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Die Spiders (im Vordergrund Ludwig Seuss) rocken im Vereinsheim.

Trotz Krisen

Spider Murphy Gang: „Wir machen das, bis wir nicht mehr können“

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Auch bei der Spider Murphy Gang war nicht immer alles heile Welt. Doch das wäre dieser Band auch nicht angemessen. Zusammengerauft haben sie sich in den letzten 40 Jahren noch immer.

München - S’ Lebn is wiar a Traum, sang Günther Sigl 1984. Auch die Nummer wurde natürlich ein Hit. „Diese ganze Zeit war ein Traum“, erzählt der Sänger heute. Und er fügt dankbar an: „Weil dadurch etwas in Erfüllung ging, wovon jeder Musiker träumt: dass du finanziell so unabhängig bist – und für immer nur ­Musik machen darfst.“

Heute hat Günther ein kleines Studio im Keller seines Hauses in Gräfelfing. Fast täglich tüftelt er darin an neuen Songs. Manchmal schaut auch Kumpel Barney vorbei und spielt ein Gitarrenriff ein. Nein – ohne Rock’n’Roll geht’s bei den Spiders ned. „Wir werden das machen, bis wir nicht mehr können.“ Ein Versprechen, das die Fans gerne hören werden.

So gelang der Spider Murphy Gang der Durchbruch

Natürlich gab es auch Krisen in der Band. Da war 1992 der Ausstieg von Schlagzeuger Franz Trojan, der plötzlich Progressivrock machen wollte – und ein immer größeres Drogenproblem bekam. „Ich habe sogar mit Billy Gibbons von ZZ Top hinter der Bühne gekokst“, erzählte er oft. Aber das war nicht alles: In den späten 90ern begann es auch zwischen Günther und Barney öfter zu krachen. Wenn sich die Band im Studio um 8 Uhr morgens traf, da ging der Gitarrist meist erst ins Bett. Günther zuckt die Schultern: „Wenn Barney zu spät kam, sagte er gern: ‚Dafür bin ich ja Rock’n’Roller geworden, damit ich nicht so früh aufstehen muss‘.“

Große Ehre: Im Jahre 2012 werden die Spiders vom damaligen OB Christian Ude mit der Medaille „München leuchtet“ ausgezeichnet.

„Es knallt halt auch mal, aber...“

Der Sänger versuchte, die Probleme einfach auszublenden: „Bei vielem schaute ich nicht so genau hin und will es auch gar nicht sehen.“ Aber der Alkohol, das ständige Rauchen – oft wird deshalb gestritten. Als Günther 2010 seine Solo-Platte Habe di Ehre herausbringt, kommt Barney nicht zur Präsentation ins Lustspielhaus. Sein Vorwurf: Die Energie für die Platte hätte man auch in ein neues Spider-Album stecken können.

Aber Freunde wissen: Günther und Barney sind wie ein Ehepaar. „Da knallt es halt auch mal“, so der Sänger. „Aber wir werden immer zusammenbleiben.“ Besonders dieses Jahr – zum 40. Bandjubiläum. Auf die Konzerte in der Olympiahalle am 28. und 29. Oktober freut sich die Gang schon jetzt: „Das wird der ultimative Auftritt“, so ihr Versprechen.

Daran zweifelt keiner. Denn wie sagte Fredl Fesl mal über die Spider Murphy Gang: „Jeder mog de. Einfach jeder!“

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