Mannheims - das drohte zu kippen“, sagt Sänger Henning Wehland. Xaver - wie ihn seine alten Bandkollegen nennen - sei der Erste gewesen, der das erkannt habe. Gitarrist Kosho: „Man merkt sehr, dass nun die Musik im Mittelpunkt ist. Die Musik ist der Chef.“

"Vielleicht, wenn es sich ergibt, kommt Xavier wieder dazu"

Es gibt wohl bald trotzdem wieder einen Publikumsliebling - das wird sich spätestens bei der „Wer fühlen will, muss hören“-Tour zeigen, die am kommenden Dienstag, 25. Februar, in Nürnberg beginnt. Nach einer Bandgeschichte von fast 20 Jahren sind aber auch die Fans ganz unterschiedlich alt - und können sich einen Sänger zwischen 22 und 52 Jahren als Favoriten herauspicken.

Seit ihrer Gründung 1995 haben sich die Söhne Mannheims immer wieder neu zusammengewürfelt. „Man nimmt Leute rein, die menschlich reinpassen“, sagt Klimas. „Ich finde es unheimlich spannend, mit neuen Menschen Musik zu machen - die Songs klingen einfach anders.“ Grundsätzlich könnten so viele mitmachen, wie auf die Bühne passen. Die jetzige Größe und Zusammensetzung passt aber gut, da sind sich die Söhne einig. Aktuell sei keine Vergrößerung geplant.

Und Xavier? „Wir tun so, als ob es so sein wird, dass er nie wiederkommt“, sagt Gitarrist Kosho. „Aber natürlich wäre diese Band ohne ihn nicht hier. Vielleicht, wenn es sich ergibt, kommt er wieder dazu.“

dpa

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