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Liefert nicht nur die Musik zum „Summer of Love“, sondern auch das passende Bier: Stefan Dettl, Kopf von LaBrassBanda und nun erneut mit einem Soloalbum unterwegs.

Rockstar auf Abwegen

Stefan Dettl und sein "Lovebeer" 

München - Wer laute Musik macht und etwas auf sich hält, der verkauft heute seinen eigenen Alkohol. So auch der bayerische „Rockstar“ Stefan Dettl. Sein Weißbier heißt „Lovebeer“ und trinkt sich am besten zum neuen Album.

Ein echter Bayer, der scheißt sich nix. Niemals nie. Stefan Dettl, der charismatische Kopf der Chiemgauer Blaskapelle LaBrassBanda, sagt derlei Sätze gerne und so oft, dass man darin eine Art Mantra sehen kann. Ein Mantra, das sich nun illustriert wiederfindet auf dem Cover seines zweiten Soloalbums „Summer of Love“. Darauf ist er von hinten zu sehen, in der einen Hand ein Koffer, in der anderen ein (mutmaßlich fesches) Madl.

Die beiden laufen über einen Feldweg, in Richtung Sonnenuntergang, nehmen wir jetzt einfach mal an. Doch das ist alles wurscht, denn das, was von diesem Bild hängenbleibt, das ist der nackte Po, den Stefan Dettl hier wie selbstverständlich spazieren führt. Ein echter Bayer, der scheißt sich eben nix.

Dabei hätte gar nicht er sich ausziehen sollen, sondern das Madl, ein Model aus Lissabon. „Der Fotograf kam auf mich zu und meinte: ,Hey, so ein Shooting ist viel entspannter, wenn Du Dich als Erstes ausziehst‘‘‘, erzählt Dettl. „Das habe ich dann gemacht, und am Ende haben wir festgestellt, dass das das geilere Foto ist.“ Viel besser könnte man ein Album (Kritik siehe Kasten) in der Tat nicht bebildern, auf dem er den „Sommer der Liebe“ besingt, den Höhepunkt der Hippie-Bewegung vor nunmehr 45 Jahren.

Was Dettl, Jahrgang 1981, mit den Hippies am Hut hat? Nichts, eigentlich. „Ich bin mit Rednex, Whigfield und Nirvana aufgewachsen, nicht mit Pink Floyd und den Beatles. Meine Eltern waren eher spießbürgerlich, die haben mich versehentlich hippiemäßig erzogen.“ Warum dann ein Konzeptalbum, das sich mit dieser Zeit beschäftigt? Es gehe ihm um den Sound von damals, sagt Dettl, um hausgemachte Musik, ohne Computer, ohne Effekte, live dargeboten: „Wahre Musikliebhaber wollen die Schweißtropfen des Gitarristen abkriegen, ihre Band Fehler spielen hören. Alles andere passt zu Bayern net, zu mir net.“

Dettl, der Tausendsassa, der mit Landesjugendorchester durch Europa reiste, der klassische Musik studierte und Jazztrompete, der im Jahr 2007 Frontmann von La- BrassBanda wurde und das Magazin für bayerische Aspekte „Muh“ herausgibt, möchte heuer seinen eigenen Sommer der Liebe veranstalten.

Sein neues Album ist auf Platz 25 der deutschen Charts eingestiegen, nicht schlecht für jemanden, der keine einzige Silbe Hochdeutsch spricht und stets in Lederhosen auftritt. Auf Konzerten verteilt Dettl Samen von Ringelblumen, versehen mit ein paar Zeilen: „Stichwort Guerillagärtnerei. Streut die Samen auf Verkehrsinseln, Parkplätze, vor Einkaufszentren, in Gewerbegebiete, vor Polizeistationen, Atomkraftwerke, in den Garten vom grantigen Nachbarn oder sonst wohin, wo ein bissl mehr Farbe, Gefühl und Liebe nicht schaden könnten.“

Die Liebe wiederum, die sprießt dann am besten, zumindest beim Menschen, wenn ein bissl Alkohol im Spiel ist. Vielleicht hat Dettl sein eigenes Bier auch deswegen brauen lassen, rechtzeitig zur Veröffentlichung von „Summer of Love“. „Lovebeer“ heißt es und ist ein obergäriges Weizenvollbier mit 5,2 Prozent Alkohol und einer Stammwürze von 12,8 Prozent. Gebraut wurde es in der experimentierfreudigen Brauerei „Camba Bavaria“ in Truchtlaching (Kreis Traunstein), 400 Meter entfernt von Stefan Dettls Zuhause. Und warum? „Weil es für mich als Bayer das Größte ist, ein Bier zu haben, auf dem der eigene Name steht“, sagt er und lacht.

Achtzig Hektoliter „Lovebeer“ (nur) waren im freien Verkauf erhältlich, also 16 000 Halbe. Nur 14 Kästen à sechs Flaschen sind offiziell noch zu haben. Wer das Glück hat, in den Genuss des Bieres zu kommen, kann vielleicht nachvollziehen, was auf dem Werbezettel steht über „intensive, exotische Fruchtaromen wie Mango und Blutorange“ , über eine „spritzige Grapefruitnote“ und eine „deutlich frische und fruchtige Hopfennote“. Eines aber ist das „Lovebeer“ auf jeden Fall – süffig. Und noch was, sagt Stefan Dettl: „Es ist mit viel Liebe gebraut.“ Genau richtig also für den „Summer of Love".

Von Thierry Backes

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