Die Spiders bei einem Auftritt im Rockhouse.
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Die Spiders bei einem Auftritt im Rockhouse.

40. Bandjubiläum

Vollgas-Zeit: So gelang der Spider Murphy Gang der Durchbruch

  • Armin Geier
    vonArmin Geier
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„Schickeria“ oder „Skandal im Sperrbezirk“: Die Spider Murphy Gang ist ein Münchner Original. Seit 40 Jahren gibt es die Band nun. Zeit für einen Rückblick.

München - Es sind die 70er-Jahre, als AC/DC-Sänger Bon Scott ins Mikro röhrt, dass es ein langer Weg an die Spitze ist, wenn man Rock’n’Roll will. Auch die Spiders können davon ein Lied singen. Keine Plattenfirma will die vier Münchner unter Vertrag nehmen, überall bekommen sie das Gleiche zu hören: „Bairisch und Rockmusik ist scheiße!“ Aber dann passiert es endlich: Bei einem Auftritt 1980 im Memoland hört sie ein Produzent der Kölner Plattenfirma EMI. Und der Mann ist begeistert von den Songs. Es ist der Beginn der Vollgas-Zeit!

Barney erinnert sich: „Eigentlich war es ein Scheißvertrag. Wir bekamen nur vier Prozent Nettoanteil – das waren vielleicht 50 Pfennig pro LP.“ Üblich wären rund 30 Prozent gewesen. Also nix schneller Reichtum. Aber egal, die Buam sind erst mal nur stolz, bei einem großen Label untergekommen zu sein. Und keiner wusste ja, ob der Bayern-Rock auch wirklich zündet.

Spiders ruhen sich nicht auf den ersten Lorbeeren aus

Dass er dies tut, zeigt sich schnell: In wenigen Wochen verkauft sich die Platte „Rock’n’Roll Schuah“ über 50.000-mal. Plötzlich sind die Spiders gefragt, sollen sogar im Fernsehen auftreten – wo es zu skurillen Szenen kommt. „Als wir mit Rock’n’Roll Rendezvous 1980 im Musikladen bei Michael Leckebusch aufgetreten sind, haben sie tatsächlich noch deutsche Untertitel eingeblendet“, erzählt Barney lachend. „Auch die Zeile „Schubidubiduwahwahuhwahwahuh“.“ Sogar in die konservative Abendschau werden die Musiker eingeladen.

Die Spiders ruhen sich nicht auf den ersten Lorbeeren aus. Im Gegenteil: Schon wenige Monate später gehen sie ins EMI-Studio in Köln und nehmen 1981 ihr Meisterwerk auf: „Dolce Vita“. Die erste Single ist Skandal im Sperrbezirk. „Aber viele Radiosender wollten die Nummer nicht spielen“, so Günther Sigl. „Wegen der Nutten im Text.“ Dabei hat man den Song extra in Hochdeutsch aufgenommen, um deutschlandweit Fans zu gewinnen. Also jagt man blitzschnell die zweite Single Schickeria hinterher – beide Lieder werden zu Hits. 

Satte 91 Wochen bleibt „Dolce Vita“ in den Album-Charts, Skandal ist acht Wochen Nummer eins in Deutschland. „1982 war sicher unser absolut bestes Jahr“, gibt Günther Sigl zu. „Damals haben wir Studenten engagiert, die unserer Autogrammkarten orginalgetreu signierten“, so Schlagzeuger Franz Trojan. Zu groß war die Nachfrage, waren die vier doch in jeder Bravo-Ausgabe zu finden. „Und in der Dortmunder Westfalenhalle haben wir vor 15 000 Menschen gespielt. Es war einfach Wahnsinn.“

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