+
Karlheinz Böhm mit Tochter Aida (links) und Ehefrau Almaz (rechts), der er 2011 die Geschäftsführung seiner Äthiopien-Stiftung übergeben hatte.

Karlheinz Böhms Erbe in Verruf?

Stiftung "Menschen für Menschen" wehrt sich

München - Gegen den Vorwurf der Verschwendung hat sich die von Karlheinz Böhm gegründete Stiftung "Menschen für Menschen" jetzt mit einer Strafanzeige gewehrt.

Wegen versuchter Erpressung, Nötigung, Beleidigung, Verleumdung und falscher Verdächtigung habe die von Schauspieler Karlheinz Böhm gegründete Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" (MfM) einen ehemaligen Förderer angezeigt, gab die Stiftung am Montag in München bekannt.

Jürgen Wagentrotz, Unternehmer im Ruhestand, hatte gegenüber der Bild-Zeitung angegeben, er sei aufgefordert worden, seine Spende zu verschleiern: "Da ich als im Ausland lebender Deutscher keine Spendenquittungen benötigte, wurde ich seitens des Leiters der MfM gebeten, meine jährliche Millionenspende nicht durch die Bücher von MfM laufen zu lassen, sondern mit diesem Budget allerlei Rechnungen für MfM direkt zu bezahlen." Die Stiftung habe damit bezweckt, durch geringe Kosten besser in der Öffentlichkeit dazustehen.

Mit Spendengeldern habe der Neubau eines Büros in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba finanziert werden sollen, lautet ein weiterer Vorwurf. Auch die Kosten der von "Menschen für Menschen" gebauten Schulen seien nicht transparent: Sie würden später verstaatlicht und verfielen ohne weitere Förderung.

Böhm: Menschen vor Ort in der Verantwortung

Dem entgegnete Almaz Böhm, die Leiterin der Stiftung, die 2011 den Vorsitz von ihrem Ehemann Karlheinz Böhm übernommen hatte: "Es war schon immer die Philosophie meines Mannes, die Menschen vor Ort in die Projekte unserer Organisation einzubinden und sie damit auch in die Verantwortung zu nehmen." Das Konzept der Organisation sei Hilfe zur Selbsthilfe - dazu gehöre, dass "Menschen für Menschen" sich nach einer bestimmten Zeit aus den Projekten zurückziehe und den Menschen vor Ort übergebe.

Zum Bürobau in Addis Abeba sagte sie, die hohen Kosten seien durch die ursprünglichen Bauauflagen der Stadt begründet und hätten sich inzwischen von 2,1 Millionen Euro auf 1,1 Millionen Euro reduziert.

Wie der Stern berichtet, sind laut Almaz Böhm alle Informationen offen gelegt und alle Vorwürfe widerlegt. Rückendeckung bekam sie vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das derzeit die Vorgänge in der Stiftung überprüft: "Die Stiftung 'Menschen für Menschen' gehört mit zu den transparentesten Organisationen in Deutschland", sagte Burkhard Wilke, Geschäftsführer des DZI.

Großinvestor Jürgen Wagentrotz ist als Kuratoriumsmitglied der Stiftung inzwischen zurückgetreten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Styling-Tipp: Diese Kleidung macht jünger
Wer sich morgens beim Blick in den Spiegel alt fühlt, der muss nicht enttäuscht in den Tag starten. In dem Fall fehlen nur die richtigen Kleidungsstücke, in den …
Styling-Tipp: Diese Kleidung macht jünger
Das klassische Schönheitsideal 90-60-90 wankt
"Und Germany's Next Topmodel ist..." - bereits zum zwölften Mal kürt Heidi Klum am Donnerstagabend die Gewinnerin ihrer Erfolgs-Castingshow. Doch das …
Das klassische Schönheitsideal 90-60-90 wankt
Heinrich Popow steigt bei "Let's Dance" aus
Gerade noch schaffte er es knapp in die nächste Runde, jetzt muss Heinrich Popow "Let's Dance" doch verlassen. Ein anderes Tanzpaar bekommt dafür eine zweite Chance.
Heinrich Popow steigt bei "Let's Dance" aus
„Nix drin“: So böse parodiert Carolin Kebekus Bibis Flop-Song
München - Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung ihres Songs „How it is“ wird Bianca Heinicke noch immer mit Spott und Hohn überschüttet - diesmal tobte sich …
„Nix drin“: So böse parodiert Carolin Kebekus Bibis Flop-Song

Kommentare