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Die spanische Königsschwester Cristina vor Gericht in Palma de Mallorca.

20 Haft für ihren Mann?

Staatsanwalt verlangt Freispruch für Infantin Cristina

Palma de Mallorca - Der Prozess gegen die Schwester des spanischen Königs und gegen deren Ehemann geht in die Schlussphase. Die Infantin Cristina kann auf einen Freispruch hoffen, ihrem Mann droht eine lange Haftstrafe.

Im Prozess gegen die spanische Infantin Cristina und 16 weitere Angeklagte hat die Staatsanwaltschaft einen Freispruch für die Schwester von König Felipe VI. gefordert.

Für Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarin verlangte Staatsanwalt Pedro Horrach am Freitag in seinem Schlussplädoyer fast 20 Jahre Haft. Der Ankläger hielt damit an seinen Forderungen fest, die er zu Beginn des im Januar eröffneten Verfahrens um einen Finanzskandal erhoben hatte.

Die 50-jährige Cristina ist in der Geschichte Spaniens die erste nahe Verwandte eines Monarchen, die in einem Finanzverfahren angeklagtist. Ihr wird zur Last gelegt, ihrem Ehemann Beihilfe zum Steuerbetrug geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft war von Anfang an dagegen, der Infantin den Prozess zu machen. Die Schwester des Königs wurde dennoch angeklagt, weil die Gewerkschaft Manos Limpias (Saubere Hände) als Nebenklägerin darauf bestanden hatte. Deren Anwältin verlangte am Freitag acht Jahre Haft für Cristina.

Datum der Urteilsverkündung noch unklar

Der Prozess in Palma de Mallorca trat fünf Monate nach der Eröffnung in seine Schlussphase. Die Infantin und ihr Ehemann mussten für die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger vor dem Gericht in Palma de Mallorca erscheinen. In der kommenden Woche wollen die Verteidiger plädieren. Die Verhandlungen sollen vor dem 30. Juni abgeschlossen werden. Das Datum der Urteilsverkündung steht noch nicht fest.

Der 48-jährige Urdangarin ist einer der Hauptangeklagten. Der frühere Handballstar soll als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos zusammen mit einem Geschäftsfreund rund sechs Millionen Euro Steuergelder veruntreut haben.

Cristina war Teilhaberin einer Firma, die ihr Mann laut Anklage dazu benutzt haben soll, Gelder aus der Stiftung abzuziehen. Bei ihrer Vernehmung vor dem Gericht hatte die Infantin betont, sich um die Geschäfte ihres Mannes nie gekümmert zu haben. Sie habe die Beteiligung an der Firma nur akzeptiert, weil ihr Mann sie darum gebeten habe, hatte die Infantin ausgesagt. Sie habe nie an Vorstandssitzungen dieser Firma teilgenommen.

Die Organisation Manos Limpias, auf deren Initiative sich die Anklage Cristinas stützt, war zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Ihr Präsident Miguel Bernad befindet sich wegen des Verdachts der Erpressung in Untersuchungshaft.

dpa

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