Stars zum Kennenlernen beim Filmfestival in Rom

- Rom - Richard Gere philosophiert über das Alter ("Ich, ein Sexsymbol? Mit 57 Jahren?), Leonardo DiCaprio bekennt sich zum Umweltschutz, Monica Bellucci zur sexuellen Treue ("Ich bin eine Frau, der man trauen kann.") - richtig mitteilsam geben sich die Stars beim Filmfestival in Rom.

Schließlich heißt es, das erste Filmfest in der Ewigen Stadt sei "ausgesprochen publikumsorientiert". Soll meinen: Während die Gäste aus Hollywood bei der altehrwürdigen Filmbiennale von Venedig in die feinen Luxushotels auf den Inseln abtauchen, könnten die Römer ihre Stars auf Schritt und Tritt verfolgen - die Filme rücken da fast ein bisschen in den Hintergrund.

Über Richard Gere etwa, der die Hauptrolle in "The Hoax" von Lasse Hallström spielt und dafür warmen Beifall bekommt, wissen die Römer alles: Er wohnt im (eher gediegenen) Hotel de Russie an der Piazza del Popolo, zum Abendessen geht er mit Ehefrau und Söhnchen Homer ins Restaurant "Il Matriciano" auf der anderen Tiberseite - nur den römischen Verkehr findet er nach eigenen Worten ätzend.

Da ist der Kollege DiCaprio, der in Martin Scorseses "The Departed" einen Undercover Agent spielt, doch etwas bodenständiger: Er wohnt im Hilton, isst am liebsten Pizza und Supplì, das sind die gebratenen Reisbällchen, "fast wie ein ganz normaler Typ", wie eine Zeitung vermerkt. Nur bei der Kleidung legt er Wert auf Qualität, da setzt er ganz auf Armani.

Und die Filme? Natürlich feiern die Italiener "ihren" Martin Scorsese, zwar ist sein Thriller über korrupte Cops auf dem US-Markt schon angelaufen. Aber der alternde Jack Nicholson als Mafiaboss ist schlichtweg umwerfend, sein warmes, ironisches Lächeln verliert der Mann einfach nie. Ganz wunderbar gespielt, nur ist es sicher kein Zufall, dass dem Zuschauer immer wieder Marlon Brando und "Der Pate" in Erinnerung kommen. Das ist heute immerhin 30 Jahre her - ob man sich an die Nicholson-Rolle in drei Jahrzehnten auch noch erinnert?

Bei Hallströms "The Hoax" mit Richard Gere dagegen hat das Festival schwer gepatzt: Die Pressevorführung findet in einem Kinosaal mit 150 Plätzen statt. Dabei drängen sich gut 1000 Menschen, darunter Stardirigent Riccardo Muti, der ebenfalls keinen Einlass findet. Der Film erzählt die (wahre) Geschichte eines amerikanischen Journalisten, der in den 70er Jahren eine Biografie des bizarren und menschenscheuen Multi-Milliardärs Howard Hughes fälschte, der sich aus Angst vor Bakterien völlig von der Welt zurückgezogen hatte. Richard Gere musste sich für die Rolle die Haare tizianrot färben lassen, der Maskenbildner veränderte seine Nase, "als wäre ein Liften schief gelaufen", wie ein römischer Kritiker vermerkt. Seinen rechten Charme vermag er in der Rolle nicht zu versprühen, echte Begeisterung über den Streifen bleibt aus.

Trotzdem, die Römer sind überglücklich, endlich mal wieder ein kulturelles Großereignis zu haben, in der ganzen Stadt sind Zelte "zum Mitfeiern" aufgebaut, 45 000 ganz normale Leute haben bisher Karten für Vorstellungen gekauft. Nur hinter den Kulissen ist der Ton aggressiv und angespannt. Dass es in Rom, alles in allem, so gut klappt, schürt die Ängste in Venedig. "Festival der Banken", wettert Venedigs Bürgermeister Massimo Cacciari mit Blick auf die großzügigen Sponsoren in Rom. Und noch jemand ist sauer, wissen Insider: Sophia Loren, die "Mutter aller Diven", sei nicht standesgemäß zum Festival eingeladen worden.

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