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Extreme Frisur, starkes Make-up, Tätowierungen: Amy Winehouse zelebrierte ihre extravaganten Auftritte. Doch wenn sie sang, war all das nebensächlich.

Am Soul-Himmel verglüht ein Stern

London - Mit dem Tod der britischen Sängerin Amy Winehouse verglüht ein Stern am Soul-Himmel. Ein Nachruf auf ein Ausnahmetalent und einen zugleich schwer kranken Menschen.

„They tried to make me go to rehab/ I said no no no.“ Natürlich sind es diese vermaledeiten ersten Zeilen ihres erfolgreichsten Songs „Rehab“, die einem sofort in den Sinn kommen. „Sie wollten mich in die Entzugsklinik bringen. Ich sagte: Nein. Nein. Nein.“

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Nein, Amy Winehouse, diesem schwerstkranken Menschen und Ausnahmetalent, war wohl nicht zu helfen. Ihr öffentliches Leben – und Verglühen – fand in den vergangenen Jahren in den Klatschspalten der bunten Blätter statt. Schlagzeilen und Schauergeschichten von ihren Zusammenbrüchen, diversen Drogen- und Alkoholentzügen, dem Scheitern selbiger und die Blitzscheidung von ihrem inhaftierten Mann Blake Fielder-Civil drohten ihre Musik zu überlagern, sich vor die Leistungen der Künstlerin zu schieben.

Sie war an dieser Entwicklung alles andere als unschuldig. Ihre Süchte zelebrierte sie vor den Augen der Welt. Ein letzter, trauriger Höhepunkt dieser bizarren Freakshow: der Auftakt ihrer Europa-Tournee Mitte Juni in Belgrad. Winehouse schwankte, konnte ihrer Band kaum folgen, lallte und murmelte ihre Songs. Rund 20 000 Zuschauer buhten sie enttäuscht aus, die geplante Tour wurde daraufhin abgesagt.

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Ein Debakel – und ein Bild, das so gar nicht passen mag, wenn man ihre Stimme hört: Stark klingt sie, trotzig, kraftvoll und mit ganz viel Seele. Eine Stimme – eigentlich viel zu alt und lebenserfahren für eine so junge Frau. Im Oktober 2003 erschien ihr Debüt „Frank“, da war Amy Winehouse seit wenigen Tagen 20 Jahre alt. Das Mädchen aus London, das bereits als Kind Theater spielte und Musik machte, fand auf dieser Platte eine verspielte Mischung aus Jazz, R’n’B und Soul. „Frank“ verkaufte sich mehr als 900 000 Mal. Drei Jahre später erschien „Back to Black“ und machte aus Amy Winehouse endgültig einen Weltstar: Dieses Album mit seinen zehn Songs, die zusammen gerade mal etwas mehr als 30 Minuten lang sind, belegte in den weltweiten Jahres-Charts 2007 den ersten Platz mit mehr als 5,5 Millionen verkauften Exemplaren.

Auf „Back to Black“ – die Platte hat sich längst ihren Platz im popkulturellen Erbe der Menschheit erobert – präsentierte sich Winehouse abgeklärter, düsterer und intensiver als auf „Frank“. Musikalisch absolut zeitgenössisch und doch tief verwurzelt in der Tradition der schwarzen Soul-Musik. Klagelieder eines großen Talents und einer verletzlichen und sich selbst zerstörenden Frau. Ein Meisterwerk, mit dem die Britin auch viele Menschen erreichte, die bis dato kaum Jazz oder Soul gehört hatten. Dabei ist es müßig zu spekulieren, ob dieser Erfolg ihren Absturz befeuerte.

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Amy Winehouse liebte die exzentrische Pose, den extravaganten Auftritt: Ihr Beehive, jene an einen Bienenstock erinnernde Frisur aus den Sechzigern, inspirierte vor vier Jahren etwa Modeschöpfer Karl Lagerfeld für eine Chanel-Schau. Doch immer wieder musste Winehouse auch Häme für ihr Äußeres in Kauf nehmen. Zumal zuletzt, als Depressionen, Essstörungen, Alkohol und Drogen sie sichtbar immer tiefer rissen.

Im Jahr 2008 hatte Amy Winehouse den Zenit ihres musikalischen Erfolgs erreicht. Zugleich war bereits damals zu erahnen, wie gefährlich nah diese junge Frau am Abgrund entlangtaumelt: Bei der Verleihung der Grammys, des wichtigsten Musikpreises der Welt, wurde sie in fünf Kategorien geehrt – und durfte wegen ihrer Drogensucht nicht in die Staaten reisen. Außerdem sollte sie im selben Jahr den Titelsong für den neuen James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ interpretieren – die Arbeiten mussten abgebrochen werden.

In der Folge schaute die Weltöffentlichkeit wahlweise schockiert, betroffen oder auch lüstern zu, wie eine Ausnahmekünstlerin ihr Können wegwarf, wie Amy Winehouse ihre Gesundheit und ihr Leben vor die Hunde gehen ließ. Ihr Vater Mitch, ein Taxifahrer und Jazzmusiker, sprach mehrmals vom „langsamen und schmerzhaften Sterben“ seiner Tochter. Nun hat es ein Ende: Am vergangenen Samstag wurde die 27-Jährige tot in ihrer Wohnung im Norden Londons aufgefunden.

„I can’t help you if you won’t help yourself“, singt sie auf ihrem Debütalbum. Nein, ihr war wirklich nicht zu helfen. So bleibt am Ende einzig die tief empfundene Hoffnung, Amy Winehouse möge nun endlich die Ruhe gefunden haben, die sie in diesem Leben offenbar nicht finden und, ja, wohl auch nicht aushalten konnte.

Von Michael Schleicher

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