Soul-Legende und "afrikanischer König" -

- New York (dpa) - Als Isaac Hayes mit fünf Jahren das erste Mal öffentlich sang, ahnte niemand, dass dieser kleine Bursche zu einem der Väter des Soul aufsteigen würde. Im Kirchenchor seiner Heimatstadt Covington, einem verschlafenen Nest im US-Bundesstaat Tennessee, nahm seine Karriere 1947 ihren Anfang.

<P>Seit Jahrzehnten ist Hayes ein Star - als Sänger, als Komponist und auch als Schauspieler. Längst gehört der Mann mit der dunklen Soul-Stimme, der an diesem Dienstag 60 wird, zu den einflussreichsten Entertainern Amerikas.</P><P>Dafür musste Hayes hart arbeiten. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er in ärmlichen Verhältnissen bei seinen Großeltern auf und brachte sich das Piano, Orgel und Saxofon spielen selbst bei. Mit 16 Jahren zog die Familie nach Memphis, wo Hayes sich nach dem Abbruch der High School mit Gelegenheitsjobs als Koch, Fabrikarbeiter und Versicherungskaufmann durchschlug. Immer wieder spielte er in verschiedenen Bands, deren Bestehen meist nur von kurzer Dauer war.</P><P>1964 kam er als Song-Schreiber zum Soul-Label "Stax Records", in dessen Hausband er auch als Keyboarder spielte. Zusammen mit dem Texter David Porter schrieb Hayes unter anderem Hits wie "Soul Man", "When Something Is Wrong with My Baby" und "I Thank You" für "Sam and Dave", "B-A-B-Y" für Carla Thomas oder "Your Good Thing Is About to End" für "Mable John and Lou Rawls".</P><P>Sein Solo-Debüt präsentierte Hayes 1967 mit "Presenting Isaac Hayes". Zwei Jahre später erstürmte er mit "Hot Buttered Soul" bereits die Hitlisten, bevor ihm 1971 mit dem Album "Shaft" der endgültige Durchbruch gelang. Der Soundtrack zum gleichnamigen Film von Gordon Parks brachte ihm jeweils einen Oskar, Grammy und Golden Globe ein. Der Titelsong "Shaft" wurde mit seiner Mischung aus Streichern, Holzbläsern, Wah-Wah-Gitarren und Hayes sonorer Stimme zum Nummer-Eins-Hit.</P><P>Auch wenn Hayes in den Siebzigern weiterhin erfolgreiche Alben einspielte, blieb "Shaft" einzigartig. Neben seiner Arbeit als Musiker und Komponist stieg er Anfang der Achtziger als Schauspieler ins Filmgeschäft ein. Im Kino war er unter anderem in "Die Klapperschlange" (1981), "Robin Hood - Helden in Strumpfhosen" (1993), "Flipper" (1996), dem Remake von "Shaft" (2000) und in "Wild Christmas" (2000) zu sehen. Auch in TV-Serien wie "Detektiv Rockford: Anruf genügt", "Das A-Team" oder "Miami Vice" spielte Hayes mit - meistens in der Rolle des Bösewichts.</P><P>Als Bürgerrechtler engagiert Hayes sich für die Rechte der Schwarzen. In den Sechzigern ging er dafür an der Seite von Martin Luther King auf die Straße. Die "Isaac Hayes Foundation" organisiert Benefizkonzerte und setzt sich für die Alphabetisierung, Ausbildung und Erziehung verarmter Minderheiten auf der ganzen Welt ein.</P><P>Auf Grund seines sozialen Engagements wurde der Scientologe 1995 in Ghana zum König ehrenhalber ernannt, was ihm den zusätzlichen Namen "Nene Katey Ocansey I." einbrachte. Als Isaac Hayes wurde ihm im März dieses Jahres erneut große Ehre zuteil: die Soul-Legende bekam einen Platz in der Rock & Roll Hall of Fame.</P>

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