Rod Stewart mit neuem Album auf Erfolgskurs

- Düsseldorf - Der rockende Schotte hat es sich bequem gemacht. In lässiger Blue-Jeans, weißem Schlabberhemd und braunem Wildledermantel sitzt Rod Stewart auf der Ledercouch. Seine blonde Mähne ist wie immer perfekt frisiert. Man sieht dem siebenfachen Vater seine 61 Jahre nicht an.

"Die engen Hosen ziehe ich mir nicht mehr an. Heute mag ich lieber weite Klamotten", sagt Stewart im dpa-Interview. Er ist nach Deutschland gekommen, um sein neues Album vorzustellen; in den USA ist "Still The Same" bereits vor zwei Wochen auf Platz eins der Charts geschossen. Dabei gibt er sich locker-lässig und wirkt nicht wie der exzentrische Altstar, der sich künstlich an sein altes Sexsymbol-Image klammert - auch wenn dieses, wie sein Privatleben überhaupt, immer wieder für Schlagzeilen gut ist.

So hatten britische Medien im vergangenen Monat berichtet, dass er sich nach der Geburt des nächsten Kindes sterilisieren lassen wolle. "Das mit der Sterilisation ist Quatsch, das ist eine Erfindung der englischen Klatschpresse", erklärt Stewart. "Ich habe lediglich in einem Interview gesagt: Nach der Geburt des achten Kindes verlässt kein Zug mehr den Bahnhof." Immerhin hat er mit fünf verschiedenen Frauen bereits sieben Kinder.

Beeindruckt zeigt sich der passionierte Fußballliebhaber und Fan des schottischen Erstligisten Celtic Glasgow vom Wortschatz seines jüngsten Sohnes Alastair Wallace. Immerhin könne der bald Einjährige schon drei Worte: "Mum", "Dad" und "Celtic".

Die Hochzeit mit seiner Verlobten Penny Lancaster, Mutter von Alastair Wallace, ist fürs kommende Jahr geplant. Wann und wo ließ sich der Frauenschwarm nicht entlocken. Natürlich ist die 35-Jährige blond, wie ihre Vorgängerinnen auch. Die englische Presse verpasste Stewart für sein Blondinen-Faible einst den Spitznamen "Serien-Blondogamist".

Wie er seine große Familie und die Karriere unter einen Hut bringt? "Ich bin heute in einer Position, die es mir erlaubt, meine Zeit weitgehend selbst zu bestimmen", sagt er. Allerdings gelinge ihm das trotz seines Jahrzehnte währenden Erfolgs mit Welthits wie "Sailing", "Maggie May" oder "Baby Jane" nicht immer: "Auch ich muss mich in diesem Geschäft immer noch durchboxen. Ob man es glaubt oder nicht." Einen großen Unterschied zu früher sieht der Musiker in der Schnelllebigkeit der Branche. 1971 hatte sein erstes Top-Album "Every Picture Tells A Story" sieben Wochen die US-Charts angeführt. "Jetzt bin ich schon nach einer Woche wieder von P. Diddy abgelöst worden."

An sein Karriereende verschwendet Stewart angeblich keinen Gedanken. "Das geht nicht, wie soll ich denn dann meine kostspieligen Kinder durchbringen", sagt er mit einem kratzigen Lachen. Er selbst ist aber auch nicht gerade knauserig: Allein für seine korrekte Frisur gibt der eitle Rockstar angeblich 9000 Euro im Jahr aus.

Im kommenden Jahr können seine Fans in Deutschland die teure Lockenmähne ein einziges Mal live bewundern: Am 18. Juli 2007 tritt er in der Hamburger "Color Line Arena" auf.

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