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Jörg Kachelmann und Alice Schwarzer werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr.

Online-Krieg

Schwarzers Steuer-Affäre: Kachelmann lästert

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München - Alice Schwarzer erntet viel Häme und Kritik für ihren jahrzehntelangen Steuerbetrug. Besonders heftig teilt Meteorologe Jörg Kachelmann gegen die Frauenrechtlerin aus.

Er sei "nicht souverän genug, mir die klammheimliche Freude zu verkneifen", schreibt Jörg Kachelmann auf dem Twitter-Account, der seinen Namen trägt. Feine Zurückhaltung kann man die Reihe von bösen Kurznachrichten wirklich nicht nennen, die der Wettermann losgelassen hat, seit Alice Schwarzer ihren jahrzehntelangen Steuerbetrug bekanntgab. 

Die 71-Jährige hatte in ihrem Blog erklärt, dass sie den Behörden erst im vergangenen Jahr ein Schweizer Konto offengelegt habe, das sie bereits in den 80er-Jahren eingerichtet hatte. Nach einer Selbstanzeige hatte sie für die vergangenen zehn Jahre insgesamt etwa 200.000 Euro Steuern nachgezahlt - plus Säumniszinsen. Bitter beschwert sich die Feministin über die vom "Spiegel" losgetretene Berichterstattung. Während ihr Anwalt mit rechtlichen Schritten droht, spricht Schwarzer von "Rufmord".

"Dass Frau Schwarzer sich als Opferin von Rufmord sieht, ist wirklich eine originelle Idee gerade von ihr", twittert Kachelmann, denn als genau das betrachtete er auch die Artikel, die Schwarzer für die "Bild"-Zeitung schrieb, als er 2010/11 von einer ehemaligen Geliebten der Vergewaltigung bezichtigt wurde. Der Anwalt des Meteorologen sprach damals von einem "öffentlichen Feldzug" gegen seinen Mandanten. Den führte die Publizistin auch nach dem für sie inakzeptablen Freispruch weiter.

Urteil im Fall Kachelmann: Die Stationen des Prozesses

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Seitdem lässt der 55-Jährige kaum eine Gelegenheit aus, gegen seine Intimfeindin auszuteilen. Die Steuer-Affäre bietet ihm da natürlich eine Steilvorlage. Voller Ironie hackt er in die Tasten: "Als Schweizer ist es mir besonders unangenehm, Geld einer Person mit der kriminellen Energie von Frau #Schwarzer im Land gehabt zu haben." Dass er seine Follower überwiegend auf seiner Seite hat, sieht man auch an der Antwort von User @TellyExplosion: "Nachvollziehbar... Als Deutscher ist es mir sehr unangenehm, so eine Person im eigenen Land zu haben."

Auch vor recht geschmacklosen Kommentaren schreckt der 55-Jährige nicht zurück, etwa wenn er fragt: "Woher hatte #Schwarzer diese Millionen? Provision für jede Abtreibung ?" - eine Anspielung auf die von Schwarzer im Jahr 1971 ins Leben gerufene Aktion, bei der sich 374 Frauen im "Spiegel" dazu bekannten, abgetrieben und damit gegen geltendes Recht verstoßen zu haben.

Doch auch die Medien bekommen von Kachelmann ihr Fett weg. "Wir werden bald ein sehr gefühlig-schmieriges Interview von #Lanz mit #Schwarzer sehen und unsere Brechbecherchen bereithalten müssen", prophezeit er. Tatsächlich ist die 71-Jährige jetzt selbst zum Talkshow-Thema geworden. Das kurzfristig geänderte Thema der ARD-Sendung „Hart aber fair“ lautete am Montagabend: „Was, die auch - kein Recht auf Steuergeheimnis für Alice Schwarzer?“ Die eingeladene Hauptperson sagte ihr Kommen jedoch ab - "nach kurzer Bedenkzeit", wie WDR-Sprecherin Annette Metzinger dem Kölner "Express" sagte.

hn

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