Stefan Raab zahlt 20 000 Euro

- München - Der Fernsehmoderator Stefan Raab wird 20 000 Euro an eine von ihm gekränkte Frau zahlen. Über seine Anwälte verpflichtete sich Raab am Montag vor dem Landgericht München I außerdem, sich bei der 29-Jährigen bis zum 31. März schriftlich zu entschuldigen. Die Frau zog dafür ihren Strafantrag wegen Beleidigung und Verletzung des Kunsturhebergesetzes zurück, das Gericht stellte das Berufungsverfahren ein. Raab erschien nicht persönlich vor Gericht. Er hatte sich mit Fernseh-Verpflichtungen entschuldigt.

Der Moderator hatte in seiner Satire-Sendung "TV Total" auf ProSieben im September 2004 die Nebenklägerin ohne deren Einwilligung mit der Schultüte ihrer gerade eingeschulten Tochter im Arm gezeigt und die Aufnahme mit den Worten kommentiert: "Unfassbar, oder? Die Dealer tarnen sich immer besser." Raab wurde ein Jahr später in Abwesenheit von einer Münchner Amtsrichterin zu 150 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der 39-Jährige und die Staatsanwaltschaft fochten die Entscheidung an.

Zum Auftakt des Berufungsprozesses schlug der Vorsitzende Richter Klaus Jörg vor, das Verfahren durch Rücknahme des Strafantrags und Zahlung "eines gewissen Schmerzensgeldes" zu erledigen. "Der Fall ist nicht so eindeutig", warnte er die Beteiligten. Die Nebenklägerin habe ihren Zivilrechtsstreit um eine Entschädigung in zwei Instanzen verloren, weil zwar eine Ehrverletzung vorliege, aber keine schwerwiegende. "Meine Mandantin ist vor einem Millionenpublikum durch den Dreck gezogen worden", hob Anwalt Frank Roeser hervor und beklagte eine "Zwei-Klassen-Justiz" bei dem Zivilgericht. Seiner Mandantin ging es vor allem um die Entschuldigung: "Darauf bestehe ich!"

  Nach telefonischer Rücksprache mit dem Moderator kam die vorgeschlagene Einigung zustande. Der 39-Jährige zahlt 20 000 Euro und die Verfahrenskosten "zur Wiederherstellung des Rechtsfriedens und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht", wie seine Anwälte Professor Norbert Getzweiler und Heiko Klatt betonten. Die Rücknahme des Strafantrags durch die Nebenklägerin war Voraussetzung für die Einstellung des Verfahrens - die Anklagedelikte werden nur auf Antrag verfolgt.

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