Speck kämpft gegen Haftantritt

- Dortmund - Der wegen Betrugs zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilte Schauspieler Karsten Speck (45/"Hallo Robbie!") will weiter gegen seinen sofortigen Haftantritt kämpfen. Sein Anwalt erklärte am Mittwoch, er wolle die Ablehnung eines Haftaufschubs durch die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Dortmund anfechten. Ein entsprechender Antrag werde noch am Mittwoch gestellt, sagte Rechtsanwalt Götz Reuker in Dortmund. Unterdessen droht die Staatsanwaltschaft mit einem Haftbefehl gegen Speck.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte am Dienstag den Antrag Specks auf Aufschub bis zum Abschluss von Dreharbeiten für die Fernsehserie "Hallo Robbie!" abgelehnt. Angeforderte Unterlagen seien nicht vorgelegt worden, hieß es. Speck sollte bereits am Dienstag seine Haft antreten, blieb aber vorerst auf freiem Fuß.

Laut Staatsanwaltschaft Dortmund will die Verteidigung nun neue Unterlagen vorlegen. Komme in den kommenden Tagen jedoch nichts, werde Haftbefehl gegen Speck erlassen, sagte Oberstaatsanwältin Ina Holznagel. "Ewig warten wir nicht." Vor allem um der Geschädigten willen wolle man aber noch ein paar Tage abwarten. Die Verteidigung hatte laut Staatsanwaltschaft den Antrag auf Aufschub damit begründet, dass der Schauspieler sein Honorar unter anderem zur Schadenswiedergutmachung verwenden werde. Laut Strafprozessordnung kann ein Aufschub für maximal vier Monate gewährt werden.

Reuker sagte, dass die Prüfung durch das Landgericht ein oder zwei Monate dauern könne. Er sei zuversichtlich, dass der Aufschub genehmigt werde und Speck bis zu der Entscheidung auf freiem Fuß bleibe. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wollte er nicht kommentieren.

Der Fernseh- und Bühnenstar war vom Landgericht Dortmund wegen millionenschweren Betruges im Zusammenhang mit gescheiterten Bauprojekten zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte in dem fast zwei Jahre dauernden Verfahren gestanden, 1996 Investoren für Bauprojekte angeworben zu haben, obwohl er wusste, dass seine Geschäftspartner das Geld zweckentfremden könnten. Den Betrogenen ist nach Berechnungen der Staatsanwaltschaft ein Schaden von rund einer Million Euro entstanden.

Speck hat nach Angaben seines Anwalts eine Ladung zum offenen Vollzug erhalten. "Fast jeder, der seine Strafe aus der Freiheit heraus antritt, kommt in den offenen Vollzug", erklärte Reuker. Offener Vollzug bedeute, dass Speck die Justizvollzugsanstalt jeden Tag verlassen dürfe, um zu arbeiten. Nach der Arbeit muss er sie am Abend wieder aufsuchen. Privates dürfe in dieser Zeit nicht unternommen werden. Speck plane entsprechend im Winter, an der Synchronisation der derzeit gedrehten Folgen von "Hallo Robbie!" mitzuarbeiten, so Reuker.

Der 45-Jährige steht derzeit als Hauptdarsteller für die fünfte Staffel der ZDF-Familienserie "Hallo Robbie!" auf der Ostseeinsel Rügen vor der Kamera. Die Dreharbeiten sollen nach Angaben der Produktionsfirma noch bis Oktober dauern. Speck spielt in der Serie den Leiter einer Seehundstation.

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