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Axel Prahl ist für Gleichberechtigung.

"Tatort"-Ermittler vorübergehend schwul

Promis fordern Eherecht für Homosexuelle

Düsseldorf - Im neuen "Tatort" aus Münster geben die Kommissare Boerne und Thiel vor, ein schwules Paar zu sein. Schauspieler Axel Prahl ist - wie viele andere deutsche Stars auch - für die gleichberechtigte Homo-Ehe.

"Ich selbst habe recht viele homosexuelle Freunde, die auch schon sehr früh, nachdem es juristisch möglich wurde, eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind", sagte der 55-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Jeder muss selbst wissen und entscheiden können, wie er glücklich wird, deswegen befürworte ich natürlich die Homo-Ehe."

Prahl, bekannt als Kommissar Frank Thiel im Münster-"Tatort", sieht in der am Sonntag (31.5.) ausgestrahlten Folge "Erkläre Chimäre" ein Statement für die Homo-Ehe. Im Film gaukeln Thiel und der Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) dessen schwulem Onkel vor, ein verheiratetes Paar zu sein, damit Boerne besser an dessen üppiges Erbe herankommt.

Er freue sich, "plötzlich so ein top-aktuelles Thema" im Film zu haben, sagte Prahl der "NOZ". "Unser Fall fällt damit auf fruchtbaren Boden." Seit Irland in einem Referendum für eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften gestimmt hat, ist die Diskussion über die Ehe für alle auch in Deutschland wiederbelebt.

Otto: "Warum sollen die es besser haben als wir?"

Komiker Otto Waalkes (66) sagte dem Magazin „Der Spiegel“: „Ich hab's zweimal probiert, es hat nicht funktioniert. Schwule und Lesben sollen auch heiraten dürfen. Warum sollten sie es besser haben als wir Heteros?“ Der Schauspieler Charly Hübner (42, „Polizeiruf 110“) sagte: „Zwei Menschen, die sich lieben und Lust verspüren, das in Form einer Ehe zu leben, sollen sich selbstverständlich ehelichen (...). Nicht zu fassen, dass darüber Gesetze geschrieben werden müssen und Abstimmungen entscheiden.“

Die Schauspielerin Caroline Peters (43, „Mord mit Aussicht“) meinte: „Wenn drei Viertel der Gesellschaft für eine absolute Gleichstellung sind, sollten die Volksvertreter die Entscheidungen des Volkes wahrnehmen und ihnen folgen.“

Unter den Prominenten, die im „Spiegel“ die Ehe für alle fordern, sind auch Moderatoren wie Maybrit Illner, Anne Will, Oliver Welke und Frank Plasberg, der Filmregisseur Tom Tykwer, Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow oder Filmproduzent Nico Hofmann.

Maas (SPD): Homo-Ehe "schwer realisierbar"

Seit Irland vergangene Woche in einem Referendum für eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften gestimmt hat, ist die Diskussion über die Öffnung der Ehe auch in Deutschland wieder aufgeflammt. In Deutschland gibt es für Schwule und Lesben seit 2001 die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen. Die ist aber rechtlich nicht mit der Ehe gleichgesetzt.

Das Bundesverfassungsgericht forderte bereits in mehreren Entscheidungen eine Angleichung. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) beklagt indes, das volle Eherecht für Homo-Paare sei in der Koalition mit CDU/CSU „schwer realisierbar“.

Demo in Karlsruhe: "Keine Ehe 2. Klasse!“

Unter dem Motto „Bunt gefächert“ sind in Karlsruhe rund 1000 Menschen gegen die Diskriminierung von Homo-, Trans- und Intersexuellen durchs Stadtzentrum gezogen. Die Teilnehmer des Christopher Street Day (CSD) nahmen dabei auch Bezug auf die aktuelle Debatte über das Ehe- und Adoptionsrecht für Homosexuelle. Auf einem Transparent hieß es „Keine Ehe 2. Klasse!“.

Die SPD verteilte rote Lollis, die Grünen bekannten sich auf einem Flugblatt zu ihrer „Lieblingsstellung: Gleichstellung“. Auch die Linke oder Amnesty International waren vertreten.

Der Name CSD erinnert an eine Straße in New York, in der es Ende Juni 1969 nach Razzien der Polizei gegen Homosexuelle zu schweren Zusammenstößen kam.

dpa

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