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Infantin Cristina, Schwester des spanischen Königs Felipe VI., muss sich vor Gericht verantworten.

Steuervergehen

Infantin Cristina muss auf die Anklagebank

Palma de Mallorca - Zum ersten Mal muss sich ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht verantworten: Die spanische Infantin Cristina wird wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs angeklagt.

Ein Richter in Palma de Mallorca entschied am Montag, dass der Schwester des spanischen Königs Felipe VI. im Zusammenhang mit illlegalen Geschäften ihres ebenfalls beschuldigten Ehemannes Iñaki Urdangarin der Prozess gemacht wird. Angeklagt ist die 49-jährige Cristina wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung in zwei Fällen.

Der Sonderstaatsanwalt für Korruptionsvergehen, Pedro Horrach, hatte allerdings dafür plädiert, gegen Felipes Schwester keine Anklage zu erheben und das Verfahren gegen die Infantin einzustellen. Der Ermittlungsrichter entschied jedoch, dass das Gesuch eines Nebenklägers ausreiche, Cristina unter Anklage zu stellen. Die Gewerkschaft Manos Limpias (Saubere Hände) hatte als Nebenkläger für die Infantin acht Jahre Haft gefordert.

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Urdangarin wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem früheren Geschäftspartner sechs Millionen Euro Spendengelder für die Wohltätigkeitsorganisation Noos veruntreut zu haben, deren Vorsitzender er war. Seine Ehefrau war Mitglied im Vorstand von Noos. Die Ermittler vermuten, dass ein zweites und gemeinsam von dem Ehepaar geführtes Unternehmen namens Aizoon zum Zweck der Geldwäsche der Spenden für Noos genutzt wurde.

Die vierfache Mutter Cristina beteuert, nichts von den mutmaßlichen Machenschaften gewusst und in finanziellen Dingen vollkommen ihrem Mann vertraut zu haben.

Die Ermittlungen in dem Korruptionsverfahren dauern seit 2010 an. Es wird erwartet, dass der Prozess in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres eröffnet wird. Insgesamt müssen sich 17 Angeklagte vor Gericht verantworten. Dazu soll auch der Ex-Regierungschef der Balearen und frühere spanische Umweltminister Jaume Matas gehören. Gegen die Entscheidung des Richters ist im Prinzip kein Einspruch möglich.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor zwei Wochen die Einstellung des Verfahrens gegen die Infantin gefordert, gleichzeitig aber die Zahlung von Schadenersatz verlangt. Die 49-Jährige hinterlegte daraufhin in der vergangenen Woche gut 587.000 Euro auf einem Gerichtskonto.

AFP/dpa

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