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Piotr Beczała lobt den Teamgeist der polnischen Manschaft. Foto: Sebastian Kahnert

Star-Tenor Beczała: Wir haben nicht nur Lewandoswki

Der polnische Weltklasse-Tenor Piotr Beczała ist passionierter Golf-Spieler. Aber auch das Geschehen auf dem Fußballrasen verfolgt er genau. Bei der EM in Frankreich räumt er Polen gute Chancen ein.

Dresden (dpa) - Der Tenor Piotr Beczała ist für sein Wagner-Debüt im "Lohengrin" an der Seite von Anna Netrebko in höchsten Tönen gelobt worden. Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich kann er aufgrund vieler Gastspielverpflichtungen nur sporadisch verfolgen.

Dennoch drückt er der Mannschaft aus seinem Heimatland Polen die Daumen. "Wir haben nicht nur Robert Lewandowski, sondern auch viel Teamgeist", sagte der 49 Jahre alte Opernstar der Deutschen Presse- Agentur.

Frage: Wer wird Europameister und warum?

Antwort: Fußball ist ein Spiel, das viele Mannschaften spielen und das am Ende Deutschland gewinnt. Das ist die klassische Definition. Aber im Ernst: Man kann es nur schwer voraussagen. Meine Antwort lautet Polen. Wir haben eine total neue Mannschaft. Früher hatten die Verantwortlichen keine Ahnung, wie man einen Teamgeist entflammt. Wir haben nicht nur Robert Lewandowski, sondern auch viel Teamgeist. Deshalb haben wir gute Chancen, weit zu kommen. Träumen darf man ja.

Frage: Wie und wo schauen Sie Fußball?

Antwort: Ich bin viel unterwegs und schaue Fußball dort, wo ich gerade bin. Ich werde die EM in ein paar Hotels anschauen und dann in meiner Wohnung in Wien, weil ich zu dieser Zeit Auftritte in Wien habe. Dort besitze ich auch einen großen Fernseher.

Frage: Was war für der größte Fußballmoment Ihres Lebens?

Antwort: Da muss ich sehr weit zurückschauen. Das war in den 1970er Jahren. In der EM-Qualifikation 1974/1975 besiegten wir die Niederlande mit 4:1. Da waren Leute wie Grzegorz Lato und Andrzej Szarmach dabei. Meine Eltern bauten damals ein Haus. Auf dem Deckel der Senkgrube haben wir das Spielergebnis verewigt. Es ist heute noch zu sehen.

Frage: Wirken sich die Terroranschläge von Paris auf Ihre EM-Begeisterung aus?

Antwort: Auf die Begeisterung nicht. Aber im Hinterkopf ist die Angst immer dabei. Kurz nach den Anschlägen auf das Bataclan (im November 2015) bin ich in Paris gewesen und habe dort in der Nähe gewohnt. Ich habe gesehen, mit welchen Bedenken die Leute damals in dieser Gegend auf die Straße gingen. Wir müssen mit dieser Gefahr leben. Als Opernsänger bin ich jeden zweiten, dritten Tag in einem anderen Gebäude mit 2000 bis 3000 Menschen. Die Gefahr sollte uns aber nicht abhalten, ein normales Leben zu führen.

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